Autovermieter expandiert in USA Warum Sixt auf Werbung mit Donald Trump verzichtet

Mit provokanter Reklame ist der Autovermieter Sixt in Deutschland groß geworden. Das Konzept funktioniert auch im Ausland. Nur vor einem schreckt der selbstbewusste Vorstandschef Erich Sixt zurück: Donald Trump.
Der Firmenchef treibt die Expansion im Ausland voran. Quelle: dpa
Erich Sixt

Der Firmenchef treibt die Expansion im Ausland voran.

(Foto: dpa)

MünchenIn Deutschland ist die Autovermietung Sixt den Kunden schon lange ein Begriff. Mit seiner provokanten Werbung sorgt Vorstandschef Erich Sixt regelmäßig für öffentliche Aufregung. So auch diesen Frühsommer. Da ließ der Unternehmer eine Anzeige schalten, auf der AfD-Vize Alexander Gauland zu sehen war. „Für alle, die einen Gauland in der Nachbarschaft haben. (Jetzt einen günstigen Umzugs-LKW mieten unter sixt.de)“ stand darunter. Die Anspielung auf Gaulands Zitat über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng („Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut, aber wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“) bescherte Sixt viel Publicity.

Solch ungewöhnliche Reklame scheint auch jenseits der deutschen Grenzen anzukommen. In Spanien ließ Sixt in einem Spot jüngst Bundeskanzlerin Angela Merkel auftreten, in Frankreich nahm er Präsident Hollande auf die Schippe. „Das klappt sehr gut“, unterstrich Sixt am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

So kommt es, dass immer mehr Menschen jenseits des Heimatmarktes ihre Autos und Laster bei dem Münchener Unternehmen mieten. Im ersten Halbjahr ist der Auslandsanteil am Umsatz auf 43 Prozent geklettert; vor Jahresfrist waren es noch lediglich 39 Prozent. „Sixt wächst im Ausland weiterhin deutlich stärker als die Autovermietbranche insgesamt und gewinnt damit kontinuierlich Marktanteile“, sagte Sixt bei der Präsentation der Quartalszahlen. Es seien „zweistellige, drastische Steigerungsraten im Ausland zu verzeichnen.“

Ein Gauland als Nachbar? Lieber umziehen!
Sixt-Werbung mit Alexander Gauland
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„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ AfD-Politiker Alexander Gauland. Jérôme Boateng erlebte danach zahlreiche Solidaritätsbekundungen – sogar Politiker wie Sigmar Gabriel oder die Bundeskanzlerin schalteten sich ein. Nun mischt auch Sixt mit und nimmt Gauland auf die Schippe. Mehr zu der Kampagne.

2014: GDL
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„HDGDL, GDL“ - mit dieser leicht ironischen Botschaft bedankt sich der Autovermieter Sixt für den Bahnstreik. Das Buchstabenkürzel „HDGDL“ steht in der Sprache von SMS und Whatsapp für „Hab' dich ganz doll lieb“, die Abkürzung GDL steht für die Gewerkschaft der Lokführer, die am Wochenende die Deutsche Bahn bestreikt hat. Der Streik hat bei vielen Reisenden für Unmut gesorgt - und das Geschäft bei Autovermietern und Fernbussen angekurbelt.

2014: Roberto Blanco
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Zuletzt warb beispielsweise der Schlagersänger Roberto Blanco in einem vielbeachteten Internet-Musikvideo für Cabrios von Sixt. Ironischer Titel des Songs: „Ein bisschen Spar'n muss sein“. Darin macht sich der Schlagersänger selbstironisch über den Unterhaltsstreit mit seiner Ex-Frau lustig. Textbeispiele: „Goldene Uhren, riesiger TV - ich habe alles verloren, nur wegen meiner Ex-Frau.“ Nebenbei ständig im Bild: Der Schriftzug des Münchener Autovermieters.

2001: Angela Merkel
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Auch die Kanzlerin hat schon Erfahrung mit den hämischen Werbern von Sixt und ihren Cabrios gemacht: Im Jahr 2001 lästerte der Autovermieter über die Frisur der damaligen CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel – und ließ ihr die Haare zu Berge stehen.

2007: Matthias Reim
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Ein weiterer Pleitegeier, den Sixt für die Werbung nutzte: Schlagersänger Matthias Reim machte 2007 Schlagzeilen mit seiner Finanzmisere - und war sich kurz darauf nicht zu schade, sich selber und einen seiner Mega-Hits an Sixt zu verkaufen. Titel: "Verdammt, ich hab nix"

2007: Gibsnisch!
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Mit einem fiktiven Konkurrenten schickte der Autovermieter auch die eigenen Kunden schon in die Irre. Slogan: Günstiger als bei Sixt gibsnisch!

WM
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Das WM-Aus der Italiener würde von Sixt mit gewohnter Häme kommentiert: Mit einem Tritt mitten in die Männlichkeit warb Sixt für schnelle Cabrios.

Mehrheitsaktionär Erich Sixt treibt das Geschäft vor allem in den USA voran. Amerika sei inzwischen zum zweitgrößten Markt des Konzerns weltweit aufgestiegen – und das ganz aus eigener Kraft. Sixt habe dort im Juni erstmals operativ schwarze Zahlen geschrieben. Mit der Werbung in Amerika sei das aber so eine Sache. „Ich hätte gerne Herrn Trump für ein Werbemotiv verwendet“, betonte Sixt. Zahlreiche Motive dafür hätten auf seinem Schreibtisch gelegen. Nach Rücksprache mit Anwälten habe er davon aber Abstand genommen – er fürchtet eine Klage, die schnell den Gewinn aufzehren könne.

Gleichzeitig versucht er im Ausland auch neue Dienstleistungen zu etablieren, die er in Deutschland erfolgreich getestet hat. Dazu gehört das Carsharing-Angebot Drive Now und der Fahrdienst My Driver.

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