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Bastian Lehmann „Uber-nahme“ geglückt: Deutscher Gründer schafft Milliardenverkauf an Uber

Postmates-Gründer Bastian Lehmann hat in den USA den Essenslieferdienst aufgebaut, dem Hollywood-Stars und Pop-Größen vertrauen. Nun verkauft er das Unternehmen an Uber.
06.07.2020 Update: 06.07.2020 - 14:59 Uhr Kommentieren
Nach dem gescheiterten Börsengang ist ihm der Exit nun doch noch gelungen. Quelle: Bloomberg
Bastian Lehmann

Nach dem gescheiterten Börsengang ist ihm der Exit nun doch noch gelungen.

(Foto: Bloomberg)

San Francisco Irgendwann reichte es Bastian Lehmann mit den Gerüchten: „Die Leute reden so viel Scheiße über uns beim Friseur, dass sie vergessen, sich die Haare schneiden zu lassen“, sagte der gebürtige Deutsche im September 2019 über die Gerüchte, Uber oder ein anderer Konkurrent könnte seinen Lieferdienst Postmates übernehmen.

Ganz so abwegig scheinen die Gerüchte nicht gewesen zu sein: Am Montag gab Uber, der weltgrößte Fahrdienstvermittler, bekannt, das Unternehmen aus San Francisco für rund 2,65 Milliarden Dollar (2,34 Milliarden Euro) übernehmen zu wollen. Uber will den Kaufpreis für Postmates komplett in eigenen Aktien zahlen und damit seinen Essenslieferservice Uber Eats stärken.

Postmates ist der kleinste Wettbewerber im boomenden US-Markt für Essenslieferungen, der zuletzt in Bewegung gekommen ist. In den vergangenen Jahren hat das Silicon-Valley-Start-up Doordash massiv Marktanteile gewonnen und Uber Eats und Grubhub, den Pionier in den USA, überholt. Zunächst wollte Uber Grubhub übernehmen, um so die neue Nummer eins zu bilden.

Weil der Deal aber von der Kartellbehörde bedroht war, schlug stattdessen Takeaway aus den Niederlanden zu, das mit Lieferando auch den deutschen Markt dominiert und nun auch auf dem US-Markt ein Bein auf dem Boden hat. Uber blieb damit nur die Nummer vier: Postmates.

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    Trotzdem ist Postmates mehr als ein Trostpreis. Lehmanns Spruch mit dem Friseur ist ein Zitat aus einem Kanye-West-Track, was insofern passt, als Postmates als der Lieferdienst der Stars gilt. In Los Angeles ist das Unternehmen Marktführer. Rapper Post Malone nannte sich selbst in einem Clip vom Coachella-Musikfestival mal „Postmates Malone“ und soll in einem Jahr 40.000 Dollar auf der Plattform ausgegeben haben.

    Als Lehmann Postmates 2011 mit zwei Mitgründern startete, hatten sie eigentlich ein anderes Unternehmen im Sinn. Die Kuriere sollten Stadtbewohnern ohne Auto oder Bewegungsdrang alles Mögliche liefern. Die Idee dazu hatte Lehmann schon 2005, als er von München nach London umzog und keinen einfachen Weg fand, sein Snowboard durch die Stadt transportieren zu lassen.

    Doch der Kurierdienst ließ sich nicht so gut skalieren, Postmates schwenkte stattdessen auf Essenslieferungen um – ein zwar gut entwickelter, aber auch hart umkämpfter Markt, in dem bis heute kaum Geld zu verdienen ist.

    Für Lehmann ist die „Uber-nahme“ der gelungene Exit, an dem viele schon gezweifelt hatten. Ein Börsengang war eigentlich schon für 2019 angekündigt. Doch als sich das Klima für Börsenkandidaten in den roten Zahlen nach dem schwachen Börsenstart von Uber eintrübte, zuckte auch Postmates zurück. Stattdessen besorgte sich das Unternehmen noch einmal 225 Millionen Dollar bei Investoren, zu einer Bewertung von damals 2,4 Milliarden Dollar.

    Der Uber-Deal bewertet Postmates nun noch etwas höher. Zudem ist Ubers Aktie derzeit schwer geprügelt, da sein Taxi-Geschäft in der Coronakrise schwächelt. Die Uber-Anteile, die Lehmann und seine Investoren nun bekommen, könnten also im Wert durchaus noch steigen.

    Ob Lehmann aber auch Uber-Manager wird, ist zweifelhaft. Das kombinierte Geschäft soll Uber-Eats-Chef Pierre-Dimitri Gore-Coty führen, zudem gilt Lehmann eher als sturköpfiger Unternehmer denn als geschmeidiger Manager.

    Mehr: Wie Jitse Groen Takeaway zum größten Lieferdienst außerhalb Chinas formte.

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