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Beerdigungskosten Was kostet eigentlich eine Bestattung?

Der Markt der Bestatter wird zunehmend digital. Das verändert die Preise. Wir zeigen, worauf Angehörige bei Beerdigungen achten müssen.
01.12.2020 - 13:30 Uhr Kommentieren
Bestattungen Kosten günstige Preise Quelle: dpa
Bestattungsunternehmen im Wandel

Die klassische Bestattungsbranche bekommt Konkurrenz von Onlineunternehmen, die günstige Preise für Beerdigungen anbieten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In Deutschland sterben mehr als 900.000 Menschen jährlich. Das bedeutet, statistisch gesehen, im eigenen Umfeld stirbt alle 18 Jahre ein Angehöriger. Die Beisetzung führen Bestattungsinstitute aus. Laut Statista gibt es davon 5412 in Deutschland. Gemeinsam erzielen sie einen Jahresumsatz von 2,17 Milliarden Euro. 

Wie auch in anderen Branchen vergrößert sich in den vergangenen Jahren das Onlineangebot bei Bestattungen. Eine Handelsblatt-Recherche hat ergeben, dass Dienstleister aus dem Internet meistens günstiger sind, dafür ist die Beratung unpersönlicher.

Die Branche steht in der Kritik, die Trauer der Hinterbliebenen auszunutzen, um die Preise zu treiben. Ein Kostenvergleich der Institute kann sich also lohnen. Ein Überblick der wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Bestattungsarten sind in Deutschland erlaubt?

Im Todesfall gibt es viel zu erledigen. Der erste Gang führt zum Bestatter. Erlaubt sind Erd- und Feuerbestattungen. Im Trend liegen außerdem Seebestattungen in wasserlöslichen Urnen oder die Beisetzungen in der Natur. Etwas spezieller ist die Weltraumbestattung, bei der ein Teil der Asche ins All befördert wird.

Auch diese Art der Bestattung wird in Deutschland durchgeführt. Aufgrund der hohen Kosten ist das allerdings selten der Fall.

In Deutschland ist ein Sarg sowohl bei Erdbestattungen, als auch bei Feuerbestattungen vorgesehen. Teilweise gibt es Ausnahmen für die Bestattung nach Regeln des Islams. Bundesweit ist das Verstreuen der Asche in der freien Natur aber verboten.

Bestattung Natur Trend Quelle: dpa
Nähe zur Natur Im Trend

Bestattungen im Ruheforst werden immer beliebter.

(Foto: dpa)

Was kostet eine Bestattung in Deutschland?

Beerdigungen können sehr teuer werden. Nur wenige Bestatter legen ihre Preis-Leistungs-Kataloge von sich aus offen. Sie sind jedoch bei Anfrage dazu verpflichtet. Daher empfiehlt es sich, von mehreren Bestattungsunternehmen Preise anzufordern oder diese vorab online zu vergleichen.

Derzeit gibt es immer mehr digitale Bestatter, die die Preise in der Branche senken. Doch hier könnte an der Beratung gespart werden. Wie hoch die Kosten einer Bestattung letztendlich ausfallen, hängt mit den Wünschen des Verstorbenen zusammen.

Grundsätzlich gilt, dass eine Feuerbestattung günstiger ist als eine Erdbestattungen. Das liegt insbesondere an der verhältnismäßig kleineren Grabstätte, die Urnengräber benötigen.

Des Weiteren setzt sich der Preis zusammen aus Friedhofsgebühren, Kosten für den Grabstein, den Floristen  und die Trauerfeier. 

Die unten ausgeführte Liste zeigt, dass eine Beerdigung zwischen 3000 und 24.000 Euro kosten kann. Das ist eine weite Spanne. Angehörige sollten mit einem Preis dazwischen rechnen. Doch es ist schwierig eine durchschnittliche Angabe zu machen.

Übersicht: Bestattungskosten in Deutschland

  • Gebühren für Urkunden (Totenschein, Sterbeurkunde):
    100 – 270 Euro
  • Krematorium (Einäscherung, Urnenversand):
    195 – 630 Euro
  • Bestatterleistungen (Sarg, Kühlung, Ankleidung): 
    990 – 7300 Euro
  • Friedhofsgebühren (Grabkosten und Beisetzungsgebühr):
    560 – 4770 Euro
  • Steinmetz (Grabstein):
    450 – 5000 Euro
  • Preise für Gärtner-/ Floristenleistungen (Trauerkranz, Blumen):
    360 – 1950 Euro
  • Leistungen Dritter (Zeitungsanzeige, Trauermahl):
    425 – 3450 Euro

Einige Menschen wünschen sich eine anonyme Bestattung. Auf der Trauerfeier wird der Name der verstorbenen Person weggelassen und es gibt keine genaue Lage der Grabstätte. Viele die sich für ein anonymes Grab entscheiden, machen das aus Kostengründen. Die Preise liegen hier zwischen 700 bis 1500 Euro sind deutlich günstiger als eine herkömmliche Bestattung.

Vorsorge für Hinterbliebene

Damit Hinterbliebene die hohen Kosten nicht zahlen müssen, gibt es Möglichkeiten, sich bereits im Vorfeld für eine Beerdigung abzusichern. Der letzte Wille kann vertraglich vereinbart werden.

Es wird schriftlich festgelegt, wie eine Beerdigung aussehen soll. Das Dokument wird zusammen mit dem Testament aufbewahrt. Eine notarielle Beglaubigung ist sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig, damit das Dokument nach dem Tod nicht angezweifelt wird.

Ein anderer Weg ist es, die Beerdigung zu Lebzeiten zu organisieren. Eigene Wünsche können direkt beim Bestattungsunternehmen festgelegt werden.

Viele wollen ihre Hinterbliebenen durch die eigene Planung entlasten. Der Vorsorgende kann die Kosten der Beerdigung auf ein Sparkonto bei der Hausbank sofort einzahlen oder eine Versicherung mit monatlichen Zahlungen abschließen. Im Todesfall können dann die nächsten Angehörigen darauf zugreifen.

Sind die Beerdigungskosten steuerlich absetzbar?

Unter Umständen kann die Bestattung eines Verstorbenen steuerlich als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Das ist der Fall, wenn etwa der Nachlass der verstorbenen Person geringer ist als die Kosten der Bestattung.

Zusätzlich dürfen nur Beträge in „angemessener Höhe“ abgesetzt werden. Seit 2003 liegt die Angemessenheitsgrenze bei 7500 Euro. Kosten, die keinen unmittelbaren Bezug zum Verstorbenen haben, können nicht abgesetzt werden. Das ist zum Beispiel der Leichenschmaus, Reisekosten für Angehörige oder auch Trauerkleidung.

Abzugsfähige Bestattungskosten sind unter anderem:

  • Gebühren für Urkunden
  • Floristen
  • Bestatterleistungen
  • Friedhofsgebühren
  • Grabpflege
  • Steinmetz

Wer trägt die Verantwortung für die Bestattung?

Es gilt eine Bestattungspflicht in Deutschland. Hinterbliebene sind also dafür verantwortlich die Beerdigung des Verstorbenen zu organisieren und zu zahlen. Die fälligen Kosten müssen in erster Linie aus dem Erbe gezahlt werden. 

Sollte kein Erbe vorhanden sein, so gehören die engsten Familienangehörigen, wie zum Beispiel Partner, Eltern, volljährige Kinder oder Geschwister zu den Verantwortlichen.

Angehörige ohne die finanziell nötigen Mittel können eine Kostenübernahme beantragen. Die Kommune übernimmt dann die Zahlungen für die Beisetzung und die Pflege der Grabstätte. Basis ist hier § 74 SGB XII.

Mehr: Wenn Bestatter mit schwarzem Humor werben

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