Niki Lauda

Der Niki-Gründer bekommt seine Airline zurück.

(Foto: dpa)

Bieterkampf um Niki Lauda setzt sich durch

Niki Lauda bekommt seine Airline zurück. Nachdem der Prozess zunächst ins Stocken geraten war, ist im Bieterkampf um die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki nun der Gründer als Sieger hervorgegangen.
Update: 23.01.2018 - 12:16 Uhr 2 Kommentare

Wien, FrankfurtNiemals aufgeben – das war schon immer die Devise des dreifachen Formel 1-Weltmeisters Niki Lauda. Sein Kampfeswillen hat sich für den österreichischen Luftfahrtunternehmer in der Schlacht um die insolvente Airline Niki ausgezahlt. Am frühen Dienstagmorgen erhielt der 68-Jährige vom österreichischen Gläubigerausschuss den Zuschlag.

Lauda wird die frühere Air-Berlin-Tochter durch sein Wiener Privatjetunternehmen Laudamotion GmbH übernehmen. Wie die österreichische Insolvenzverwalterin Ulla Reisch mitteilte, sei die Entscheidung einstimmig gefallen. Lauda hatte nach eigenen Angaben mit dem britischen Reisekonzern Thomas Cook und dessen Airline Condor für die von ihm gegründete Fluglinie Niki geboten.

„Logischerweise bin ich froh darüber. Dass die Niki immer mein Herzblut war, war klar“, erklärte der frühere Formel-1-Rennfahrer Lauda, der den Ferienflieger 2003 gegründet und 2011 an Air Berlin verkauft hatte. Der Unternehmer will den Flugbetrieb Ende März mit 15 Flugzeugen wieder aufnehmen.

„Langfristig bauen wir das Geschäft natürlich aus, aber wir müssen halt starten mit 15 Fliegern und der Rest wird sich dann selber weiter entwickeln“, sagte Lauda am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Erstmal fliegt das ganze unter Laudamotion, das ist ganz wichtig.“ Das ist der Name von Laudas Gesellschaft, die das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) innehat. Ob damit gemeint ist, dass Niki dann auch unter diesem Namen fliegen wird, blieb zunächst unklar.

Die Entscheidung zu Gunsten von Lauda war offenbar nicht leicht. Wie Insider mittteilen, fiel das Votum erst nach einer 14-stündigen Marathonsitzung. Lauda verfügt nach eigenen Angaben über seine Firma Laudamotion über eine entsprechende Betriebsgenehmigung, um die Start- und Landerechte, in der Branche Slots genannt, zu übernehmen.

Nach seinen Plänen soll sich die Airline mit ihren noch 764 Mitarbeitern vor allem auf den österreichischen Markt konzentrieren. Lauda kann bei seiner Übernahme auch auf die Unterstützung der rechtskonservativen Regierung setzen. Der neue Infrastrukturminister Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ hatte sich in der Vorbereitung des Angebots mit Lauda getroffen.

„Der Gläubigerausschuss hat eine Entscheidung getroffen und diese sollte jetzt zügig und im Sinne der Beschäftigten umgesetzt werden“, erklärte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries am Dienstag. „Das Unternehmen steht vor großen Herausforderungen und die Beschäftigten brauchen endlich Gewissheit über ihre Zukunft. Auch für die Passagiere und den Wettbewerb ist es eine gute Nachricht, wenn es nach einem vorübergehenden Aus der Niki nun bald wieder mehr Angebot im Luftverkehr gibt.“

Der schnelle Aufstieg und tiefe Fall der Krisen-Airline
1978
1 von 16

Der US-Pilot Kim Lundgren (links, mit Sohn Shane) gründet die Air Berlin Inc. als Berliner Charterfluggesellschaft mit zwei Flugzeugen.

1979
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Erstflug von Berlin nach Palma de Mallorca.

1991
3 von 16

Joachim Hunold (Bild) und Kim Lundgren gründen die Air Berlin GmbH.

2003
4 von 16

Air Berlin steigt auf zur zweitgrößten Fluggesellschaft in Deutschland nach Lufthansa, gemessen an der Passagierzahl.

2004
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Air Berlin steigt bei der österreichischen Fluggesellschaft Niki ein.

2005
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Die GmbH wird in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (PLC) umgewandelt - in die Air Berlin PLC.

2006
7 von 16

Air Berlin geht am 11. Mai in Frankfurt an die Börse. Später übernimmt das Unternehmen die deutsche Fluggesellschaft dba.

Mit der Entscheidung der Gläubiger in Österreich zu Gunsten von Lauda ist eine komplizierte rechtliche Situation entstanden. Der Gläubigerausschuss im deutschen Insolvenzverfahren hatte Ende Dezember der britischen IAG und dessen Billigableger Vueling den Zuschlag erteilt. Der Haken dabei: Bislang handelt es sich in Deutschland um ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Entscheidungen über Verkäufe von Firmen oder Firmenteilen aus der Insolvenzmasse sind in diesem Stadium noch nicht möglich. Das geht erst in einem regulären Verfahren. Dennoch sind solche Verkaufsvereinbarungen schon in einem vorläufigen Verfahren üblich. Die Folge: IAG hat zwar einen Vertrag vorliegen, doch der ist nicht rechtskräftig.

Entsprechend bedient äußerte sich die britische Airline: „IAG ist enttäuscht, dass Niki nicht in der Lage sein wird, sich als Teil der Gruppe zu entwickeln und zu wachsen“, teilte der Konzern in einer kurzen Mitteilung in London mit. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, ob es gegen die Entscheidung vorgehen will.

Die österreichische Insolvenzverwalterin Ulla Reisch, die bereits die Insolvenzverfahren der Handelskette Zielpunkt und des Bauunternehmers Alpine leitete, gab sich am Dienstagmorgen dagegen optimistisch. „Es wird von einer kurzfristigen insolvenzrechtlichen Genehmigung der Transaktion in Österreich und in Deutschland ausgegangen“, teilte die Juristin mit.

Lauda muss Überzeugungsarbeit bei der Belegschaft leisten
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2 Kommentare zu "Bieterkampf um Niki: Lauda setzt sich durch"

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  • „Niemals aufgeben – das war schon immer die Devise des dreifachen Formel 1-Weltmeisters Niki Lauda. (…). Am frühen Dienstagmorgen erhielt der 68-Jährige vom österreichischen Gläubigerausschuss den Zuschlag.“

    „Logischerweise bin ich froh darüber. Dass die Niki immer mein Herzblut war, war klar“

    Es spricht also schon sehr viel für die Annahme, dass Lauda alles tun wird (d.h., alle ihm sinnvoll erscheinenden Schritte ergreifen wird), damit sie eine Zukunft hat.

  • PLEITEGEIER RELOADED -
    oder DER TEUFEL SCHEISST IMMER AUF DEN GRÖSSTEN HAUFEN

    Unser allseits überschätzter Lauda kommt zum Zug - das liegt wohl an seinen österreichischen Freunden. Sowohl politisch als auch wirtschaftlich gönnt sich Österreich ein sehr auf das Land bezogenes Verhalten. Mag manchmal sinnvoll sein - man möchte ja die eigenen Interessen vertreten - aber in diesem Fall????
    Lauda hat schon mal die Airline heruntergewirtschaftet und einen braven freundlichen Käufer gefunden (man könnte auch sagen "Jeden Tag steht ein Dummer auf").
    Lauda ist NICHT der Freund der Mitarbeiter, er ist nur sein eigener Freund und jener, die ihm nutzen.
    Arme Mitarbeiter, armes Österreich - war nicht die beste Entscheidung!

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