Blablacar verärgert Kunden Aufstand der Mitfahrer

Blablacar ist Marktführer bei der Vermittlung von Privatfahrten. Mit einer neuen Gebühr bringt die Mitfahrzentrale die Nutzer gegen sich auf. Kritik soll das Start-up sogar zensieren. Mitfahrer suchen sich Alternativen.
  • Christoph Seyerlein
Blablacar wird im Netz für seine neue Gebührenpflicht und weitere Systemumstellungen mit Kritik überhäuft. Quelle: dpa
Verärgerte Nutzer

Blablacar wird im Netz für seine neue Gebührenpflicht und weitere Systemumstellungen mit Kritik überhäuft.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Ansage von Blablacar zum Deutschlandstart war klar und deutlich: „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die beste deutsche Mitfahrzentrale zu werden.“ So weit, so gut, der entscheidende Satz folgte aber prompt. „Kostenlos sind wir schon – das ist ein großer Vorteil gegenüber dem deutschen (Noch-)Quasi-Monopolisten“, hieß es in einem Blogeintrag von Blablacar am 5. April 2013. Mit dem Monopolisten war der damalige Marktführer Mitfahrgelegenheit.de gemeint, der kurz zuvor eine Vermittlungsgebühr von elf Prozent pro Fahrt eingeführt hatte.

Der weitere Verlauf der Geschichte ist bekannt, Mitfahrgelegenheit.de liefen die Nutzer davon, ein Großteil wanderte zum kostenlosen Blablacar ab. Im vergangenen Jahr kaufte das französische Unternehmen den einstigen deutschen Vorreiter auf. Seitdem sind die Franzosen der unumstrittene Marktführer bei der Vermittlung von Privatfahrten. Doch monetisieren ließ sich der Erfolg noch nicht. Anders als in Frankreich verzichtete man in der Wachstumsphase noch auf Gebühren.

Im Dezember 2015 kündigte Deutschlandchef Olivier Bremer im Gespräch mit dem Handelsblatt an, im Laufe des Jahres ein Online-Buchungssystem und Gebühren einzuführen – vergleichbar mit dem System, das Blablacar auch erfolgreich in Frankreich etablieren konnte. Einen Proteststurm erwarte er nicht. „Wir haben aus den Erfahrungen gelernt, die Mitfahrgelegenheit.de gesammelt hat“, versprach Bremer. Seit dem 1. August verlangt die Mitfahrzentrale nun auch eine streckenabhängige Vermittlungsprovision. Seitdem gehen seine Kunden im Netz auf die Barrikaden.

„Wer zur Hölle sitzt bei euch in der Planung des Geschäftsmodells? Wie kann man als Blablacar nicht aus den Fehlern von Mitfahrgelegenheit.de lernen?“, schreibt beispielsweise ein User auf der Facebook-Seite von Blablacar. Ein anderer kritisiert ebenfalls die neue Vermittlungsgebühr: „Bitte überdenkt Eure Preispolitik, ansonsten wünsche ich viel Glück bei der Suche nach neuen Jobs.“ Anders als Mitfahrgelegenheit.de in der Vergangenheit verlangt Blablacar keine feste Gebühr, sondern eine streckenabhängige Provision. Bei einer Fahrt von Hamburg nach Köln werden nun beispielsweise zwei bis drei Euro mehr fällig als zuvor. Blablacar erwiderte auf Handelsblatt-Anfrage, dass man die Einführung von Gebühren schon lange kommuniziert habe.

In diesen Großstädten ist Taxifahren am teuersten
Platz 10: Hannover
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In rund 80 Prozent der deutschen Tarifgebiete hat die Einführung des Mindestlohns zu einer Erhöhung der Taxigebühren geführt. Nicht nur die Grundgebühr, sondern auch die Kilometerpreise sind angestiegen. Das ergibt eine aktuelle Untersuchung der Taxi-Bestell-App mytaxi, die einen Überblick über die zehn teuersten Taxi-Städte gibt. Gelistet wird nach dem Preis für eine durchschnittliche Fahrt durch die Innenstadt von sechs Kilometern Länge. Auf Platz zehn landet Hannover, die Hauptstadt Niedersachsens. Die Grundgebühr für eine Taxifahrt beträgt hier 3,20 Euro. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste noch einmal 1,90 drauf. Damit liegen die Kosten für sechs Kilometer bei 14,60 Euro.

Quelle: mytaxi

Platz 9: Dresden
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In Dresden ist die Fahrt mit einem Taxi minimal teurer: Für eine Strecke von sechs Kilometern müssen Fahrgäste insgesamt 14,70 Euro zahlen, um auf öffentliche Verkehrsmittel oder die Fahrt mit einem eigenen Pkw verzichten zu können. Der Kilometerpreis liegt hier bei 1,80 Euro, die Grundgebühr beträgt 3,90.

Platz 8: Köln
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Auch in der Rheinmetropole hat die Fahrt mit dem Taxi seinen Preis: Um sechs Kilometer nach Hause kutschiert zu werden, müssen die Kölner 14,90 Euro springen lassen. Der Tarif ergibt sich aus einer Grundgebühr von 3,50 Euro und einem Preis von 1,90 Euro pro Kilometer.

Platz 7: Frankfurt
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Unter 15,50 Euro kommen Taxi-Fahrgäste bei einer Strecke von sechs Kilometern in Frankfurt nicht weg. Zwei Euro pro Kilometer und eine Grundgebühr von 3,50 Euro sind hier pro Fahrt zu entrichten.

Platz 6: Hamburg
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2,10 pro Kilometer zahlen Kunden für eine Taxifahrt in Hamburg. Hinzu kommt eine Grundgebühr von 3,20 Euro. Das ergibt einen Gesamttarif von 15,80 Euro für sechs Kilometer und Rang sechs im Ranking.

Platz 5: Berlin
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Noch etwas mehr – nämlich 15,90 Euro – muss man in Berlin in die Hand nehmen, um sechs Kilometer mit dem Taxi gefahren zu werden. Der Kilometerpreis beträgt hier zwar nur zwei Euro, die Grundgebühr liegt dafür aber schon bei 3,90 Euro. Damit ist die Hauptstadt die fünftteuerste Taxistadt Deutschlands.

Platz 4: Essen
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Wer gedacht hat, im Ruhrgebiet sei Taxifahren vergleichsweise günstig, liegt falsch. Das zumindest zeigen die Tarife in Essen, die bei insgesamt 16 Euro inklusive der Grundgebühr von vier Euro liegen. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste zwei Euro. Ganz in der Spitzengruppe fehlen jedoch sonst recht teure Städte wie Stuttgart und München – beide liegen im Taxi-Ranking außerhalb der Top Ten.

Ein Gebührensystem garantiere eine höhere Qualität und funktioniere besser, als etwa Werbung auf dem Portal zu schalten, sagte eine Sprecherin. Eine Nutzerflucht wie bei Mitfahrgelegenheit.de gebe es nicht.

Die Kunden im Netz sehen das anders. Etliche Fahranbieter beschweren sich, dass sie auf der Plattform keine Mitfahrer mehr finden, seit die neuen Gebühren eingeführt wurden. Dafür machen sie – neben den Gebühren – auch das Online-Bezahlsystem verantwortlich.

Nutzer wittern Zensur und Klickbetrug
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