Börsenbetreiber im Aufwind Marktturbulenzen füllen die Kasse der Deutschen Börse

Die Deutsche Börse ist auf einem guten Weg, ihr Ziel von einem zweistelligen Gewinnwachstum im Jahr 2016 zu erreichen. Konzernchef Kengeter äußerte sich auch zum Zusammenschluss mit der Londoner Börse.
Deutschlands größter Börsenbetreiber teilte am Mittwochabend mit, dass der Umsatz im ersten Quartal um acht Prozent auf 648,5 Millionen Euro kletterte. Quelle: dpa
Deutsche Börse

Deutschlands größter Börsenbetreiber teilte am Mittwochabend mit, dass der Umsatz im ersten Quartal um acht Prozent auf 648,5 Millionen Euro kletterte.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Turbulenzen an den Aktienmärkten zum Jahresstart haben der Deutschen Börse Rückenwind verliehen. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um acht Prozent auf 648,5 Millionen Euro, wie Deutschlands größter Börsenbetreiber am Mittwochabend mitteilte. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) stieg um 9,5 Prozent auf 349,5 Millionen Euro.

Im Januar und Februar brach der deutsche Aktienmarkt wegen Sorgen um das Wirtschaftswachstum in China und den USA ein. Im März ging der Leitindex Dax dann wieder auf Erholungskurs. Von den Ausschlägen profitierte im ersten Quartal besonders die Derivate-Sparte Eurex – die wichtigste Sparte der Deutschen Börse. „Das Segment Eurex hat im ersten Quartal einen Rekordumsatz erzielt und somit für einen guten Jahresauftakt der Gruppe gesorgt“, erklärte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer.

Die größten Börsenbetreiber der Welt
Platz 10: BM&F Bovespa
1 von 10

Die Bedeutung der brasilianischen Börse hat in den vergangenen Monaten stark gelitten. Das Land steckt tief in der Rezession. Neben den hausgemachten Problemen lastet auch die globale Konjunktureintrübung auf dem südamerikanischen Schwellenland. Die Börse in Brasilien hat sich dementsprechend katastrophal entwickelt. Auf Jahressicht hat der Bovespa über 15 Prozent verloren. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung reicht es deswegen nur für den zehnten Platz.

Marktkapitalisierung: 4,6 Milliarden Euro*

*Stand: 23. Februar 2016

Platz 9: Singapore Exchange
2 von 10

Die Singapore Exchange ist 1999 aus der Fusion der Stock Exchange of Singapore und der Singapore International Montary Exchange hervorgegangen. Insgesamt sind knapp 800 Unternehmen an der Börse in Singapur gelistet.

Marktkapitalisierung: 5,0 Milliarden Euro

Platz 8: ASX
3 von 10

Der Preisverfall an den Rohstoffmärkten hat auch Australien hart getroffen. Vor allem die Geschäfte mit dem Hauptabnehmer China verlaufen schleppend. Die jahrelang glänzend verlaufenden Geschäfte im Eisenerzhandel sind nicht mehr so gewinnbringend. Auf Jahressicht hat die ASX knapp 15 Prozent verloren. Das ging an der Marktkapitalisierung nicht spurlos vorbei.

Marktkapitalisierung: 5,3 Milliarden Euro

Platz 7: Japan Exchange Group
4 von 10

Die Börse in Tokio hat ein lange Geschichte. Gegründet wurde sie 1878. Seit 1999 gibt es keinen Parketthandel mehr, sondern nur noch den elektronischen Börsenhandel. Neben dem Tokyo Stock Exchange existierte noch die Osaka Securities Exchange, 2011 fusionierten sie. Die Japan Exchange Group ging 2013 an den Start und ist laut Marktkapitalisierung die siebtgrößte der Welt.

Marktkapitalisierung: 7,6 Milliarden Euro

Platz 6: Nasdaq
5 von 10

Die Nasdaq startete im Februar 1971 als vollelektronische Handelsplattform. Ihre ganz große Zeit hatte die Nasdaq in den 90er-Jahren. Inzwischen muss sie hart um Marktanteile kämpfen. Das Wahrzeichen der Börse im Herzen New York ist die Wand mit Bildschirmen. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung liegt die Nasdaq zwar noch vor der Japan Exchange Group, doch der Abstand zu den Spitzenplätzen ist groß.

Marktkapitalisierung: 9,5 Milliarden Euro

Platz 5: London Stock Exchange
6 von 10

Die London Stock Exchange (LSE) könnte bald mit der Deutschen Börse fusionieren. Das Interesse der Deutschen ist allerdings nicht neu. Bereits 2004 buhlten die Deutsche Börse um die LSE. Damals scheiterten die Verhandlungen, weil den Londonern das Angebot zu niedrig war. Die LSE ist mit 3000 handelnden Unternehmen aus über 70 Ländern der internationalste aller Handelsplätze und über 300 Jahre alt.

Marktkapitalisierung: 12,2 Milliarden Euro

Platz 4: Deutsche Börse
7 von 10

Bei einem Zusammenschluss könnte das fusionierte Unternehmen aus Deutscher Börse und LSE zu einem der größten Börsenbetreiber der Welt aufsteigen. Aktuell liegen die Deutschen schon auf Platz 4.

Marktkapitalisierung: 15,9 Milliarden Euro

Für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen, das mit der Londoner Börse (LSE) fusionieren will, die im Februar ausgegebenen Ziele. Die Hessen sind laut Pottmeyer auf einem guten Weg, das angestrebte prozentual zweistellige Gewinnwachstum im Jahr 2016 zu erreichen. Beim geplanten Zusammenschluss mit der LSE liege die Deutsche Börse „voll im Plan“, erläuterte Konzernchef Carsten Kengeter.

Für die LSE sind weder die Regulierer in Brüssel noch ein möglicher EU-Austritt Großbritanniens ein Hindernis für das Fusionsvorhaben. Er rechne weiterhin damit, dass das Projekt Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres über die Bühne gehen werde, sagte LSE-Verwaltungsratschef Donald Brydon am Mittwoch auf der Hauptversammlung in London. „Wir würden uns nicht auf eine Fusion einlassen, wenn wir dächten, dass es irgendwelche Probleme gibt.“ Analysten zufolge könnte der hohe Marktanteil der fusionierten Börse in der Abwicklung von Derivaten Fragen bei der EU-Kommission aufwerfen, die einer Übernahme zustimmen muss. LSE und Deutsche Börse hatten ihre Pläne für das rund 25 Milliarden Euro schwere Zusammengehen im März öffentlich gemacht.

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