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Borussia DortmundBafin rügt Fehler im BVB-Konzernabschluss

Die Finanzaufsicht hat mehrere millionenschwere Fehler in den Büchern des Fußballbundesligisten aus dem Jahr 2018 festgestellt. Im Kern geht es um Transferzahlungen.René Bender, Michael Verfürden 03.08.2023 - 12:51 Uhr Artikel anhören

Erlöse aus Spielertransfers gehören zu den wichtigsten Einnahmen von Profivereinen. Der BVB hat nach Ansicht der Bafin 2018 Umsatzerlöse aus Transfers um 223 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Die Bundesfinanzaufsicht Bafin hat beim Fußballbundesligisten Borussia Dortmund (BVB) gleich drei millionenschwere Fehler im Jahresabschluss 2018 festgestellt. Das teilte die Bafin am Donnerstag mit.

Nach Ansicht der Aufseher würden unter anderem „die Umsatzerlöse um 223 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen“. Damit wäre der vom Klub erklärte Umsatz von 536 Millionen Euro um 41 Prozent zu hoch angesetzt.

Die von den Aufsehern bemängelten Punkte werfen auch Fragen an die Wirtschaftsprüfer auf. Verantwortlicher Prüfer seinerzeit war KPMG. Die Prüfgesellschaft wollte sich auf Nachfrage nicht äußern, der BVB ließ eine Anfrage des Handelsblatts zu den Feststellungen bisher unbeantwortet. Die Aktie des Klubs gab am Donnerstag zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent nach.

Zwei der drei von der Bafin festgestellten Fehler hatte der BVB unter Verweis auf „notwendig gewordene Änderungen der Bilanzierungsmethode“ bereits im folgenden Jahresabschluss korrigiert. Dabei geht es im Kern um ein zentrales Geschäftsmodell von Fußballvereinen: den Kauf, die Weiterentwicklung und den anschließenden Weiterverkauf von Spielern.

Die Dortmunder hatten beim Kauf von Spielern die geleisteten Zahlungen als immateriellen Vermögenswert aktiviert, beim späteren Verkauf erhaltene Zahlungen aber als Umsatzerlös erfasst. Damit habe der Klub gegen internationale Bilanzierungsstandards verstoßen, teilte die Bafin mit. Der BVB hätte nur „die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des immateriellen Vermögenswertes“ erfassen dürfen.

Daraus folgte ein weiterer Fehler, den die Bafin moniert. Der Verein habe Transfererlöse als Cashflow aus operativer Tätigkeit und diesen damit „um 187 Millionen Euro zu hoch“ ausgewiesen. Nach den Bilanzierungsstandards hätte der BVB die Gelder als Cashflow aus Investitionstätigkeit ausweisen müssen.

BVB: Zahlungen an Spielervermittler im Fokus

Im Geschäftsbericht für das Jahr 2018 hatte der BVB Transfererlöse in Höhe von knapp 223 Millionen Euro benannt, die sich im Wesentlichen aus dem Verkauf von acht Spielern ergaben. Unter anderem wechselten die BVB-Spieler Ousmane Dembélé zum FC Barcelona und Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal. Außerdem verließen Marc Bartra, Sven Bender, Gonzalo Castro, Neven Subotic, Mikel Merino und Emre Mor den Verein.

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Schließlich widmet sich die Bafin in ihrer Fehlerbekanntmachung Zahlungen an Spielervermittler in Höhe von 40,3 Millionen Euro. Der BVB habe diese als „variable Zahlungsverpflichtungen aus bestehenden Verträgen mit aufschiebenden Bedingungen“ ausgewiesen. Allerdings habe er nicht alle Verpflichtungen als Verbindlichkeiten ausgewiesen, obwohl er dies nach Ansicht der Bafin hätte machen müssen. Sanktionen durch die Bafin muss der BVB offensichtlich nicht befürchten. Der Bafin gehe es im Kern um die „hergestellte Transparenz“ für den Kapitalmarkt, äußerte eine Sprecherin.

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