Britische Tochter Tui will doch nicht Tui Travel übernehmen

Rolle rückwärts beim Reisekonzern Tui: Das Unternehmen will doch kein Übernahmeangebot für seine britische Tochter Tui Travel abgeben. Angesichts der aktuellen Bewertung sei eine Fusion nicht im Sinne der Aktionäre.
Update: 23.01.2013 - 10:16 Uhr Kommentieren
Der Tui-Konzern will doch nicht seine britische Tochter Tui Travel übernehmen. Quelle: dapd

Der Tui-Konzern will doch nicht seine britische Tochter Tui Travel übernehmen.

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FrankfurtEuropas größter Reisekonzern TUI schließt ein Übernahmeangebot für seine britische Tochter TUI Travel aus. Ein Aktientausch entspreche beim gegenwärtigen Austauschverhältnis nicht den Interessen der TUI-Aktionäre, teilte TUI am Mittwoch mit. Angesichts des niedrigen Aktienkurses der deutschen TUI war dieser Deal offensichtlich nicht reizvoll für das Management um Noch-Chef Michael Frenzel. "Unabhängig davon wird die TUI AG ihre Rolle als Mehrheitsaktionär uneingeschränkt fortsetzen", hieß es weiter.

An der Börse kamen das vorläufige Aus der Pläne nicht gut an: Die im MDax gelisteten TUI-Aktien und die TUI-Travel-Papiere büßten jeweils vier Prozent ein. "Der Markt rechnet jetzt nicht mehr mit einer Fusion. Das war es nun", sagte ein Aktienhändler.

TUI hält 56 Prozent an TUI Travel und musste - nachdem die Gespräche schon öffentlich waren - bis Mitte Februar seine definitiven Absichten erklären. Eine neuen Anlauf für eine Übernahme dürfen die Hannoveraner nach britischem Gesetz in den nächsten sechs Monaten nicht starten. Unklar blieb zunächst, ob damit auch ein Kaufgebot der Tochter für die Mutter ausgeschlossen ist. Ein TUI-Travel-Sprecher wollte dazu unmittelbar keine Stellungnahme abgeben.

Reuters hatte zuvor über die Pläne einiger Großaktionäre des Reise-Marktführers mit Sitz in Hannover berichtet, die Tochter solle die Mutter übernehmen, weil die Briten einen Deal finanziell leichter stemmen könnten. "Die Idee ist, zwei Unternehmen aus der gleichen Branche zusammenzubringen", erläuterte ein Insider aus dem Umfeld eines der größten Aktionäre. Favorisiert werde derzeit ein Reverse Takeover, bei dem TUI Travel die TUI AG kaufe, hatten drei mit der Sache vertraute Personen Reuters gesagt.

Die Annäherung der beiden Touristikunternehmen war vor einer Woche publik geworden, als herauskam, dass die TUI AG aus Hannover ihre Tochter TUI Travel wegen eines Zusammenschlusses kontaktiert hatte. Nach Aussagen von TUI Travel sollte ein Zusammenschluss bevorzugt als Aktien-Fusion ohne Aufschlag auf den Aktienpreis stattfinden. Bei solchen Deals erhalten die Alt-Aktionäre üblicherweise Anteilsscheine des neuen Unternehmens, aber kein Geld. Eine Fusion könnte Europas größtem Reisekonzern Einsparungen von 500 Millionen Euro bringen, hatte Reuters von zwei Insidern erfahren. Analysten veranschlagen das Sparpotenzial auf lediglich etwa 100 Millionen Euro.

Die gefährlichsten Urlaubsziele
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Weltkarte der Gefahrenlage

Jahr für Jahr erstellt die Unternehmensberatung ControlRisks mit Sitz in London eine Weltkarte der Staaten (im Bild: Die Prognose für das Jahr 2012). Der Firma geht es darum, ihren Kunden eine realistische Zukunftsprognose für einzelne Staaten und Regionen zu geben. Wo kann ich sicher investieren und meine Unternehmensstützpunkte aufbauen? Wo sollte ich mich zurückziehen oder nur kurzfristig ein Investment wagen? Um diese Fragen beantworten zu können, kategorisiert das Unternehmen die Länder in fünf Gefahrenklassen: Von „Unerheblich“ (grün) bis „Extrem hoch“ (dunkelrot). Bei der Bewertung spielen unter anderem Angaben zu Kriminalität und Terrorismus eine Rolle.

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Südafrika

Noch bis vor wenigen Jahren galt Kapstadt (hier eine Luftaufnahme) als eine hochgefährliche Stadt, die unerfahrene Touristen möglichst meiden sollten. An der ausgeprägten Armut in Teilen des Landes hat sich tatsächlich wenig getan, doch in Südafrika ist die Sicherheitslage insgesamt besser geworden. Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hat die Regierung erfolgreiche neue Sicherheitsstrategien umgesetzt, sodass die Kriminalitätsstatistik sinkende Fallzahlen für Mord, Erpressung oder Diebstahl ausweist. Die Sicherheitsfirma „ControlRisks“ bescheinigt dem Land auf einer Skala von 1 bis 5 die Note 3 für seine Sicherheit im Land. Keine Frage, Südafrika bleibt ein Land im Umschwung. Doch mit etwas Vorsicht, in welche Regionen man sich begibt, ist auch Kapstadt eine Reise wert.

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Kuba

ControlRisks findet deutlich lobende Worte in ihrer derzeitigen Einschätzung der Lage in Kuba: Obwohl die Karibik derzeit mit Unruhen und Instabilität zu kämpfen habe, wirken sich diese Entwicklungen auf den kommunistischen Staat nach Erkenntnissen der Agentur nicht aus. Das sozialpolitische System sei gut entwickelt, konstatieren die Beobachter und stellen fest, dass selbst innenpolitische Konfliktpotenziale derzeit keine Gefahr für ausländische Touristen und Investoren bedeuten. Sicherheitsrisiko insgesamt: „Gering“.

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Brasilien

Auf der südamerikanischen Halbinsel ist insgesamt ein positiver Trend zu erkennen. Das gilt insbesondere für Brasilien. Dort sind für 2014 und 2016 zwei sportliche Großereignisse geplant: Die Fußball-Weltmeisterschaft sowie die Olympischen Spiele sollen dafür sorgen, dass sich die Sicherheitslage in Großstädten wie São Paulo und Rio de Janeiro verbessert. Dennoch bleibt Brasilien ein Land zwischen optimistischem Aufschwung und bitterer Armut - und einer überdurchschnittlich hohen Kriminalitätsrate. Nicht alle Winkel des Landes sind also für Touristen zu empfehlen. Sicherheitsnote von ControlRisks: „Mittel“.

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Peru

Die Sicherheitslage in Peru ist laut ControlRisks zwiegespalten. Zum Einen gibt es in Teilen des zentralperuanischen Dschungels die reale Gefahr von weiteren kriegerischen Aktivitäten sowie von Drogenschmuggel. Allerdings betrifft die Situation die meisten Zugereisten nicht. So gilt für weite Teile des Landes die Gefahrenstufe „Gering“. Wer sich allerdings in die großen Städte wie Lima begibt, sollte besonders vor bewaffneten Gruppen auf der Hut sein, die es auf die Wertsachen von ahnungslosen Touristen abgesehen haben.

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Indien

Auch eine Reise nach Indien ist kein Anlass für akute Sorgen. In den vergangenen Jahren haben sich allerdings Terroranschläge gehäuft. Die Sicherheitsanalyse zeigt, dass die Regierungsarbeit Mängel in der Verbrechensbekämpfung aufweist. Es ist mit weiteren Anschlägen in wichtigen Ballungsräumen und Geschäftszentren zu rechnen. Ganze Regionen, darunter Teile Bengals und Kashmir, haben einen No-Go-Ruf für Touristen oder ausländische Investoren. Gerade die Konflikte an den nördlichen Landesgrenzen zu Nepal und Pakistan bedrohen die Sicherheit. Der Gesamtstaat Indien weist daher eine „mittlere“ Gefährdung auf.

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Ägypten

Wer einmal live miterleben möchte, wie ein Land einen demokratischen Umschwung erlebt, dem sei in diesen Tagen Ägypten empfohlen. Erstaunlicherweise beließ ControlRisks seine Sicherheitsprognose bei „Mittel“ und verweist darauf, dass die Kriminalität im Land zwar kurzfristig zugenommen hat, aber von einem sehr geringen Niveau aus wächst. Auch kämpfen Extremisten unter den politischen Akteuren derzeit weniger gegen ausländische Einflüsse als um die eigene Macht innerhalb des Staates. Die nächsten Monate werden allerdings zeigen, wie stabil die Lage in Ägypten wirklich ist.

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