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Bündnis mit Ctrip Tui verbündet sich mit Expedia-Rivalen und geht auf Kundenfang in China

Konzernchef Fritz Joussen will den Milliardenmarkt Südostasien erschließen. Dabei helfen soll ein Abkommen mit dem Expedia-Rivalen Ctrip.
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Tui und Ctrip wollen Kunden aus China Reiseerlebnisse bieten. Quelle: picture-alliance / dpa
Asiatische Touristen am Schloss Neuschwanstein

Tui und Ctrip wollen Kunden aus China Reiseerlebnisse bieten.

(Foto: picture-alliance / dpa)

DüsseldorfEine Million neue Kunden werde Tui bis 2022 gewinnen, versprach Vorstandschef Fritz Joussen vor zwei Jahren auf der Hauptversammlung des Reisekonzerns – und zwar durch die Eroberung von Schwellenmärkten wie Brasilien und Südostasien. Mindestens eine Milliarde Euro jährlich an zusätzlichem Umsatz sehe er damit in die Konzernkasse fließen.

Auf durchschlagende Aktionen aber warteten Anleger seither vergeblich, was dazu beitrug, dass sich der Aktienwert seit vergangenem Mai halbierte. Abgerückt von seinem Plan ist Joussen indessen offenbar nicht. Wie das Handelsblatt vorab erfuhr, verbündet sich Tui in einem noch geheimen Abkommen mit dem chinesischen Expedia-Rivalen Ctrip – und zwar beim Kundenfang in China.

Sämtliche 150.000 Sightseeing- und Event-Aktivitäten weltweit, die Tui in der konzerneigenen Sparte „Destinations Experiences“ gebündelt hat, sollen danach über Ctrip vermarktet werden.

Seit dem 110 Millionen Euro schweren Erwerb dieses Geschäftsfelds aus den Händen der spanischen Firma Hotelbeds zählen Exkursionen, Bootsfahren, Museumstickets und andere Zusatzleistungen in den Urlaubsgebieten zum Kerngeschäft von Tui – neben dem Betrieb von Hotels und Kreuzfahrtschiffen. Vertrieben werden die organisierten Events von der Mailänder Start-up-Firma Musement, die sich Tui im Herbst einverleibte.

Gegen eine mit Musement pro Buchung vereinbarte Gebühr übernimmt nun Ctrip diese Aufgabe in China, was den Hannoveranern reichlich Vorteile bringt. Mit 200 Millionen Nutzern monatlich gilt der 1999 in Schanghai gegründete Online-Reisevermarkter als der führende Tourismusanbieter in China.

Auch weltweit sorgt das Unternehmen mit dem Delfin-Logo, das in Deutschland unter „Trip.com“ antritt, längst für Furore: Mit 317 Millionen Dollar Nettogewinn und 18,7 Milliarden Dollar Börsenwert begegnen die Chinesen dem mächtigen US-Wettwerber Expedia inzwischen auf Augenhöhe – auch wenn Ctrip mit vier Milliarden Dollar Umsatz dem Weltmarktführer 2018 noch hinterherhinkte.

Die Vermarktung von Urlaubsaktivitäten, die Joussen zum neuen Hoffnungsträger seines Konzerns erklärt hat, elektrisiert allerdings auch Wettbewerber. US-Rivale Tripadvisor, der zuletzt auf 490 Millionen Nutzer pro Monat kam, verbuchte vergangenes Jahr knapp ein Drittel seines Umsatzes mit solchen Events.

Die Erlöse des von ihm als „Non-Hotels“ bezeichneten Geschäftszweiges wuchsen 2018 kräftig um 27 Prozent auf fast eine halbe Milliarde Dollar.

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