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Bundeskartellamt Vergleichsportale unter der Lupe

Millionen Verbraucher nutzen die Plattformen im Internet beim Buchen von Flügen, Handyverträgen oder Versicherungen. Doch ihre Objektivität ist umstritten. Das Bundeskartellamt will jetzt Klarheit schaffen.
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Eine Antwort auf diese Frage suchen zunehmend mehr Nutzer bei Vergleichsportalen im Internet. Quelle: dpa
Wo ist es am günstigsten?

Eine Antwort auf diese Frage suchen zunehmend mehr Nutzer bei Vergleichsportalen im Internet.

(Foto: dpa)

BonnViele Verbraucher greifen vor einer Reisebuchung, dem Wechsel des Stromversorgers oder dem Abschluss einer Versicherung auf Preisvergleichsportale im Internet zurück. Doch die Zuverlässigkeit der Online-Entscheidungshilfen ist umstritten. Jetzt will das Bundeskartellamt die Objektivität der Vergleichsportale prüfen.

Die Wettbewerbsbehörde kündigte am Dienstag an, sie habe eine „Sektoruntersuchung“ eingeleitet, um „mögliche Verstöße gegen verbraucherrechtliche Vorschriften aufklären und konkretisieren zu können“. Im Zentrum sollen Portale für Reisen, Energie, Versicherungen, Finanzdienstleistungen und Telekommunikation stehen.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte, Millionen von Verbrauchern informierten sich täglich mit Hilfe von Vergleichsportalen im Netz. Dabei gehe es um Buchungen über hohe Beträge und weitreichende Vertragsabschlüsse. „Wir müssen sicherstellen, dass die Verbraucher sich dabei auf die Zuverlässigkeit, die Objektivität und die Transparenz der Portale verlassen können“, sagte der Chef der Wettbewerbsbehörde.

Viele Großstädter zahlen zu viel für Kfz-Versicherung
Methodik
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Um einen Vergleich der unterschiedlichen Kfz-Versicherungsangebote anzustellen, wurde ein Beispielprofil angelegt und zur Recherche verwendet.

Dabei handelt es sich um einen Mann, der 57 Jahre alt ist und seine Versicherung wechseln möchte. Er hat seit 1978 einen Führerschein, ist verheiratet und Angestellter. Das zu versichernde Auto ist ein VW Passat 2.0 TSI mit einer Erstzulassung aus dem Jahr 2013. Der Erwerb und die Halterzulassung erfolgten im Oktober 2016. Versicherungsbeginn soll im Oktober 2017 sein. Es handelte sich hierbei um einen Barkauf. Der Wagen wird privat genutzt – inklusive des Arbeitswegs – und läuft 12.000 km pro Jahr. Es gibt keinen Wohnbesitz, aber eine Haftpflichtversicherung – SF 8. Die Versicherung soll jährlich bezahlt werden. Das Fahrzeug ist der Erstwagen des Halters, dieser ist auch der Versicherungsnehmer und hat keine Punkte in Flensburg.

Es wurden alle Tarife berücksichtigt, die zum Betrachtungszeitpunkt – 2. Oktober 2017 – bei Check24 zu berechnen waren.

(Quelle: CHECK24)

(Foto: picture alliance)
8. Platz: Köln, Bremen, Stuttgart und Dortmund
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Da für die Einordnung in diesem Ranking die Differenz zwischen dem Minimal-Beitrag und dem Maximal-Beitrag entscheidend ist, der je nach Stadtviertel fällig wird, befinden sich die Städte Köln (Bild), Bremen, Stuttgart und Dortmund mit einer Differenz von jeweils sechs Prozent auf dem achten Platz. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Stadtviertel besteht also ein noch relativ geringer Unterschied beim Preis für die Kfz-Versicherung. In Bremen fordern die Versicherer dabei mit einem durchschnittlichen Mindestbeitrag von 314 Euro die geringsten Kosten. Im Gegensatz dazu liegt der durchschnittliche Mindestbeitrag in Köln bei 374 Euro. Die Domstadt ist damit teurer als die drei anderen Städte, die sich den achten Platz im Ranking teilen.

(Foto: dpa)
7. Platz: München, Duisburg und Essen
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Sieben Prozent beträgt die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Mindestbeitrag und dem maximalen Beitrag in den Großstädten München (Bild), Duisburg und Essen. In der Landeshauptstadt des Freistaates Bayern kostet die Kfz-Versicherung mit durchschnittlichen mindestens 409 Euro etwas mehr als in den zwei anderen Städten. Erstaunlicherweise besteht auch zwischen den beiden Nachbarstädten in NRW ein deutlicher Preisunterschied. In Essen liegt der durchschnittliche Maximalbeitrag bei 421 Euro und in Duisburg bei 369 Euro.

(Foto: dpa)
6. Platz: Düsseldorf
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Die Landeshauptstadt aus NRW hat es auf dem sechsten Platz geschafft. Acht Prozent beziehungsweise 29 Euro beträgt der Unterschied in Düsseldorf zwischen dem durchschnittlichen Mindestbeitrag und dem durchschnittlichen Maximalbeitrag. Mit einem Maximalbeitrag von 402 Euro liegt Düsseldorf bei den Preisen für Kfz-Versicherungen im Vergleich zu den anderen 14 untersuchten Großstädten im Mittelfeld.

(Foto: dpa)
5. Platz: Nürnberg, Dresden und Hannover
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Immerhin 40 Euro beträgt der Unterschied in Nürnberg (Bild) zwischen dem durchschnittlichen Mindestbeitrag für die Kfz-Versicherung und dem durchschnittlichen Maximalbeitrag – oder anders ausgedrückt zehn Prozent. Ebenso auf zehn Prozent beläuft sich der Unterschied in Hannover und Dresden. Hier ist der tatsächliche Betrag allerdings geringer, da der durchschnittliche Beitrag niedriger ist.

(Foto: dpa)
4. Platz: Leipzig
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Besonders in der Innenstadt von Leipzig sind die Kfz-Versicherungen sehr kostspielig. Hier muss man 370 Euro und mehr bezahlen. Der durchschnittliche Mindestbeitrag beträgt 343 Euro. Zwischen dem Mindest- und dem Maximalbeitrag besteht ein Unterschied von 11 Prozent – beziehungsweise 26 Euro.

(Foto: dpa)
3. Platz: Frankfurt am Main
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Die hessische Großstadt hat es auf das Treppchen geschafft. Der Unterschied zwischen den zwei Beiträgen beträgt 12 Prozent. Auch hier sind die Kfz-Beiträge im Zentrum der Metropole besonders teuer. Der Durchschnittliche Maximalbeitrag beträgt in Frankfurt am Main 397 Euro.

(Foto: dpa)

Es ist das erste Mal, dass das Kartellamt seine im Sommer durch eine Gesetzesnovelle erweiterten Kompetenzen im Verbraucherschutz einsetzt. Sie geben der Behörde die Möglichkeit, bei begründetem Verdacht auf gravierende Verstöße gegen verbraucherrechtliche Vorschriften Sektoruntersuchungen durchzuführen. Diese richten sich nicht gegen bestimmte Unternehmen, sondern sollen Praktiken in einem gesamten Wirtschaftszweig prüfen.

Verbraucherschützer hatten in der Vergangenheit wiederholt auf Schwächen vieler Vergleichsportale hingewiesen. Erst im Frühjahr kam der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) nach zwei Studien zu Versicherungen sowie Raten- und Konsumentenkredite zu dem Ergebnis: „Verbraucher können keinesfalls sicher sein, dass sie in der Standardsortierung an erster Stelle das beste Ergebnis erhalten.“ Oftmals sei nicht einmal sichergestellt, dass die Verbraucher überhaupt für sie passende Produkte erhielten.

Kritik übten die Verbraucherschützer nicht zuletzt daran, dass für die Nutzer oft kaum nachvollziehbar sei, wie die Plattformen zu ihren Empfehlungen kämen und welchen Einfluss Provisionszahlungen auf das angezeigte Ranking hätten. Miika Blinn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen begrüßte die Untersuchung. „Das Kartellamt kann hinter die Kulissen blicken, wir können das nicht.“

„Wir versuchen jetzt ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen“, betonte ein Kartellamtssprecher. Die Behörde will dazu bis Jahresende umfangreiche Fragebögen an zahlreiche Vergleichsportale versenden. Offen ist aber, was passiert, wenn die Behörde tatsächlich Missstände aufdecken sollte. Denn sie könne zwar die Vorgänge untersuchen und mögliche Verstöße beim Verbraucherschutz beim Namen nennen, habe aber vom Gesetzgeber bislang keine Möglichkeiten eingeräumt bekommen, dagegen vorzugehen, hieß es in Bonn.

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  • dpa
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