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Cebit, Bauma & Co. Ifo-Studie – Trotz sinkender Besucherzahlen kurbeln Messen die Wirtschaft an

Deutschlands Messen ziehen jährlich Millionen Besucher an. Davon profitieren auch viele andere Branchen. So entstehen fast eine Viertelmillion Arbeitsplätze.
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Die aktuelle Ifo-Studie zeigt, dass Deutschlands Messen viele Arbeitsplätze schaffen. Quelle: dpa
Vor Beginn der CeBIT 2018

Die aktuelle Ifo-Studie zeigt, dass Deutschlands Messen viele Arbeitsplätze schaffen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMitte Juni werden die Hotelzimmer in Hannover wieder knapp: Zwar kommen zur IT-Messe Cebit längst nicht mehr so viele Besucher wie zu den Hochzeiten vor 15 Jahren. Doch auch in diesem Jahr erwartet die Messe wieder hunderttausende Gäste.

Cebit-Besucher müssen daher mit Hotelpreisen rechnen, die mehr als doppelt so hoch sind wie sonst. Eine Übernachtung in Hannover kostet am ersten Messetag durchschnittlich stattliche 273 Euro. Das hat das Vergleichsportal Check24 errechnet. Doch die Messe kurbelt nicht nur die Geschäfte von Hotels, sondern auch von Restaurants und Läden an: Gerade Besucher aus dem Ausland nutzen Messebesuche auch zum ausgiebigen Shoppen.

Diese sogenannten Produktionseffekte schätzt das Münchener ifo-Institut auf jährlich 28 Milliarden Euro, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie für den Verband der deutschen Messewirtschaft Auma hervorgeht.

Im Vergleich zur letzten Untersuchung vor neun Jahren ist das ein Anstieg um 20 Prozent. „Messen haben eine erhebliche gesamtwirtschaftliche Bedeutung – neben ihrer Hauptfunktion, Angebot und Nachfrage einzelner Branchen zusammenzuführen“, konstatieren die Wirtschaftsforscher.

Von Cebit, Bauma & Co. profitieren auch der Arbeitsmarkt und der Fiskus: 231.000 Vollzeitstellen werden direkt oder indirekt durch deutsche Messen geschaffen – die Hälfte davon im Dienstleistungsbereich. 4,5 Milliarden Euro Steuern gehen laut Ifo an Bund, Länder und Kommunen.

Am größten waren die Ausgaben der in- und ausländischen Aussteller mit 9,6 Milliarden Euro in einem durchschnittlichen Messejahr zwischen 2014 und 2017. Daneben gaben Besucher 4,7 Milliarden Euro im Jahr aus: 26 Prozent für Übernachtung, 22 Prozent für An- und Abreise, 22 Prozent für Gastronomie.

Die direkten Ausgaben von Messewirtschaft und Besuchern von insgesamt 14,5 Milliarden Euro wirken sich auf nahezu alle Sektoren der deutschen Wirtschaft aus, so das Ifo-Institut.

Wichtige Messezentren wie auch Düsseldorf gehören zu den größten Gewinnern. 1,66 Milliarden Euro Umsatz, 16.700 Arbeitsplätze und Steuereinnahmen von mehr als 36 Millionen Euro verdankt etwa die Rheinmetropole laut Ifo dem Messe- und Veranstaltungsgeschäft. Zu den größten Umsatzträgern zählten 2017 Interpack, Euro Shop, Medica, A+A, Boot und ProWein.

„Die Umwegrendite für die Stadt ist umso höher zu bewerten, als Düsseldorf dafür keinerlei Subventionen tätigen muss“, betont der Düsseldorfer Messechef Werner Dornscheidt, „seit Jahren wirtschaftet, investiert und wächst die Messe aus eigener Kraft.“

Die internationalen und nationalen Messen in Deutschland erreichten 2017 die höchsten Zuwächse seit fünf Jahren. Auf den 157 Veranstaltungen wurden im Vergleich zu den Vorveranstaltungen 3,7 Prozent mehr Aussteller registriert, die 3,1 Prozent mehr Standfläche buchten. Allerdings stagnierte die Besucherzahl.

Der Branchenverband Auma führt das vor allem auf geringeres Interesse an Automobilmessen zurück. Die International Automobilausstellung IAA in Frankfurt etwa – früher ein Publikumsmagnet – verzeichnete 2016 mit 810.000 Besuchern 120.000 weniger als zuvor.

Der Umsatz der deutschen Messeveranstalter erreichte 2017 rund 3,7 Milliarden Euro nach 3,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Laut Auma war das dennoch so viel wie nie in einem eher messeschwachen ungeraden Jahr.

Treiber des Geschäfts sind allerdings immer stärker die Auslandstöchter der Messgesellschaften. Allein bei der Messe Frankfurt macht der Umsatz im Ausland schon 40 Prozent aus.

Für 2018 hofft der Messeverband Auma auf leicht wachsende Umsatz- und Besucherzahlen – vorausgesetzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern sich nicht wesentlich.

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