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Cera Care Digitaler Pflegedienst sammelt 70 Millionen US-Dollar ein

Das Start-up Cera Care kombiniert moderne Technologie mit menschlicher Betreuung. Mit dem frischen Kapital wollen die Londoner nach Deutschland expandieren.
27.02.2020 - 10:22 Uhr 1 Kommentar
Der Gründer des digitalen Pflegedienstes erhofft sich viel von der Expansion nach Deutschland. Quelle: Cera Care
Cera-Care-CEO Mahiben Maruthappu

Der Gründer des digitalen Pflegedienstes erhofft sich viel von der Expansion nach Deutschland.

(Foto: Cera Care)

Düsseldorf Die Pflege ist ein Wachstumsmarkt, denn der Pflegesektor steht vor den Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft, dem Fachkräftemangel und dem Wunsch von Betroffenen, länger in den eigenen vier Wänden wohnen zu können.

Aus diesem Bedürfnis hat Mahiben Maruthappu, Gründer und CEO des Pflegedienstes Cera Care, 2016 ein Geschäftsmodell entwickelt. Der Dienst des in London ansässigen Start-ups kombiniert die persönliche Betreuung mit moderner Technologie und schließt jetzt eine Finanzierungsrunde von 70 Millionen US-Dollar ab, wie Handelsblatt Inside vorab erfuhr.

Das Geschäftsmodell sieht vor, dass eine ausgebildete Pflegekraft Betroffene täglich besucht und dabei Medikamenteneinnahmen, Schlafverhalten, Stimmungsschwankungen, Nahrungsaufnahmen und andere Symptome in einer App dokumentiert. Auch der Patient hat jederzeit Zugriff auf die App, der Pflegedienst kostet 17 US-Dollar (20 Euro) die Stunde. Das Angebot gelange vor allem über Ärzte und Familienmitglieder zu Patienten, meint Maruthappu.

Auf Basis der von der Pflegekraft gesammelten Daten berechnet eine Künstliche Intelligenz (KI) den Gesundheitszustand des Patienten. Aus den Ergebnissen können Pflegende ihre weitere Betreuung ableiten. „Wir können zum Beispiel eine Verschlechterung bei einer Virusinfektion früher vorhersagen, wodurch Patienten das Antibiotikum schneller einnehmen und gesund werden“, sagt Maruthappu. Das entlaste langfristig vor allem Ambulanzen und Notfallzentren.

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    „Unsere Auswertungen beweisen, dass unsere Pflegekräfte in 93 Prozent aller Fälle durch die KI richtig beraten werden“, sagt CEO Maruthappu. Aktuelle erarbeite man weitere Algorithmen, die zum Beispiel Stürze voraussagen können.

    Bisher beschäftigt Cera Care 2000 Mitarbeiter an 20 Standorten in Großbritannien und führt 10.000 Hausbesuche am Tag durch. Mit dem frischen Kapital von 70 Millionen US-Dollar plant das Start-up unter anderem nach Deutschland zu expandieren. Investoren sind Yabeo, Guinness Asset Management und ein New Yorker Family Office.

    „Mit der weiteren Beteiligung bei Cera Care statten wir eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen, das bereits profitabel ist, mit weiterem Kapital aus“, sagt Matthias Sohler, Gründer und Ceo von Yabeo. Das Portfolio von Yabeo ist auf den Pflegesektor ausgerichtet, ausgewählte Innovationen sind zum Beispiel die App Wellth für die Medikamenteneinnahme oder Libify als digitales Hausnotrufsystem.

    Insbesondere von dem deutschen Markteintritt noch in diesem Jahr und der Expansion 2021 in weitere europäische Länder erhofft Sohler sich viel: „In Europa, den USA und vielen weiteren Industrieländern gibt es zudem bei Klinikanbietern den Trend, die Verweildauer nach stationären Eingriffen möglichst gering zu halten.“ Deswegen verlagere sich ein Großteil der Behandlungen vom stationären Bereich in die eigenen vier Wände.

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    1 Kommentar zu "Cera Care: Digitaler Pflegedienst sammelt 70 Millionen US-Dollar ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • aus Köln schrieb: Zweifelsohne eine inspiriende, mehr oder weniger überzeugende Start-Up-Idee. Aber in einem Land wie Deutschland, wo eine ursprünglich "weltweit vorbildliche", aber inzwischen leider nach und nach teurer (und "all-inclusive") werdende ,"Pflege-Pflichtversicherung" ("Obligatory National Homecare Insurance") für jeden vorgeschrieben ist, geht natürlich "eine transparente, nachhaltige und fachliche Qualität von derartigen Leistungen-vor-Ort/Leistungserbringern" vor. "Eine überschwängliche UBERisation (auch) auf diesem Gebiet" wäre eher, und in jeder Hinsicht (insbesondere volkswirtschaftlich) kontraproduktiv.

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