Claim Management Die Schiris vom Bau

Wenn auf dem Bau etwas schiefgeht, stellen Vertragspartner häufig finanzielle Forderungen. Ob diese berechtigt sind oder nicht, das prüft in der Regel ein Claim Manager, eine Art Schiedsrichter für Nachforderungen.
Wenn es zu Abweichungen bei den vereinbarten Terminen, den Kosten oder zu erbringenden Leistungen auf einer Baustelle kommt, schlichtet ein sogenannter Claim Manager zwischen den jeweiligen Parteien.
Zoff auf der Baustelle

Wenn es zu Abweichungen bei den vereinbarten Terminen, den Kosten oder zu erbringenden Leistungen auf einer Baustelle kommt, schlichtet ein sogenannter Claim Manager zwischen den jeweiligen Parteien.

DüsseldorfJürgen H. Hahn liebt Verträge. Die können gar nicht lang genug sein. Je komplizierter ein Bau- oder Projektvorhaben, desto engagierter kniet sich Hahn in die Sache. Dabei hat er das nie studiert: „Ich bin kein Jurist, sondern Ingenieur für Elektrotechnik, habe aber Zusatzausbildungen in internationalem Vertrags- und Baurecht. Ich bin nicht als Berater geboren, sondern war viele Jahre im weltweiten industriellen Projektgeschäft als Projektleiter und Claim Manager tätig“, sagt Hahn, Leiter Beratung der Firma 11:55 PM Consultants.

Und was bedeutet nun dieser Begriff Claim Management? Das lässt sich an einem ganz einfachen Beispiel erläutern. Da will etwa jemand sein Haus außen streichen und anschließend den Garten neu gestalten lassen. Also bestellt er den Maler für Freitag und den Gärtner für Montag. Nun braucht der Maler aber viel länger als geplant, zum Beispiel weil er an einigen Stellen den Putz ausbessern muss, und schafft es bis zum Abend nicht, das ganze Haus anzustreichen. Also lässt er sein Gerüst stehen und verspricht, am Montagmorgen weiterzumachen.

Am selben Morgen steht aber auch der Gärtner auf der Matte, er soll ja den Garten aufhübschen. Wegen des Gerüsts kann er nicht anfangen und muss warten. Seinen Stundensatz will er natürlich trotzdem haben. Aber wer muss den bezahlen? Der Auftraggeber oder der Maler? Wer hat hier eine berechtigte Forderung, zu englisch „Claim“ (= Claim)?

Im richtigen Leben sind die Fälle und Projekte natürlich um einiges komplexer und komplizierter, sodass es schon solcher Fachleute wie Jürgen Hahn bedarf, um die Forderungen der Projektpartner genau zu prüfen. Meistens geht es, wie in dem Beispiel, um Abweichungen bei den vereinbarten Terminen, den Kosten oder zu erbringenden Leistungen. Viele Streitereien resultieren häufig auch aus der Tatsache, dass die Verträge und Dokumentationen zu ungenau und lückenhaft sind. „Ingenieure schreiben während der Projektabwicklung nicht die richtigen Briefe. Es wird technisch dokumentiert, aber kaum kaufmännisch und juristisch“, sagt Hahn.

Wo es 2030 in Deutschland noch teurer wird
Platz 15: Bremen
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In mehr als 80 Prozent der deutschen Großstädte haben sich die Preise für Wohnungen und Häuser in den vergangenen zehn Jahren nach oben entwickelt. Dazu hat vor allem die Urbanisierung beigetragen. Nach einer Auswertung der Postbank wird es in Bremen in Zukunft auch so weiter gehen. In den folgenden Städten wird es sogar noch teurer.

Bevölkerungsentwicklung inkl. Flüchtlingsprognose bis 2030*: + 0,48 Prozent
Bevölkerungsbedingte Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen bis 2030**: + 0,21 Prozent

* Annahme: Von 2015 bis 2030 migrieren 1 Million Flüchtlinge in die Bundesrepublik (Bleiberecht inkl. Familienzuzug); die Verteilung der Flüchtlinge auf die Bundesländer erfolgt
nach dem Königsteiner Schlüssel, innerhalb der Bundesländer nach Bevölkerungsanteilen.
* Prognostizierte Preisentwicklung auf Basis der angenommenen Bevölkerungsentwicklung inkl. Flüchtlingszuzug; Veränderungen des Verkaufspreises in Euro pro Quadratmeter.

Quelle: Postbank

Platz 14: Köln
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Auch in Köln werden die Preise steigen. Insgesamt werden sich in den kommenden 15 Jahren sich Städte und Regionen sehr unterschiedlich entwickeln: Weniger als die Hälfte der Städte werden noch wachsen, trotz Flüchtlingszuzug. Und: Die Bevölkerungsentwicklung einer Stadt und die Preise am Immobilienmarkt hängen eng zusammen, wie die Studie der Postbank zeigt.

Bevölkerungsentwicklung inkl. Flüchtlingsprognose: + 1,22 Prozent
Bevölkerungsbedingte Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen: + 3,38 Prozent

Platz 13: Leipzig
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In vielen Städten mildern neue Mitbürger, denen nach dem Asylverfahren ein Bleiberecht und damit eine Perspektive gewährt werden, den Bevölkerungsrückgang zumindest ab. Vor allem der Osten kann vom Zuzug durch Flüchtlinge profitieren, während er in prosperierenden Städten Engpässe auf dem Immobilienmarkt noch verstärken wird.

Bevölkerungsentwicklung inkl. Flüchtlingsprognose: + 1,38 Prozent
Bevölkerungsbedingte Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen: + 3,40 Prozent

Platz 12: Dresden
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Der Studie liegt die Annahme zugrunde, dass bis 2030 insgesamt etwa eine Million Menschen zuwandern – und der Zuzug damit etwa der Zahl der Flüchtlinge entspricht, die im Jahr 2015 ins Land kam. Die gegenwärtige Verteilung auf die Bundesländer nach dem Königsteiner Schlüssel wird fortgeschrieben, innerhalb der Länder wird eine Aufteilung auf Städte nach Bevölkerungsanteilen angenommen.

Bevölkerungsentwicklung inkl. Flüchtlingsprognose: + 1,57 Prozent
Bevölkerungsbedingte Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen: + 4,06 Prozent

Platz 11: München
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Grund für die erhöhte Wohnflächennachfrage in Städten wie München sind die steigende Anzahl von Haushalten, insbesondere Single-Haushalten, sowie der Wunsch nach mehr Wohnraum. „Der steigende Wohnflächenbedarf wird vor allem die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ankurbeln“, erklärt Postbank-Experte Dieter Pfeiffenberger.

Bevölkerungsentwicklung inkl. Flüchtlingsprognose: + 1,58 Prozent
Bevölkerungsbedingte Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen: + 4,39 Prozent

Platz 10: Aaachen
6 von 15

Die Preisstürze in den schrumpfenden Städten hingegen werden der Studie zufolge wahrscheinlich durch einen weiteren Trend abgemildert – nämlich durch die steigende Wohnflächennachfrage.

Bevölkerungs-entwicklung inkl. Flüchtlingsprognose: + 2,06 Prozent
Bevölkerungsbedingte Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen: + 6,33 Prozent

Platz 9: Düsseldorf
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In allen 36 untersuchten Städten sind die Immobiliengrößen pro Haushalt in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Wurde im Jahr 2005 noch auf 71,8 Quadratmetern gewohnt, sind es jetzt im Schnitt 73,3 Quadratmeter. Bis 2030 wird die Wohnflächennachfrage in drei Viertel der untersuchten Städte weiter steigen, prognostiziert die Studie.

Bevölkerungsentwicklung inkl. Flüchtlingsprognose: + 2,18 Prozent
Bevölkerungsbedingte Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen: + 6,74 Prozent

Und anschließend kochen die Emotionen bei den Beteiligten hoch: „Ein Claim ist ein kaufmännisches und ein juristisches Thema, aber gleichzeitig ein hochemotionales“, erklärt Hahn weiter. Zwischen den Zeilen kann man herauslesen, dass er da schon so Einiges erlebt hat. „An den Projekten unserer Kunden sind oft mehrere tausend Personen beteiligt. Schlechte Koordination führt zu Störungen des Bauablaufs und damit zu Claims.“

Gegründet wurde die Beratung 11:55 PM Consultants im Jahr 2002. Damals war das Nachtragsmanagement auf dem Bau schon gang und gäbe, nicht aber im industriellen Projektgeschäft beim Großanlagen- oder Sondermaschinenbau wie etwa Kraftwerksdiesel. Hier wurde Claim Management als „kundenvergraulend“ verschmäht.

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„Langjährige Kunden nennen uns die ‚Die Fünf-vor-Zwölfer‘“
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