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Consulting Coronakrise lässt den Beratermarkt schrumpfen

Der Branchenverband BDU rechnet für das laufende Jahr mit zweistelligem Umsatzrückgang. Je nach Zweig und Größe der Beratung zeigen sich aber Unterschiede.
20.04.2020 - 16:07 Uhr Kommentieren
Consulting: Coronakrise lässt den Beratermarkt schrumpfen Quelle: dpa
Flughafen Zürich

Branchen wie Luftfahrt und Touristik fallen gerade als Kunden für die Berater weg.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Coronakrise hat die deutschen Beratungsunternehmen voll erfasst. Das zeigt der aktuelle Geschäftsklimaindex der Branche, den der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) am Montag veröffentlichte. Danach bewerten die Consultingfirmen das Geschäftsklima derzeit so schlecht wie noch nie seit dem Start dieser Befragung vor 14 Jahren.

Schlimmer noch: Für die kommenden sechs Monate bewerten die Berater die Aussichten noch etwas schlechter als die aktuelle Lage. Während momentan noch viele Aufträge weiterlaufen, fürchtet die Branche ums Neugeschäft, das in einer schweren Konjunkturkrise deutlich geringer ausfallen dürfte. Neue Projekte seien momentan für viele Anbieter nur schwer zu akquirieren, sagt BDU-Präsident Ralf Strehlau

An der Umfrage des BDU nahmen mehr als 800 deutsche Beratungsfirmen im Zeitraum vom 7. bis 13. April 2020 teil. Die überwiegende Zahl der Befragten hat die Umsatzerwartungen für dieses Jahr bereits nach unten korrigiert. Der BDU geht auf dieser Basis davon aus, dass der gesamte Branchenumsatz 2020 um einen zweistelligen Wert schrumpfen wird. 2019 lag er bei 35,7 Milliarden Euro.

Für die erfolgsverwöhnten Berater ist das eine höchst ungewohnte Situation: Die Dienstleister wachsen seit zehn Jahren ungebrochen und hatten davor nur in der Finanzkrise einen kurzen Einbruch. Diese Entwicklung hat mit der Corona-Pandemie ein abruptes Ende gefunden.

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    Aus Sicht von Strehlau ist die Situation bedrohlicher als die Finanzkrise 2009, die mit staatlicher Hilfe recht schnell eingedämmt werden konnte. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Talsohle noch nicht erreicht ist“, sagt er mit Blick auf die weitere Entwicklung des Consultingmarktes.

    Grafik

    Aktuell sind vor allem die kleineren Beratungsunternehmen bereits stark betroffen, da viele Kunden Projekte etwa beim Personal absagen oder auf Eis legen, wie die Daten der BDU-Befragung zeigen. Die größeren Anbieter mit einem Umsatzvolumen von jährlich mehr als 50 Millionen Euro bewerten die aktuelle Lage hingegen noch als zufriedenstellend.

    Das liegt daran, dass viele große Beratungsprojekte etwa für die digitale Transformation noch keinen „Shutdown“ erfahren – sie werden aber zeitlich gestreckt. In diesen Projekten sind zumeist die größeren Strategieberatungen und IT-Spezialisten engagiert.

    Anders sieht es etwa bei den Personalberatungen aus, bei denen der Stillstand in weiten Teilen der Wirtschaft bereits deutlich Spuren hinterlässt. Trainings- und Coachingprojekte werden von den Kunden eingestellt, und auch bei der Suche nach neuen Führungskräften zeigen sie sich sehr zurückhaltend. Die in der Personalbranche wichtigen persönlichen Kontakte und Gespräche sind derzeit kaum möglich.

    Einige Branchen fallen komplett aus

    Das beste Geschäft machen derzeit noch die Sanierungs- und Restrukturierungsexperten. Viele der großen Unternehmensberatungen haben ihre Teams dafür ausgebaut. Aber auch in der Sanierungsberatung ist laut BDU kein Boom feststellbar, da viele Industriefirmen erst auf die staatlichen Hilfsmittel setzen, bevor sie sich an die Restrukturierung machen.

    Die größten Sorgen machen sich Beratungen über die Folgen der Coronakrise: Denn große neue Projekte unter Einbindung von Beratern werden in der Wirtschaft derzeit nur bedingt gestartet. Das liegt zum einen an der Vorsicht der Firmen und an dem fehlenden persönlichen Austausch mit den Consultants, den viele Kunden trotz aller Videokonferenz-Möglichkeiten bei neuen Großprojekten für unerlässlich halten.

    Handelsblatt Morning Briefing - Corona Spezial

    Dazu kommt, dass ganze Branchen wie die Luftfahrt und Touristik auf absehbare Zeit als Kunden für die Branche komplett ausfallen. Die Personalberatungen wiederum fürchten, dass in einer länger dauernden Konjunkturkrise neue Stellen auch im Führungskräfte-Segment nicht besetzt werden. In einer solchen Unsicherheitsphase sind auch Mitarbeiter viel weniger wechselbereit.

    Die Beratungen versuchen wie andere Firmen auch, ihre Mitarbeiter bestmöglich zu halten, und setzen auf Staatshilfe. 40 Prozent haben laut BDU Kurzarbeit beantragt, ein Drittel nimmt Soforthilfe in Anspruch.

    Mehr: McKinsey-Deutschlandchef: „Unternehmen sollten sich nicht einigeln“

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