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Coronavirus Das abrupte Saisonende trifft Italiens Skigebiete hart

Die Schneelage ist glänzend. Trotzdem steht das Wintersportgeschäft in den italienischen Alpen still. Für Gastronomen und Hotels ist das eine Katastrophe.
11.03.2020 - 10:34 Uhr Kommentieren
Der Wintersport ist überall südlich des Alpenhauptkamms beendet. Quelle: imago images/imagebroker
Sessellift in San Martino di Castrozza

Der Wintersport ist überall südlich des Alpenhauptkamms beendet.

(Foto: imago images/imagebroker)

München Schnee liegt noch in Hülle und Fülle, doch die Pisten bleiben leer: Wegen der Coronavirus-Epidemie endet die Wintersportsaison in Italien dieses Jahr ungewöhnlich früh. Normalerweise drängen sich die Skifahrer bis Anfang April, mancherorts sogar noch bis Mai an den Liften in den Dolomiten, in Südtirol oder im Aostatal. Dieses Jahr hörte der Spaß schon Anfang März auf.

Am Wochenende hatte die italienische Regierung die Lombardei und andere Gegenden in Norditalien zu Sperrzonen erklärt. Aus ihnen hinaus und in sie hinein darf man nur mit triftigen Gründen – zum Beispiel aus arbeitstechnischen oder gesundheitlichen Gründen, oder wenn man zu seinem Wohnort zurück will. Dazu muss man an Kontrollpunkten eine Selbsterklärung vorlegen.

Dies soll nun auch für alle anderen Regionen gelten. Am Dienstag weitete die Regierung die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus auf das ganze Land aus. Rund 60 Millionen Menschen können sich nicht mehr frei bewegen.

Das Land kämpft gegen eine rapide steigende Zahl von Infizierten und Toten durch die Covid-19-Lungenkrankheit. Mittlerweile haben sich fast 10.000 Menschen angesteckt, mehr als 460 sind gestorben. Die Krankenhäuser in den besonders betroffenen Zonen sind am Limit, Plätze in den Intensivstationen sind knapp.

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    Italien steht still, und damit auch sämtliche Bergbahnen im Norden des Landes. „Es tut uns unendlich leid, diese Entscheidung treffen zu müssen“, heißt es zum Beispiel bei Dolomiti Superski, einem der größten Skigebiete der Welt. Doch der Schritt sei nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Bereits gekaufte Skitickets würden erstattet.

    So wie in dem gewaltigen Liftverbund rund ums Grödnertal ist der Wintersport überall südlich des Alpenhauptkamms beendet. „Die Südtiroler Skigebiete zählen zu den beliebtesten im gesamten Alpengebiet. Wir sind uns daher bewusst, dass wir einen wichtigen Teil im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona beitragen können und müssen“, sagte Helmut Sartori vom Verband der Seilbahnunternehmer am Montag. Hotels und Pensionen würden den Gästen jedoch Ausweichtermine anbieten und Stornierungen kulant behandeln.

    Coronavirus: „Italien ist nicht mehr das Land, das es gestern war“

    Allerdings ist das frühe Ende der Wintersaison für Gastronomie und Hotellerie eine Katastrophe. „Viele unserer kleinen Familienbetriebe trifft die Krise und die vorzeitige Schließung hart“, so Leo Tiefenthaler, Obmann des Südtiroler Bauernbunds. Das Land hat daher bereits angekündigt, touristische Betriebe zu unterstützen.

    Deutsche können zwar theoretisch nach Italien reisen. Im gesamten Land aber sollen die Einwohner möglichst zu Hause bleiben, Fahrten in andere Orte sind nur eingeschränkt erlaubt.

    Das Virus sorgt auch für eine frühzeitige Sommerpause im alpinen Weltcup: Das Saisonfinale in Cortina d’Ampezzo in der kommenden Woche fällt ersatzlos aus. Vergangene Woche hatten die Veranstalter noch erwogen, die Rennen ohne Zuschauer auszutragen.

    Wirkt sich das Coronavirus auf die Skigebiete in Österreich aus?

    In den Skigebieten im angrenzenden Österreich verläuft die Saison bislang zwar weitgehend ungestört. Zumindest aus Italien aber werden keine Gäste mehr kommen. Am Dienstag verhängte Österreich einen Einreisestopp. „Wir machen Grenzkontrollen an den Grenzübergängen, eine Einreise ist nur mit gültigem Gesundheitszertifikat aus Italien möglich“, sagte Innenminister Karl Nehammer. Am Brenner ist damit faktisch Endstation für Italiener.

    Vorsichtig sein sollten die Skitouristen allerdings auch anderswo in den Alpen. Im populären Skiort Ischgl soll ein einziger infizierter Barkeeper 15 Leute angesteckt haben.

    Im Skigebiet von Zermatt und Cervina endet das Wintersportvergnügen derweil an der Grenze. Im Schweizer Teil dreht sich der Skizirkus ohne Einschränkungen, auf der italienischen Seite hingegen läuft nichts mehr.

    Ihre Zuversicht zumindest haben die Südtiroler nicht verloren. Das Skigebiet Schwemmalm im Ultental weiß schon, wann es wieder los geht: Die Liftbetreiber verweisen auf ihrer Homepage auf den Start der nächsten Saison am 5. Dezember.
    Mit Agenturmaterial

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