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Coronavirus Die Skigebiete machen reihenweise zu

Die Epidemie sorgt für ein frühes Ende der Wintersaison in Italien und Österreich. Auch in Deutschland stehen einige Bergbahnen bereits still.
13.03.2020 - 14:09 Uhr Kommentieren
Als erstes großes Skigebiet in Österreich schließt der Tiroler Ort seine Lifte. Quelle: obs
Ischgl

Als erstes großes Skigebiet in Österreich schließt der Tiroler Ort seine Lifte.

(Foto: obs)

München Ischgl ist für seine riesigen Frühjahrskonzerte oben am Berg in ganz Europa bekannt. Dieses Jahr aber wird es nichts mit der Party, die Auftritte von Sido und Eros Ramazotti fallen aus. Denn als erstes großes Skigebiet in Österreich schließt  der Tiroler Ort seine Lifte. Von morgen an stehen die Bahnen still. In dem populären Alpenort soll ein einziger mit dem Coronavirus infizierter Barkeeper 15 Leute angesteckt haben.

So wie in Ischgl, so endet auch in den anderen Skigebieten von Österreich die Saison weit früher als geplant. Am Sonntag dürfen die Sportler noch einmal auf die Pisten, dann ist auch in Vorarlberg, im Rest von Tirol, in Kärnten und im Land Salzburg Schluss. „Für uns steht die Gesundheit unserer Gäste, der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und der Vorarlberger Bevölkerung an erster Stelle“, sagte der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner. Der Landeshauptmann von Tirol, Günter Platter, sagte: „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber wir übernehmen Verantwortung für alle Tirolerinnen und für alle, die sich in Tirol aufhalten.“

In der vorigen Saison 2018/2019 hatte Tirol 6,2 Millionen Gäste, die rund zwei Milliarden Dollar für die Unterbringung ausgaben. Doch auch diese Einnahmen fallen jetzt weg: Denn am Montag schließen zudem Hotels, Pensionen und Gasthäuser. Damit finden auch zahllose Events nicht mehr statt, etwa das für dieses Wochenende geplante Electric Mountain Festival in Sölden. Am Hauser Kaibling ist ein Auftritt von DJ Ötzi abgesagt.

Bis zuletzt hatten sich die österreichischen Skigebiete geweigert, zuzusperren. Dabei hatte es einige Erkrankungen in den Ferienorten gegeben, etwa in Saalbach-Hinterglemm. Offenbar fürchteten die Betreiber, dass Saisonkartenbesitzer einen Ausgleich fordern, wenn sie ohne behördliche Anweisung schließen. Nun wurde den Firmen die Entscheidung von der Politik abgenommen.

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    Deutsche Skigebiete bereiten sich auf den Ernstfall vor

    In Deutschland machen die ersten Gebiete ebenfalls dicht. Die Bahnen in Oberstdorf, es grenzt an Österreich, sind nur noch bis Sonntag offen; im Bayerischen Wald ist ebenfalls Schluss mit Skifahren auf den Pisten.

    In Tschechien und der Slowakei sind die Skigebiete auch geschlossen, genauso wie alle Sportstätten. Ohnehin dürfen Touristen nicht mehr einreisen, die beiden Staaten schotten sich weitgehend ab.

    Die Ausbreitung des Virus bringt das Gastgewerbe derweil in schwere Nöte. Viele Hoteliers im Wintersportland Schweiz kämpfen mit massiven Umsatzeinbrüchen. Der Branchenverband  Hotellerie Suisse  hat seine Mitglieder befragt, das Ergebnis ist ernüchternd. Die Unternehmer rechnen mit einem Umsatzeinbruch von 45 Prozent im März und April. In Praktisch allen Häuser seien die Buchungen massiv zurück gegangen. Die Branche fordert daher Erleichterungen bei der Kurzarbeit und Sofortmaßnahmen bei Liquiditätshilfen wie unbürokratische zinslose Darlehen, damit der Schock abgefedert werden kann.

    Italienische Skigebiete in Nöten

    Italien steht schon seit Tagen still, und damit auch sämtliche Bergbahnen im Norden des Landes. „Es tut uns unendlich leid, diese Entscheidung treffen zu müssen“, hieß es bereits zum  Wochenbeginn bei Dolomiti Superski, einem der größten Skigebiete der Welt. Doch der Schritt sei nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus‘ einzudämmen. Bereits gekaufte Skitickets würden erstattet.

    So wie in dem gewaltigen Liftverbund rund ums Grödnertal, so ist der Wintersport schon seit dieser Woche überall südlich des Alpenhauptkamms beendet. „Die Südtiroler Skigebiete zählen zu den beliebtesten im gesamten Alpengebiet. Wir sind uns daher bewusst, dass wir einen wichtigen Teil im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona beitragen können und müssen“, sagte Helmut Sartori vom Verband der Seilbahnunternehmer am Montag. Hotels und Pensionen würden den Gästen jedoch Ausweichtermine anbieten und Stornierungen kulant behandeln.

    Allerdings ist das frühe Ende der Wintersaison für Gastronomie und Hotellerie in Südtirol eine Katastrophe. „Viele unserer kleinen Familienbetriebe trifft die Krise und die vorzeitige Schließung hart“, so Leo Tiefenthaler, Obmann des Südtiroler Bauernbunds. Das Land hat daher bereits angekündigt, touristische Betriebe zu unterstützen.

    Das Virus sorgt auch für eine frühzeitige Sommerpause im alpinen Weltcup: Das Saisonfinale in Cortina d’Ampezzo in der kommenden Woche war schon ersatzlos gestrichen worden, am Mittwoch und Donnerstag sagte der Skiverband nun auch die Rennen davor ab: den Wettbewerb der Frauen in Are in Schweden den der Herren in Kranjska Gora. Vergangene Woche hatten die Veranstalter noch erwogen, die Wettbewerbe ohne Zuschauer auszutragen. Auch die Abschlussveranstaltung der Ski-Langläufer im kanadischen Canmore nächste Woche wird nicht stattfinden. An diesem Wochenende werden  Langläufer letztmals in Quebec auf die Loipen gehen.

    Ihre Zuversicht zumindest haben die Südtiroler nicht verloren. Das Skigebiet Schwemmalm im Ultental weiß schon, wann es wieder los geht: Die Liftbetreiber verweisen auf ihrer Homepage auf den Start der nächsten Saison am 5. Dezember.

    Mehr: Das abrupte Saisonende trifft Italiens Skigebiete hart

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