Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dara Khosrowshahi Trennung von autonomer Fahrtechnik: Der Uber-Chef trifft die nächste harte Entscheidung

Dara Khosrowshahi liebt es geradezu, schwierige Entscheidungen zu fällen. Jetzt wagt er mit dem Verkauf der Sparte für autonome Fahrtechnik einen kostspieligen Schritt.
08.12.2020 - 17:32 Uhr Kommentieren
Der Uber-Chef tauscht die Sparte für autonome Fahrtechnik plus 400 Millionen Dollar ein – für einen 26-prozentigen Anteil an Aurora. Quelle: Uber
Dara Khosrowshahi

Der Uber-Chef tauscht die Sparte für autonome Fahrtechnik plus 400 Millionen Dollar ein – für einen 26-prozentigen Anteil an Aurora.

(Foto: Uber)

Düsseldorf Seitdem Dara Khosrowshahi Chef des Fahrdienstes Uber ist, jagt eine Entscheidung die nächste. Börsengang, Verkauf des Fahrraddienstes Jump und jetzt der Advanced Technologies Group (ATG), die sich um das autonome Fahren kümmerte.

„Ich kann knallhart sein und ich mag es, Entscheidungen zu fällen“, sagte der 51-Jährige vor einiger Zeit. „Winston Churchill sagte einmal: Ich habe keine Angst vor Aktion, nur vor Nicht-Aktionen. Ich denke genauso.“

Die Härte braucht der Vorstandschef auch. Autonome Fahrtechnik gehörte lange Zeit zum Kerngeschäft von Uber. Der Gründer Travis Kalanick baute die ATG-Sparte mit Sitz in Pittsburgh auf, investierte viel Geld und kluge Köpfe – immerhin 1200 Mitarbeiter waren dort tätig. Aber die Zeiten habe sich geändert. Ein tödlicher Unfall 2018 einer Passantin mit einem Uber-Robotertaxi sorgte weltweit für Schlagzeilen. ATG schrieb hohe Verluste und erzielte bescheidene Gewinne.

Jetzt tauscht Uber ATG plus 400 Millionen Dollar ein – für einen 26-prozentigen Anteil an Aurora, ein in autonomer Fahrtechnik führendes Start-up. „Die Wall Street will keine roten Zahlen mehr bei Uber sehen“, lobte Dan Ives, Analyst von Wedbush Securities, den Verkauf.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Es ist trotzdem ein schwieriger Schritt für Uber. ATG war eine heilige Kuh im Unternehmen. Das investierte von 2017 bis 2019 insgesamt 2,6 Milliarden Dollar in ATG und andere technologische Programme.

    Aber Schwierigkeiten ist Khosrowshahi gewöhnt. Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2017 erzählte er in seiner Ansprache vor Mitarbeitern von seiner Familie, die vor der iranischen Revolution in die Vereinigten Staaten geflohen war: „Sie haben alles verloren.“ Sein Vater landete im Gefängnis, als er in den Iran zurückkehrte, um sich um seinen kranken Vater zu kümmern.

    Khosrowshahi machte als Investmentbanker Karriere an der Wall Street. Durch seine Analyse wurde der in den Vereinigten Staaten legendäre Medienmanager Barry Diller auf ihn aufmerksam, der ihn in seinen Medienkonzern IAC holte und 2005 zum Chef von Expedia machte. Die Reiseplattform kämpfte eine Zeit lang mit Schwierigkeiten, aber Khosrowshahi schaffte den Turnaround und übernahm 2015 erfolgreich zwei Konkurrenten.

    Khosrowshahi sorgte bei Uber für Ruhe

    Expedia und Uber gleichen sich in einigen Teilen. Beide verstehen sich als Technologie-Plattform, die eine Dienstleistung zwischen Kunden und Anbietern vermitteln. Allerdings sorgte Uber dabei weltweit für viel mehr Kontroversen, geriet mit Taxiunternehmen und Regierungen in Konflikt. Mit seiner selbstironischen und ruhigen Art sorgte Khosrowshahi besser als der aufbrausende Kalanick für Ruhe.

    Auf Twitter veröffentlicht Khosrowshahi gerne Fotos von sich und seinen Kindern, allesamt für Halloween verkleidet. Vor einigen Jahren verkleidete er sich zusammen mit dem Finanzchef von Expedia, Mark Okerstrom, als Ketchup- und Senfflasche. Unter das Foto schrieb er: „Chief Condiment Officers“, was sich als Gewürzchefs übersetzen lässt.

    Khosrowshahi kam mit neun Jahren in die Vereinigten Staaten. Er und seine Familie standen dabei vor dem Nichts. Im Iran hatten sie zahlreiche Fabriken für Medikamente und Lebensmittel besessen, mit denen sie westliche Produkte wie das Waschmittel Ariel oder Getränke der Marke Tang für den Mittleren Osten herstellten.

    In Tarrytown, einer kleinen Stadt in der Nähe von New York, mussten sie sich ein neues Leben aufbauen. Khosrowshahi erinnert sich noch gut an seine Gefühle, er war voller Angst und Begeisterung zugleich. Aber ganz so schlimm war es dann doch nicht: „Wir dachten, die USA sind cool, es gab 35 Fernsehkanäle, der Traum eines jeden aus dem Mittleren Osten.“

    Mehr: Das autonome Fahren bleibt nach Ubers Rückzug vorerst ein Zukunftstraum

    Startseite
    Mehr zu: Dara Khosrowshahi - Trennung von autonomer Fahrtechnik: Der Uber-Chef trifft die nächste harte Entscheidung
    0 Kommentare zu "Dara Khosrowshahi: Trennung von autonomer Fahrtechnik: Der Uber-Chef trifft die nächste harte Entscheidung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%