Decathlon-Offenisve Franzosen mischen den Sporthandel auf

Vor allem kleine Einzelkämpfer unter den Sportartikelläden haben es schwer, wenn ihnen ein Branchenschwergewicht wie das französische Unternehmen Decathlon Konkurrenz macht. Und das könnte künftig an mehr Orten so sein.
Der französische Sportartikelhersteller Decathlon will auf dem deutschen Markt expandieren. Quelle: dpa
Decathlon-Filiale

Der französische Sportartikelhersteller Decathlon will auf dem deutschen Markt expandieren.

(Foto: dpa)

EssenBereits heute ist das Geschäft mit Sportartikeln unter Druck – nun drängt auch der französische Branchenriese Decathlon verstärkt nach Deutschland. „Generell ist der deutsche Markt aktuell der interessanteste Markt in ganz Europa, in welchem wir daher auch viel Potenzial sehen“, kündigte der Sprecher der Unternehmensentwicklung von Decathlon Deutschland, Ludger Niemann, an. Vom Campinghocker für 5,99 Euro bis zum Windsurfboard für 698,99 Euro ist das weitgehend auf zumeist günstige Eigenmarken spezialisierte Unternehmen bereits an 34 deutschen Standorten aktiv.

Mit einem weltweiten Umsatz von 9,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und rund 1.000 Filialen zählt der Hersteller und Händler von Sportartikeln bereits heute zu den Schwergewichten der Branche. Genaue Zahlen für das deutsche Geschäft nennt Decathlon nicht – auch nicht für die Zahl der geplanten Neueröffnungen. In Dortmund entsteht derzeit ein neues Logistik-Center, von dem aus die Läden und der Onlineshop künftig mit Ware versorgt werden sollen.

Das französische Unternehmen agiere „ziemlich brutal“ im unteren Preissegment, beklagt etwa Werner Haizmann, Präsident des Verbands Deutscher Sportfachhandel. „Die greifen überall an“, so beschreibt Haizmann die Strategie des Mitbewerbers. Jahrelange Versuche der örtlichen Händler sich gegen die oft großräumigen Läden zu wehren seien gescheitert.

„Die Sportbranche ist sehr wettbewerbsintensiv“, berichtet auch Galeria Kaufhof-Sprecher Steffen Kern. Statt auf eigene Sporthäuser will das Warenhausunternehmen künftig verstärkt auf das Geschäft mit Outlets setzen. Vier Sporthäuser in Frankfurt, Wiesbaden, Heidelberg und Stuttgart sollen im kommenden Jahr umgewandelt werden, weitere sollen gegebenenfalls folgen. Sportartikel sollen künftig in das Sortiment des Warenhauses aufgenommen werden.

Was Outdoor-Fans begeistert
Ein Skitourenstock mit Sicherheitsbindung
1 von 10

Der schwäbische Stockspezialist Leki hat seine von den Pisten bekannte Technik „Trigger“ jetzt auch für Tourenstöcke angepasst. Das Prinzip ist auch jenseits der präparierten Abfahrten dasselbe: Die Sportler klinken sich mit einer kleinen Schlaufe am Stock ein, beim Sturz löst die Mechanik aus und der Handschuh löst sich.

Mehr zur Ispo lesen Sie hier.

Schneestock
2 von 10

Skitouren werden immer beliebter, daher verspricht sich Leki gute Umsätze vom „TriggerSVertical“ genannten Stock. Auch für Fans von Schneeschuh-Touren ist der Stock eine gute Wahl.

Auf einem Rad durch die Welt
3 von 10

Eine ganz eigene Interpretation des Einrads hat das amerikanische Start-up Rideonewheel entwickelt. Das Board wird durch einen Radnabenmotor angetrieben. Den wiederum hat die Firma in einen Gokart-Reifen eingebaut. Elf Kilometer soll die Batterie durchhalten, bei nur 20 Minuten Ladezeit. Gesteuert wird das Einrad per Gewichtsverlagerung, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 24 Kilometern in der Stunde. Der Preis allerdings ist happig: 1499 Dollar.

Das beste Start-up der Ispo stammt aus München
4 von 10

Icaros hat mit seinem neuartigen Trainingssystem den Brand-New-Award gewonnen. Die Bayern kombinieren ein Trainingsgerät mit einer Virtual-Reality-Brille. So können Sportler durch künstliche Welten schweben und gleichzeitig die Muskeln stärken – schweißtreibend, wie der Preis: 7500 Euro.

Auch Handwerkszeug lässt sich noch verbessern
5 von 10

Das amerikanische Start-up Dmos-Collective hat auf der Ispo einen Preis eingeheimst für seine neue Schneeschaufel. Mit dem nur anderthalb Kilo schweren Gerät sollen Snowboarder ihre Schanzen deutlich einfacher zusammen bekommen als bisher.

Cobi
6 von 10

Das elektronische Cockpit fürs Fahrrad mit mehr als 100 Features zeigt das Frankfurter Start-up Cobi. Die ersten Geräte sollen demnächst in die Läden kommen, gerade hat die Firma noch einmal gut sechs Millionen Euro von Finanzinvestoren eingesammelt. Das System wird in der Basisversion für Elektrobikes gut 180 Euro kosten. Mit Vorder- und Rücklicht schlägt das Paket mit mindestens 259 Euro zu Buche.

Wo ist die nächste Steckdose?
7 von 10

Für Sportler inzwischen angesichts der vielen elektronischen Geräte eine relevante Frage. Wer unterwegs ist, der kann jetzt – statt das nächste Café zu suchen – den Biolite Camp-Stove anwerfen, einen wahren Alleskönner. Der Ofen verbrennt rauchfrei Holz, erzeugt damit Strom, lässt sich aber auch zum Kochen verwenden. Der Preis: rund 150 Euro.

Vor allem Einzelkämpfer unter den stationären Anbietern von Sportartikeln hätten es dagegen schwer, berichtet Hansjürgen Heinick, Senior Consultant am IFH Köln. Einzelne Spezialisten können aber durchaus von angesagten Trends profitieren, wie etwa Anbieter von Spezialartikeln wie Longboards, so der Handelsexperte.

Heinick beziffert den Gesamtmarkt für Sportartikel in Deutschland im vergangenen Jahr im engeren Sinne auf rund sechs Milliarden Euro. Wenn etwa Zubehör wie Mützen, Schals, Badebekleidung oder Wäsche mit einbezogen werde, könne sich auch ein deutlich höherer Wert ergeben. Mit einem Plus um 5,7 Prozent habe das Wachstum des Sportartikelmarkts im vergangenen Jahr zudem deutlich über den Zuwächsen im Schuh- und Textilhandel gelegen. Besonders gefragt seien Sportschuhe gewesen.

„Es wird jedoch nicht wahnsinnig mehr Sport betrieben“, so der Experte. Hintergrund sei vielmehr eine „Casualisierung des Alltags“. Sportmode werde etwa öfter im Büro getragen. Vor allem der Onlinehandel habe 2015 wieder stark von dem Trend profitieren können.

Bei den Kunden von Sportartikeln sei in Deutschland die Orientierung an großen Marken immer noch ziemlich stark ausgeprägt. Wenn es dann jedoch um das Sporttreiben im Alltag gehe, spiele die Marke dann doch nicht immer mehr die große Rolle, sagt Heinick. Dann könne die Funktionsbekleidung auch vom Discounter oder von anderen Anbietern kommen.

  • dpa
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%