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DZI-Chef Wilke "Nur wenige haben die Kapazitäten, bei Ebola zu helfen"

Warum die Deutschen so wenig Spenden, wem man sein Geld geben sollte und wieso eine Ice-Bucket-Challenge für Ebola nicht sinnvoll wäre, erklärt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Zentralinstituts für Soziale Fragen.
04.10.2014 - 17:57 Uhr Kommentieren
Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI). Quelle: DZI.

Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI).

Quelle: DZI.

Am häufigsten hört man vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) um die Weihnachtszeit. Zur Hochzeit des Spendenaufkommens in Deutschland fragen sich viele Menschen, wem sie ihr Geld anvertrauen können. Gut beraten ist, wer dann auf das DZI-Spendensiegel schaut. Das bekommen nur solche Organisationen, die zum Beispiel nachgewiesenermaßen nur einen geringen Teil der Spenden für die Verwaltung verwenden. Auch in diesen Zeiten ist das Institut wieder gefragt, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des DZI.

Die Deutschen haben bisher ungewöhnlich wenig für Ebola gespendet. Dabei wächst die Zahl der Opfer täglich. Warum spenden die Deutschen so wenig?
Wir sehen durchaus ein Interesse der Spender und haben vermehrt Anfragen zu Ebola. Es gibt aber gerade eine ungewöhnlich hohe Häufung von Krisenherden, für die um Spenden gebeten wird: Nord-Irak, Gaza-Streifen ist auch immer noch ein Thema, im Sudan drohen ab Herbst große Hungersnöte. Ein anderer Grund ist, dass Ebola schwer zu bekämpfen ist. Diese Krankheit stellt sowohl die Helfer als auch die Spender vor große Herausforderungen. Wir beobachten, dass viele Spender nicht wissen, wo ihr Geld am besten aufgehoben ist. Die Situation ist verwirrend für sie.

Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?
Es gibt dazu bisher keine Statistiken, aber ich vermute, dass die Spendenbereitschaft in anderen Ländern nicht anders aussieht.

Ist es nicht an der Zeit, dass die Hilfsorganisationen stärker zum Spenden aufrufen? Viele Organisationen wie etwa Unicef engagieren Prominente, um für die Sache mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Wäre eine Ice Bucket Challenge für Ebola denkbar?
Wir beobachten tatsächlich, dass bisher nur begrenzt zum Spenden aufgerufen wird. Ich würde die Organisationen aber nicht dazu aufrufen, mehr Werbung zu machen. Denn wir sehen die aktuelle Zurückhaltung eher als Ausdruck dessen, dass sich die Organisationen zuerst damit befassen, was sie im Kampf gegen Ebola überhaupt leisten können. Und das ist auch sinnvoll, denn nur wenige Organisationen haben die Kapazitäten, bei Ebola zu helfen. Ich denke aber, dass die Spendenaufrufe für Ebola mit fortschreitender Planungssicherheit in den nächsten Monaten mehr werden und dann auch die Spenden entsprechend zunehmen.

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    Wo sind Spenden gut aufgehoben?
    Man sollte sein Geld nur einer Organisation spenden, die sich mit dieser Art der Hilfe auskennt und auch sonst ihre Seriosität schon bewiesen hat. Wir haben auf unserer Internetseite konkrete NGOs mit DZI Spenden-Siegel aufgelistet, die wir für Ebola-Spenden empfehlen.

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