Easyjet Pfund-Absturz und Ölpreis belasten Billigflieger

Easyjet hat seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal um 7,2 Prozent gesteigert. Trotzdem belastet die Pfund-Schwäche den Billigflieger stärker als zuvor. Auch der angezogene Ölpreis drückt auf das Ergebnis.
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Der britische Billigflieger beförderte in den drei Monaten bis Ende Dezember 17,4 Millionen Passagiere. Quelle: Reuters
Easyjet

Der britische Billigflieger beförderte in den drei Monaten bis Ende Dezember 17,4 Millionen Passagiere.

(Foto: Reuters)

LutonDer britische Billigflieger Eaysjet hat im ersten Quartal dank steigender Passagierzahlen mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse kletterten um 7,2 Prozent auf 997 Millionen britische Pfund (1,16 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. In den drei Monaten bis Ende Dezember beförderte Easyjet 17,4 Millionen Passagiere – ein Plus von 8,2 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr planen die Briten, ihre Kapazitäten um neun Prozent zu erhöhen. Aussagen zum Gewinnziel machte das Unternehmen nicht.

Easyjet habe solide Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt, sagte Unternehmenschefin Carolyn McCall laut Pressemitteilung. Umsatz, Kosten und Passagierzahlen hätten trotz der Herausforderungen wie etwa bei den Ticketpreisen im Rahmen der Erwartungen gelegen. Allerdings belaste die Pfund-Schwäche stärker als zuvor angenommen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten Währungseffekte die Fluggesellschaft 112 Millionen Pfund gekostet.

Zudem drücke der wieder angezogene Ölpreis das Ergebnis. Die Briten hoben deshalb die erwarteten Belastungen beim Vorsteuerergebnis im Geschäftsjahr 2016/17 um mehr als 16 Prozent auf umgerechnet 120 Millionen Euro an und verschreckten damit die Anleger an der Börse. Easyjet-Aktien brachen um rund neun Prozent ein.

Nach einer Phase besonders günstiger Kerosinpreise sind die Treibstoffkosten mittlerweile wieder angezogen. Zugleich hat das Pfund seit der Anti-EU-Entscheidung in Großbritannien im Juni gegenüber dem Dollar rund 17 Prozent an Wert verloren. Da der Treibstoff in Dollar abgerechnet wird, müssen die Briten nun deutlich mehr bezahlen.

Die unsichersten Airlines der Welt
Die unsichersten Airlines der Welt
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Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab. Wir zeigen, welche 20 Airlines im Ranking die hinteren Plätze belegen.

Platz 41 – American Airlines (USA)
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Eine der größten Fluggesellschaften der Welt und in der Rangliste relativ weit hinten: American Airlines findet sich mit dem Jacdec-Index von 0,139 (ein niedriger Wert bedeutet höhere Sicherheit) auf Platz 41. Die Airline fusionierte zuletzt mit US Airways und behielt ihren Namen bei. American ist seit sieben Jahren unfallfrei. Doch erst 2001 gab es einen Absturz: Ein Airbus A300 stürzte mitten im New Yorker Stadtteil Queens ab, alle 260 Insassen starben.

Platz 42 – Air China (China)
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Mit dem Startjahr 1988 ist Air China eine der jüngeren Fluggesellschaften in der Rangliste, hat aber bereits zwei Flugzeugverluste erlitten. 2002 starben 129 Passagiere bei einem Absturz. Der Index liegt bei 0,142.

Platz 43 – Alaska Airlines (USA)
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Im September 2011 wurde Alaska Airlines zu einer Geldstrafe von 590.000 US-Dollar (568.000 Euro) verurteilt, nachdem es bei der Wartung einer Boeing 737 zu Regelverletzungen kam – und Jahre später ein Feuer ausbrach. Die letzte große Katastrophe liegt mittlerweile 16 Jahre zurück: Im Jahr 2000 stürzte eine Maschine in den Pazifik. Obwohl die Airline eher unbekannt ist, gilt sie als zukunftsgerichtet: Alaska Airlines war eine der ersten Fluggesellschaften, die Flugscheine und das Check-in über das Internet anbot. Der Index liegt bei 0,163.

Platz 44 – China Southern Airlines (China)
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Die größte Fluggesellschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Welt gehört zu den unsichersten Airlines der Welt. Das letzte tödliche Unglück geschah am 8. Mai 1997. Den Piloten des Flugs 3456 misslang bei schwerem Gewitter der erste Landungsversuch in Shenzhen. Bei einem zweiten schoss die Maschine aufgrund des durch den ersten Landeversuch beschädigten Fahrwerks über die Landebahn hinaus. 35 Menschen kamen dabei ums Leben. Index 0,193 – macht Platz 44.

Platz 45 – Thai Airways International (Thailand)
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Die staatliche Fluggesellschaft Thailands war 2012 noch unter den „Top 10“ der unsichersten Airlines. Langsam arbeitet sie sich in sicherere Gefilde. Der letzte große Unfall datiert zwar auf das Jahr 1998, doch kleine Pannen sorgen für eine schlechte Sicherheitsnote. Zum Beispiel kam im September 2013 ein Flugzeug bei der Landung am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi von der Landebahn ab – es wurden mehrere Personen verletzt. Der Index für 2016 liegt daher bei 0,216.

Platz 46 – Asiana Airlines (Südkorea)
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Die Südkoreaner mussten in den vergangenen Jahren schwere Zwischenfälle melden. 2013 verunglückte eine Boeing beim Landeanflug auf den Flughafen von San Francisco. Die Maschine setzte vor der Landebahn auf und kam schwer beschädigt auf dem Rollfeld zum Stehen. Drei Personen wurden getötet und 181 Menschen verletzt. 2015 streifte ein Flugzeug beim Landeanflug auf Hiroshima eine Antenne – viele Passagiere wurden verletzt. Das beschert der Airline eine schlechtere Platzierung im Sicherheitsranking (Index 0,241). Drei Flugzeugverluste stehen in der Jacdec-Statistik.

Vor der Gewinnwarnung am Dienstag hatten Analysten bereits für das bis September laufende Geschäftsjahr mit einem um 16 Prozent niedrigeren Vorsteuerergebnis von umgerechnet rund 480 Millionen Euro gerechnet. Schon im vergangenen Jahr hatte der Pfund-Verfall zum ersten Gewinnrückgang des Unternehmens seit 2009 geführt.

Angesichts des anhaltenden Preiskampfs am Markt rechnet Easyjet zudem im ersten Geschäftshalbjahr mit einem Verfall bei den Ticketraten im hohen einstelligen Prozentbereich. Das Management versucht mit Einsparungen gegenzusteuern.

  • dpa
  • rtr
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