Elektroauto Kraftfahrtbundesamt überprüft Streetscooter der Post wegen giftiger Schwermetalle

Ein Ladegerät des Elektro-Transporters soll Cadmium enthalten. Die Post weist die Vorwürfe zurück und verlässt sich auf die Angaben der Zulieferer.
Update: 10.08.2018 - 18:55 Uhr Kommentieren
Die Elektrofahrzeuge der Deutschen Post sollen Bauteile mit hohem Bleigehalt enthalten. Quelle: dpa
Streetscooter

Die Elektrofahrzeuge der Deutschen Post sollen Bauteile mit hohem Bleigehalt enthalten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Kraftfahrtbundesamt (KBA) geht Berichten über einen hohen Gehalt an giftigen Schwermetallen im elektrischen Streetscooter der Deutschen Post nach. Nach einem Bauteil mit hohem Bleigehalt soll die Behörde einem Bericht des „Spiegel“ zufolge auch auf ein Ladegerät gestoßen sein, das giftiges Cadmium enthält. Die Konzentration des Schwermetalls sei so hoch, dass eine normale Typgenehmigung des Streetscooters nicht möglich sei.

Bislang habe die Post nur die Zulassung einer sogenannten Kleinserie mit 2000 Scootern beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veranlasst. Verschiedene Bundesländer hätten zudem Einzelgenehmigungen erteilt. In beiden Verfahren müsse der Hersteller nicht nachweisen, dass keine unzulässigen Schwermetalle verbaut sind.

Die Thematik sei bekannt, teilte das Kraftfahrtbundesamt am Freitag mit, die Behörde gehe dem nach. Zu den konkreten Vorwürfen machte das KBA keine Angaben.

Die Post hingegen wies die Berichte zurück: Die gesetzlichen Anforderungen aus der Richtlinie für Altfahrzeuge und damit die Grenzwerte etwa für Cadmium würden eingehalten, hieß es. „Dabei verlassen wir uns für einzelne Bauteile natürlich auf die Angaben unserer Zulieferer.“ Sollten entsprechende Hinweise vorliegen, dass gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen wurde, würde der Konzern umgehend entsprechende Maßnahmen zur Veränderung veranlassen.

Der „Spiegel“ berichtet außerdem, dass es sich bei dem cadmiumhaltigen Ladegerät um das gleiche Bauteil handele, das auch in 124.000 Elektroautos aus dem VW-Konzern verbaut sei. Diese müssen wegen Cadmium in Ladegeräten womöglich zurückgerufen werden.

Geschäftssparte wirft keinen Gewinn ab

Den Elektroscooter stelle die Deutsche Post 2012 vor. Er bescherte dem Konzern eine rasante Wachstumsgeschichte und gilt als Aushängeschild der Post. Im Dezember 2014 sicherte sich das Unternehmen dann alle Anteile an der Streetscooter GmbH.

Derzeit produziert die Post rund 20.000 der vollelektrischen Fahrzeuge im Jahr – die meisten für den eigenen Bedarf. Mehr als 6.000 der gelben Scooter fahren mittlerweile für die Post durch Deutschland. Zunehmend werden die Postautos allerdings auch an Drittkunden wie die britische Firma Milk & More verkauft.

Erst Anfang Juni konnte die Post einen weiteren Großkunden für ihre elektrischen Scooter gewinnen: Westnetz, die Tochter des Energiekonzerns Innogy, will bis 2020 rund 300 Transporter erwerben.

Gewinn wirft die Geschäftssparte „Corporate Incubations“, in der unter anderem die Streetscooter entwickelt werden, allerdings noch nicht ab: Für das laufende Jahr rechnet die Post beim Ergebnis (Ebit) mit einem Minus von 70 Millionen Euro.

Für die Zukunft ihres Elektro-Transporters lässt sich die Post von einer Investmentbank Optionen erstellen. Mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters Mitte Juli, dass Goldman Sachs für den Bonner Konzern arbeite. Die Bank arbeite Modelle aus, die voraussichtlich von Partnerschaften bis hin zu einem Börsengang reichen würden.

  • hast
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