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EU-Austritt Das ändert sich durch den Brexit für Exporteure – zehn Fragen und Antworten

Seit dem Jahreswechsel ist Großbritannien nicht mehr Teil des EU-Binnenmarktes. Die wichtigsten Änderungen für Exporteure in der Übersicht.
18.01.2021 - 19:25 Uhr Kommentieren
Seit dem Jahreswechsel ist der Handel über den Ärmelkanal komplizierter geworden. Quelle: dpa
Warenkontrolle im Lebensmittelhandel

Seit dem Jahreswechsel ist der Handel über den Ärmelkanal komplizierter geworden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Brexit hat weitreichende Konsequenzen für den Warenverkehr zwischen Großbritannien und der EU. Exporteure müssen sich von nun an vor allem auf mehr Bürokratie einstellen: Seit dem Jahreswechsel gelten unter anderem neue Regeln für Lebensmittelexporte, Zölle und die Besteuerung von Waren. Auch bei den Zertifikaten zur Gerätesicherheit und zu Verpackungsregeln müssen Exporteure mittelfristig einige Punkte beachten.

Es folgt eine Übersicht zu den wichtigsten Änderungen:

1. Dürfen Lebensmittel aus Großbritannien in die EU eingeführt werden?

Seit dem Jahreswechsel ist das ausschließlich dann erlaubt, wenn eine Voranmeldung und ein Gesundheitsnachweis vorliegen. Dies gilt für tierische Produkte, Obst, Gemüse, Fisch, Honig, Milchprodukte und Pflanzen. Der Exporteur muss die Dokumente in seinem Heimatland beantragen und dem Importeur vorlegen. Achtung: Die strengen Vorschriften gelten auch für den Proviant von Reisenden.

2. Gilt dasselbe auch für Lebensmittelexporte aus der EU nach Großbritannien?

Erst ab April 2021. Bis dahin gewährt Großbritannien, um die eigene Versorgungslage nicht zu gefährden, eine Übergangsfrist. Allerdings gelten seit dem Jahreswechsel auch dort die strengeren Vorschriften für „riskante Lebensmittel“ wie frischen Fisch oder Innereien.

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    3. Werden Zölle im Handel zwischen Großbritannien und der EU fällig?

    Der am 24. Dezember abgeschlossene Deal garantiert im Grundsatz Zollfreiheit. Aber: Dies gilt nur für Artikel, die „überwiegend“ in der EU beziehungsweise in Großbritannien gefertigt wurden. Für Importe aus anderen Drittstaaten – etwa Jeans aus Bangladesch, die über Großbritannien in die EU eingeführt werden – gilt der übliche Zolltarif. Die jeweilige Höhe kann im Internet in der Zolltabelle „Taric“ eingesehen werden.

    Die Fruchtgummi-Marke „Percy Pig“ wird von der britischen Kaufhauskette Marks and Spencer vertrieben und von Katjes in Deutschland hergestellt. Quelle: Reuters
    Neuerdings ein Fall für den Zoll

    Die Fruchtgummi-Marke „Percy Pig“ wird von der britischen Kaufhauskette Marks and Spencer vertrieben und von Katjes in Deutschland hergestellt.

    (Foto: Reuters)


    4. Wird eine Zollanmeldung auch für Artikel benötigt, die überwiegend in der EU beziehungsweise in Großbritannien hergestellt wurden?

    Ja. Selbst für zollfreie Artikel ist seit dem Jahreswechsel eine Zollanmeldung erforderlich.

    5. Weshalb tun sich britische Exporteure aktuell so schwer, Waren in die EU zu liefern?

    Weil ihre „Economic Operators’ Registration and Identification“, die sogenannte EORI-Nummer, zum Jahreswechsel erloschen ist. Die europäische Zollnummer erlaubt es, Wirtschaftsbeteiligte im Warenverkehr eindeutig zu identifizieren. Britische Unternehmen müssen sich nun eine neue Nummer besorgen. Weil sie aber bis zum Jahreswechsel nur eine Nummer besitzen durften, und zwar die alte, laufen sie nun in eine Zeitfalle.

    6. Was ist bei der Umsatzsteuer zu beachten?

    Bei Exporten wird seit dem Jahreswechsel jeweils die Umsatzsteuer jenseits des Ärmelkanals fällig, die in Großbritannien aktuell 20 Prozent beträgt. In jedem Fall müssen sich Exporteure dazu im Importland umsatzsteuerlich registrieren. Nordirland ist von all dem ausgenommen, da es als Teil des EU-Binnenmarktes betrachtet wird.

    7. Was müssen Händler dabei beachten?

    Bis zu einem Betrag von 135 Pfund führen Onlinehändler die Einfuhrumsatzsteuer selbst ab – nicht beim Zoll, sondern erst am Verkaufsort (Point of Sale). Gehen die Beträge darüber hinaus, müssen Agenten eingeschaltet werden, etwa Marktplätze wie Ebay. Andernfalls hat der Empfänger selbst die Einfuhrumsatzsteuer neben den möglichen Zollabgaben zu zahlen, wobei der Paketdienstleiter die Beträge einzieht.

    Grafik

    8. Gilt bei der Einfuhrumsatzsteuer weiterhin die Freigrenze von 22 Euro?

    Nein. Diese Freigrenzen, die bislang für Drittländer wie China gewährt wurden, gelten nur noch bis Juli 2021, werden dann aber abgeschafft. Da auch Großbritannien seit dem Jahreswechsel ein Drittland ist, muss künftig die Einfuhrumsatzsteuer ab dem ersten Cent Warenwert gezahlt werden.

    9. Gibt es neue Zertifikate zur Gerätesicherheit?

    Das CE-Zeichen der EU für „geprüfte Sicherheit“ dürfen die Briten noch während einer einjährigen Übergangszeit nutzen. Sollte Großbritannien bei der Artikelprüfung dieselben Vorschriften nutzen wie die EU, werden die Zertifikate weiter anerkannt. Allerdings benötigt Großbritannien ein neues Sicherheitszeichen.

    10. Was ändert sich bei Verpackungen?

    Hier gibt es Streit darüber, welche Verpackungen dies- und jenseits des Ärmelkanals erlaubt sein werden, wobei insbesondere Holzpaletten in der Diskussion stehen. Hinzu kommt, dass künftig stets eine inländische Herstelleradresse auf Lebensmittelverpackungen stehen muss. Das heißt: Jedes in Großbritannien ansässige Unternehmen, das Produkte in der EU verkauft, muss über eine EU-Adresse verfügen – und umgekehrt. Hier endet die Übergangsfrist im September 2022.

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