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Fahrdienste Uber deutet Ende des Preiskriegs mit Lyft an

Strategiewechsel nach dem Börsengang: Die Fahrdienste Uber und Lyft wollen sich nicht mehr in Preisschlachten unterbieten.
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Das Unternehmen will sich zukünftig mehr auf die eigenen Marke konzentrieren. Quelle: dpa
Fahrdienstvermittler Uber

Das Unternehmen will sich zukünftig mehr auf die eigenen Marke konzentrieren.

(Foto: dpa)

San Francisco Bei Uber könnten die Zeiten der supergünstigen Fahrten mit dem Ridesharing-Dienst könnten bald vorbei sein. Im Analystengespräch nach der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal 2019 – die ersten Quartalszahlen seit dem verpatzten Börsengang – deutete Vorstandschef Dara Khosrowshahi eine Abschwächung des Preiskampfes der großen Anbieter Uber und Lyft an: „Wir sehen derzeit eine Fokussierung des Wettbewerbs auf Marke und Produkte statt auf finanzielle Anreize.“

Dieser Trend habe sich im zweiten Quartal fortgesetzt. Man glaube, dass dies eine gesunde Entwicklung für die Branche sei. Die Aktionäre hören das gerne. Die Uber-Aktie stieg nachbörslich um bis zu drei Prozent.

Es scheint die Zeit gekommen, sich zu verbünden: Khosrowshahis Anmerkung ist ein unmissverständliches Friedensangebot an Lyft. Auch das Unternehmen unter CEO Logan Green wolle sich im Wettbewerb stärker „auf die Marke“ und Produkte als auf Preisschlachten konzentrieren, hieß es im ersten Gewinnausweis. Uber mache gerne mit, lautet die Botschaft Khorowshahis.

Die Sachzwänge sind unübersehbar. Uber und Lyft haben beide schwierige Börsengänge hinter sich. Die Aktien der Unternehmen liegen signifikant unter ihren Ausgabepreisen, die Investoren klammern sich an jeden Hinweis, der eine Verbesserung der Lage andeuten könnte.

Beide Unternehmen melden pro Quartal riesige Verluste, Uber etwa hat in den ersten drei Monaten 2019 eine Milliarde Dollar verloren, so viel wie in noch keinem anderen Quartal – bei einem Umsatz von 3,1 Milliarden Dollar, rund 20 Prozent über dem Vorjahr.

Steigende Verluste bei einem abgeschwächten Umsatzwachstum sind kein Rezept für eine erfolgreiche Zukunft. Überhaupt zeigte sich Finanzvorstand Nelson Chai bei der Prognose für das laufende Quartal sehr schmallippig. Es gab praktisch keine Vorhersagen für klassische Anhaltspunkte wie Umsatz oder Gewinn pro Aktie.

Der bereinigte Umsatz der Kernplattform werde sich in jedem Quartal 2019 verbessern, hieß es. Das ist der Umsatz des Kernbereichs Ridehailing und Essensauslieferung durch Uber Eats. Bereinigt wird dieser allerdings um wichtige und erhebliche Kosten, wie Anreize für Fahrer. Vor allem für Uber Eats zahlt das Unternehmen seinen Fahrern Zuschüsse, damit sie sich beteiligen.

Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2019 war dieser Kernumsatz bei konstanten Währungskursen um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Im ersten Quartal 2018 war er gegenüber dem Vorjahr noch um 78 Prozent gestiegen. Die abnehmende Dynamik ist unverkennbar. Und die Ausgaben für finanzielle Anreize für die Fahrer waren im ersten Quartal fast doppelt so hoch wie im Jahr davor.

Bei den Regionen wies Uber durchgängig Wachstum beim Umsatz aus, mit einer erwähnenswerten Ausnahme: Das Lateinamerikageschäft, bislang stabiler Wachstumsmotor, brach um 13 Prozent ein. Hier macht sich die Konkurrenz durch den chinesischen Wettbewerber Didi bemerkbar.

Das gesamte Zahlenwerk lag im Rahmen der Erwartungen, die zum Börsengang gegeben wurden. Es bleibt die Frage, wie sich das Unternehmen in den Gewinnbereich manövrieren könnte.

Verluste häufen sich

Trotz 1,55 Milliarden absolvierten Fahrten im Quartal, 36 Prozent mehr als im Jahr zuvor, häufen sich die Verluste. Viel hängt davon ab, ob Uber und Lyft tatsächlich Fahrpreisdisziplin zeigen und die durchschnittlichen Preise kontinuierlich anheben können.

Die „Gross Bookings“, eine viel beachtete Messzahl, die den Umsatz vor Bezahlung der Fahrer angibt, stiegen um 36 Prozent auf 14,65 Milliarden Dollar. Die „Take Rate“ wiederum, die Summe, die Uber als Umsatz zählt, nachdem die Fahrer bezahlt wurden, sank aber auf 18 Prozent des bereinigten Umsatzes. In den Jahren vor dem Börsengang lag die „Take Rate“ noch bei bis zu 30 Prozent, im Vorjahr bei 22 Prozent.

Ein langfristiges Problem für Uber ist die Entwicklung im Bereich „Autonomes Fahren“. Seit einem tragischen Unfall mit Todesfolge ist der Ruf Ubers ramponiert, die Technologie hinkt hinter denen anderer Wettbewerber wie Waymo (Google) oder Tesla hinterher. Tesla hat bereits einen eigenen Uber-Konkurrenten mit Tesla-Fahrzeugen angekündigt.

Im Endeffekt deutet alles darauf hin, dass sich Uber, um schnell aufzuschließen, einen Technologiepartner einkaufen muss. Das wiederum bedeutet aber geringere Gewinnmargen. Die Geschichte einer goldenen Zukunft ohne teure Fahrer hatte Uber den künftigen Aktionären verkauft. Sie müssten nur lange genug durchhalten.

Mehr: Wie Uber-Chef Dara Khosrowshahi den misslungenen Börsengang von Uber erklärt und wie die Zukunft des Fahrdienstvermittlers in Deutschland aussehen wird, lesen Sie im großen Handelsblatt-Interview.

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