Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fahrdienste Uber und Mytaxi im Vergleich: Wer ist schneller, billiger, besser?

Taxis sind längst nicht mehr die Alleinherrscher der Straße. Mittlerweile kämpfen sie mit Fahrdiensten wie Uber um jeden einzelnen Kunden. Doch wer ist schneller, günstiger, besser? Wir haben den Test gemacht.
19.04.2019 - 12:12 Uhr Kommentieren
Reporter machen Test
Orange-Reporter Marius (l.) und Praktikant Moritz beim Start ihres Rennens

Wer kommt schneller ans Ziel? (Foto: Mary-Ann Abdelaziz-Ditzow)

Dieser Artikel ist am 10. April 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Ein Donnerstagmorgen, viertel nach elf. Ich stehe in einer Düsseldorfer Wohngegend und blicke abwechselnd auf mein Handy und die Straße. Es ist noch kühl, ich werde ungeduldig. In sechs Minuten erst soll mein Fahrer hier sein. Zu lange. Mein Kollege hat bereits fünf Minuten Vorsprung. Das wird eng für mich. Oder vielmehr: für Uber.

Uber in Düsseldorf: Wie gut ist die Taxi-Alternative per App?

Wenn du so schnell wie möglich zum Bahnhof musst oder dein Flieger in der nächsten Stunde abhebt, kennst du das Problem: Die Zeit ist knapp, niemand fährt dich – da kann nur noch ein Taxi helfen. So war das zumindest, bis vor ein paar Jahren Uber auch in Deutschland auf die Straßen kam.

Das Unternehmen gilt als das wertvollste Start-up der Welt – es macht allerdings nur Verlust. Allein von Juli bis September 2018 verlor Uber unterm Strich mehr als eine Milliarde US-Dollar (0,95 Milliarden Euro). Die Firma kann sich nur halten, weil sie seit der Gründung 2009 viel Geld von Investoren bekommen hat. Uber verfügt über 6,55 Milliarden Dollar Kapital.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Taxi-Proteste gegen Uber: Tausende Taxifahrer demonstrieren in Deutschland

    In dieser Woche demonstrieren viele Taxifahrer in Deutschlands Großstädten. Der Grund: Verkehrsminister Andreas Scheuer will die so genannte Rückkehrpflicht für Mietwagen im Personenbeförderungsgesetz aufheben. Bisher müssen Shuttle-Dienste wie Uber nach einem Personentransport wieder leer zurück zu ihrer Zentrale fahren.

    Uber-Fahrer, die stattdessen auf Kundensuche durch die Stadt fahren, verstoßen aktuell gegen das Gesetz. Das wäre nach der geplanten Änderung von Verkehrsminister Scheuer nicht mehr so. Als Folge fürchten Taxifahrer deutlich mehr Konkurrenz auf den Straßen – und weniger Einnahmen. Zu Recht?

    Uber vs. Mytaxi im Vergleich: Wir testen Preis, Geschwindigkeit und Freundlichkeit

    Das Angebot von Uber klingt eigentlich vielversprechend. Denn im Vergleich zu den klassischen Taxis zahlst du mit Uber für die gleiche Strecke meistens deutlich weniger Geld. Was ist aber, wenn du Zeitdruck hast? Wer ist schneller, wenn es drauf ankommt? Wir machen den Test: Uber vs. mytaxi, der Grand Prix von Düsseldorf 2019.

    Mein Kollege Moritz und ich stellen uns in die Tußmannstraße im Stadtteil Pempelfort. Es ist ein Wohngebiet, keine Taxis zu sehen. Rennstart: 11:05 Uhr. Ziel: der Düsseldorfer Flughafen. 7,4 Kilometer. Moritz nutzt die „mytaxi“ App, ich nutze Uber. Ready. Steady. Go!

    Um 11:10 Uhr hält bereits ein Auto im vertrauten Gelb neben uns. Moritz steigt ein, und schon sind sie weg. Ich checke meine Uber-App. Auf der Straßenkarte sehe ich den Abstand zwischen mir und meinem Uber: Da wo ich stehe blinkt ein Punkt, das Auto ist noch ein deutliches Stück entfernt. In sechs Minuten soll es da sein.

    Um 11:20 Uhr sind es immer noch sechs Minuten. Mit Zeitangaben hat es die App schonmal nicht so. Dafür weiß ich schon einiges über meinen Fahrer und sein Auto: Kawa heißt er, mit dem ich im Toyota Auris heute eigentlich das Rennen gewinnen wollte. Neben einem Bild von ihm ist seine Bewertung abgebildet: 4,81 von 5 Sternen. Dazu der Satz „Bekannt für cooles Auto“. Na denn. Wenn schon verlieren, dann mit Stil.

    Um 11:21 Uhr springt das Auto auf der App-Karte plötzlich in die Parallelstraße, auf einmal ist es nur noch eine Minute Wartezeit. Kawa kann also fliegen? Dann hätte er tatsächlich ein „cooles Auto“ – und das Rennen wäre wieder offen. Geht da noch was?

    Um 11:22 Uhr holt mich der versprochene Toyota Auris ab. Fliegen kann das Auto leider nicht. Dafür ist Kawa sehr nett.

    11:23 Uhr: Ich bekomme eine SMS von Moritz: „Bin da“. Damit ist entschieden: bei der Geschwindigkeit hat Mytaxi eindeutig gewonnen.

    „Das wird den Kollegen freuen“, sagt Kawa und lacht. Taxi-Fahrer mögen Uber nämlich überhaupt nicht – was auch durch den großen Protest in Deutschland deutlich wird. „Die hassen uns, weil wir so günstig sind“, erklärt Kawa. Das gehe so weit, dass Taxifahrer Autos von Uber mit dem Handy fotografieren und beim Ordnungsamt melden, „wenn wir mal im Halteverbot auf einen Kunden warten“.

    11:34 Uhr: Ich komme am Flughafen an, Moritz wartet schon auf mich.

    Mytaxi war schneller – aber wer war besser? Für diese Bewertung haben wir vier Kriterien festgelegt.

    Uber vs. Mytaxi im Vergleich: Wartezeit und Fahrtzeit

    Uber: Der Fahrer ist erst nach zwölf Minuten da. Er nimmt die selbe Strecke wie das Taxi, ist aber eine knappe Minute schneller. Zieleinfahrt um 11:34 Uhr, Nettofahrzeit: 12 Minuten. Gesamtzeit: 29 Minuten.

    Mytaxi: Das Taxi kommt fünf Minuten nach der Bestellung um 11:10 Uhr an. Der Fahrer fährt eine Weile durch den Stadtverkehr, dann ein kurzes Stück Autobahn. Laut Google Maps die kürzeste Strecke. Um 11:23 Uhr erreicht das Auto die Schranke am Düsseldorfer Flughafen, Nettofahrzeit: 13 Minuten. Gesamtzeit: 18 Minuten.

    Kategorie 1 geht an Mytaxi: 1:0.

    Uber vs. Mytaxi im Vergleich: Fahrpreis

    Uber: 15,87 Euro.

    Mytaxi: 24,00 Euro.

    Hier ist Uber ganz klar vorne, denn das Taxi ist mehr als 50 Prozent teurer: 1:1.

    Uber vs. Mytaxi im Vergleich: Fairness

    Wir haben beide Fahrer gefragt, wie viel sie an der Fahrt verdienen:

    Uber: Von den 15,87 Euro erhält der Fahrer 35 Prozent, also 5,55 Euro. Dazu bekommt er von dem Chauffeursunternehmen, bei dem er angestellt ist, in jedem Fall zehn Euro pro Stunde – egal, wie viele Gäste ihn buchen.

    Mytaxi: Von den 24 Euro bleiben 1,68 Euro bei der Buchungsplattform mytaxi, der Rest geht ans Taxi-Unternehmen – und Moritz‘ Fahrer darf nach eigenen Angaben am Ende 40 Prozent vom gesamten Fahrpreis behalten, also 9,60 Euro. Das Trinkgeld geht komplett an ihn.

    Was ist, wenn ein Fahrer kaum Fahrten hat? Der Taxi-Verband Nordrhein-Westfalen erklärt auf Anfrage lediglich, dass alle Taxi-Fahrer mindestens den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde erhalten. Ob und wie viel noch dazu kommen kann, sei in fast jedem Taxiunternehmen anders geregelt.

    Mytaxi geht in Führung: 2:1.

    Uber vs. Mytaxi im Vergleich: Atmosphäre

    Uber: Der Toyota ist klein, der Fahrer sehr offen und freundlich. Er spricht gerne über seinen Job, den er erst seit einem Monat macht. Die Atmosphäre ist nicht professionell, aber familiär.

    Mytaxi: Der Fahrer ist von Anfang an sehr freundlich. Er fährt seit 17 Jahren Taxi und beantwortet auch bereitwillig Fragen zu seinem Beruf. Der Mercedes ist komfortabel: Die Ledersitze sind bequem, im Auto ist es angenehm warm.

    Punkt für beide: 3:2.

    Uber vs. Mytaxi im Vergleich: App

    Uber: Du registrierst dich mit Name, Telefonnummer, E-Mailadresse und Kreditkarte. Dann geht’s los: Die App erkennt deinen Standort, will dein Fahrziel wissen und zeigt dir auf der Straßenkarte an, welche Fahrer in der Nähe sind. Der Preis für die Fahrt erscheint direkt auf dem Display, nachdem du das Ziel eingegeben hast. Zum Buchen reicht ein Klick.

    Mytaxi: Nach der Registrierung, zum Beispiel mit einem Google-Account, kann man sofort ein Taxi bestellen. Die Fahrt des Taxis zum Abholpunkt lässt sich auf einer Karte live beobachten. Zahlen kann man mit Google Pay, PayPal, Kreditkarte – oder altmodisch in bar.

    Am Ziel bekommt man eine Fahrtübersicht aufs Handy, kann Fahrer und Wagen mit Sternen bewerten und Kommentare hinterlassen. Vergangene Fahrten zeigt die App mit den wichtigsten Informationen an: Start, Ziel, Zeiten, Kosten, Fahrer und Bewertung.

    Punkt für beide: 4:3.

    Uber vs. Mytaxi im Vergleich: Fazit

    Der Sieg bei unserem Test geht an Mytaxi. Die deutsche Buchungsplattform konnte sich bei der Fahrzeit durchsetzen, dafür war die Fahrt mit Uber in ebenso angenehmer Atmosphäre deutlich günstiger. Beide Apps sind schnell installiert und einfach zu bedienen. Die fairere Bezahlung entscheidet schließlich das Duell, der Sieger heißt Mytaxi.

    Wenn es wirklich um jede Minute geht, bist du mit Mytaxi schneller am Ziel. Willst du Geld sparen und Uber nutzen, solltest du mehr Zeit einplanen. Oder aber du machst es wie Moritz und ich auf der Rückfahrt: Wir fuhren mit der S-Bahn nach Hause, für 2,80 Euro pro Person. Fahrzeit: 7 Minuten.

    Mehr: Picnic im Test: Lohnt sich der Lebensmittel-Lieferdienst?

    Startseite
    0 Kommentare zu "Fahrdienste: Uber und Mytaxi im Vergleich: Wer ist schneller, billiger, besser?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%