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Fahrdienstvermittler London entzieht Uber die Lizenz

Die Londoner Verkehrsbehörde sieht die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet. Deshalb darf Uber seinen Fahrdienst dort nicht mehr anbieten, auch in Deutschland droht ein Verbot.
Update: 25.11.2019 - 12:55 Uhr Kommentieren
Uber: London entzieht dem Fahrdienstleister die Lizenz Quelle: AP
Verkehr in London

Die Lizenz von Uber läuft Montagmitternacht aus.

(Foto: AP)

Düsseldorf, London Der Absturz kam mit Ansage: Schon Stunden vor der offiziellen Nachricht schickte die Börse den Fahrdienstvermittler Uber auf Talfahrt. Bis zu sechs Prozent verloren die Aktien des US-Konzerns am Montag. Der Grund: Die Londoner Transportbehörde TfL entzog Uber die Fahrlizenz. Diese Entscheidung ist weit schlimmer als der Verlust an Börsenwert, denn London gilt als Prestigeregion.

Dort sind 45.000 Fahrer für Uber im Einsatz, 3,5 Millionen Nutzer haben die App geladen. Es ist die größte Uber-Region in Europa. Schmerzhaft ist auch die Begründung: Die Behörde macht Sicherheitsbedenken geltend. Uber habe 14.000 Fahrten mit nicht lizenzierten Fahrern zugelassen.

Londoner Taxi-Chauffeure dürften zufrieden sein mit der Entscheidung der Verkehrsbehörde. „Was ich von Uber halte?“, fragt der Fahrer eines der schwarzen Taxis, die vor dem Bahnhof St. Pancras auf Kunden warten. „Die sind schrecklich“, sagt er. „Es sind viel zu viele, sie können nicht fahren und verstopfen nur die Straßen.“

Es gibt wohl kaum einen „Cabbie“, wie die Fahrer der „Black Cabs“ in London genannt werden, der Uber gut findet. Kein Wunder: Gerade junge Londoner bestellen sich lieber per App ein Uber, das einen durch die Stadt fährt als eines der traditionellen Taxis heranzuwinken – schließlich sind die Preise sehr viel günstiger.

Doch Uber wird die Lizenzverlängerung in der britischen Hauptstadt nicht wegen überfüllter Straßen verweigert. Die Behörde hat Sicherheitsbedenken: Uber habe 14.000 Fahrten mit nicht versicherten Fahrern zugelassen, teilte TfL mit. Die Sicherheit der Fahrgäste sei gefährdet. Fahrer, die bereits von der App verbannt worden waren, hätten sich mit einem neuen Konto wieder registrieren und weiter arbeiten können.

Unter anderem führte TfL das Beispiel eines Uber-Fahrers an, der seinen Personenbeförderungsschein verlor, nachdem er anstößige Fotos von Kindern verbreitet hatte. Es sei inakzeptabel, dass Uber Fahrer auf die Straße lasse, die nicht lizensiert und nicht versichert seien, sagte Helen Chapman, Regulierungschefin bei TfL.

Der Verband der Black Cabs in London begrüßte erwartungsgemäß die Entscheidung. Die Londoner Fahrgäste seien nun sicherer, jubelte Verbandschef Steve McNamara. „Ubers Geschäftsmodell ist unregulierbar.“ Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan (Labour), dem die TfL über einen Ausschuss unterstellt ist, sagte, er wisse, dass viele Uber-Nutzer mit dieser Entscheidung unzufrieden seien.

„Aber ihre Sicherheit ist das wichtigste Anliegen.“ Uber hat 21 Tage Zeit, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen, und kann so lange den Betrieb aufrecht erhalten. Der Lieferdienst Uber Eats ist von der Entscheidung nicht betroffen. Auch der Betrieb in anderen britischen Städten wie Birmingham, Edinburgh und Belfast kann weitergehen.

Die Entscheidung der britischen Hauptstadt wird in Deutschland aufmerksam registriert. „Das Londoner Urteil setzt erstmalig einen Fokus auf das Thema Verkehrssicherheit. Das Bundesverkehrsministerium sollte es sich deswegen genau anschauen“, sagte Stefan Gelbhaar, Obmann der Grünen-Bundestagsfraktion im Verkehrsausschuss, dem Handelsblatt.

Uber bietet seine Dienste inzwischen nur noch als Mitwagen-Vermittler an. Die unterliegen besonderen Regeln des Personenbeförderungsgesetzes. Das wird gerade überarbeitet. Und die zentralen Fragen lauten, wie neue digital gesteuerte Mobilitätsdienste in das Regelwerk eingebaut und zugleich Sozialstandards für die Fahrer gesichert werden können.

Denn einer der wichtigsten Kritikpunkte des Taxengewerbes lautet, Uber betreibe Preisdumping, um das Geschäft mit Fahrvermittlungsdiensten an sich zu reißen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist es bislang nicht gelungen, die geplante Reform des Personenbeförderungsgesetzes entscheidend voranzubringen.

Der Handelsblatt Expertencall
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