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Feelgood-Management Einsatz für das gute Gefühl

Weniger Fehltage, bessere Leistung: Firmen heuern Experten an, die sich allein um das Wohlbefinden der Mitarbeiter kümmern.
  • Jakob von Lindern
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Triebfeder der Unternehmen ist weniger die Nächstenliebe als der Eigennutz. Es geht um eine leistungsfähige Belegschaft. Quelle: dpa
Wohlfühlen am Arbeitsplatz

Triebfeder der Unternehmen ist weniger die Nächstenliebe als der Eigennutz. Es geht um eine leistungsfähige Belegschaft.

(Foto: dpa)

KölnKicker, Ruheraum, Yoga, Betriebsausflug nach Las Vegas: Die Liste der Wohlfühl-Maßnahmen bei Uniq füllt eine ganze DIN-A4-Seite. Das Start-up aus Holzwickede bei Dortmund betreibt mehrere Online-Schnäppchenportale, darunter Urlaubsguru.de oder Schnäppchenfee.de. Die Annehmlichkeiten für die Mitarbeiter sind Teil der Unternehmensphilosophie: „Wir wollen, dass es allen hier gut geht“, sagt Gründer und Geschäftsführer Daniel Krahn.

Vor gut drei Jahren heuerte Uniq einen sogenannten Feelgood-Manager an. Der kümmerte sich um Obstkörbe, kostenlose Getränke und stellte einen Basketballkorb auf. Heute ist ein ganzes Team für das Wohlbefinden der gut 180 Mitarbeiter zuständig. Neben Sportangeboten und Team-Events stehen auch zur Verschwiegenheit verpflichtete Vertrauenspersonen und regelmäßige anonyme Zufriedenheitsumfragen auf der Feelgood-Liste. „Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital“, sagt Krahn. „Wir verlangen viel von ihnen, da wollen wir ihnen auch viel bieten.“

Uniq ist Vorreiter in Sachen Wohlfühlmanagement. Doch die Zahl der Nachahmer dürfte steigen. „Unternehmen in Deutschland verstehen zunehmend, dass sie in die Gesunderhaltung ihrer Belegschaft und deren Wohlergehen investieren müssen“, sagt Helmut Schröder, der stellvertretende Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. „Dazu gehört natürlich auch eine gute Unternehmenskultur.“ Es gibt viel zu tun: So ergab jüngst eine Studie der Marktforscher von Gallup, dass 70 Prozent der Beschäftigten nur Dienst nach Vorschrift machen.

Schröder gibt gemeinsam mit Kollegen jedes Jahr den Fehlzeiten-Report heraus, eine Untersuchung in deutschen Firmen über Krankheitstage und deren Ursachen. „Wer sich wohlfühlt, ist gesünder“, sagt Schröder. „Gute Unternehmenskultur bedeutet weniger körperliche und psychische Beschwerden bei den Beschäftigten - und damit auch weniger krankheitsbedingte Fehltage.“ Im Umkehrschluss liegt eine alarmierende Botschaft: Schlechte Kultur steht durchaus in Zusammenhang mit psychischen Krankheiten, Schlafstörungen und Beschwerden wie etwa Rückenproblemen.

Wie verbreitet Feelgood-Management bereits ist, lässt sich schwer erfassen. Das Unternehmen Goodplace, das unter anderem eine Zertifizierung für Feelgood-Management anbietet, listet auf seiner Webseite rund 30 Firmen auf, die eine solche Stelle geschaffen haben. Schätzungen gehen von etwa 100 Unternehmen deutschlandweit aus. Neben jungen Unternehmen wie Silvertours oder Jimdo zählt auch die Hamburger Sparkasse dazu. Allerdings dürfte die zugrunde liegende Idee weiter verbreitet sein - es verwenden nur nicht alle den Begriff. So sprechen Experten auch von Corporate Happiness oder einfach von guter Unternehmenskultur.

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