Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fluggesellschaft Easyjet plant den Abbau von bis zu 4500 Stellen

Die Airline geht davon aus, dass die Coronakrise die Nachfrage für Jahre beeinträchtigt. Deswegen sollen bis zu 30 Prozent der Jobs wegfallen.
28.05.2020 Update: 28.05.2020 - 10:17 Uhr 1 Kommentar

Easyjet will 30 Prozent der Stellen streichen

London Der britische Billigflieger Easyjet bereitet einen radikalen Stellenabbau vor: In Kürze soll „eine Mitarbeiterkonsultation zu Vorschlägen für einen Personalabbau von bis zu 30 Prozent“ beginnen, kündigte das Unternehmen am Donnerstagmorgen an. „Obwohl wir den Flugbetrieb am 15. Juni wieder aufnehmen werden, gehen wir davon aus, dass sich die Nachfrage langsam aufbaut und erst in etwa drei Jahren wieder den Stand von 2019 erreicht“, begründete Firmenchef Johan Lundgren die Maßnahme.

„Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, das zu tun, was für das Unternehmen und seine langfristige Gesundheit sowie seinen Erfolg richtig ist.“ Insgesamt könnten bei Easyjet bis zu 4500 Jobs wegfallen.

Bei der britischen Gewerkschaft Balpa sorgte die Nachricht über den geplanten Stellenabbau für Verärgerung. Easyjet selbst würde mit einer Erholung im Jahr 2023 rechnen, „deswegen ist es ein temporäres Problem, das keine so undurchdachte, rasche Reaktion erfordert“ sagte Balpa-Chef Brian Strutton laut BBC. „Die Mitarbeiter von Easyjet werden schockiert sein von dem Ausmaß der Ankündigung.“

Erst vor zwei Tagen hätten sie eine aufmunternde Mitteilung von ihrem Chef bekommen und darin sei kein Stellenabbau erwähnt gewesen. „Das ist deswegen ein Schlag ins Gesicht“, sagte Strutton. Schließlich hätten viele der insgesamt 15.000 Easyjet-Angestellten auch im Zuge der Coronakrise auf Gehalt verzichtet. Easyjet hatte – wie viele andere Airlines auch – Kurzarbeit eingeführt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Easyjet ist nicht die erste Airline, deren Mitarbeiter um ihren Job fürchten müssen: Bei British Airways stehen 12.000 Arbeitsplätze auf dem Prüfstand, bei Ryanair bis zu 3000 Stellen, und bei der deutschen Lufthansa sind Zehntausende Jobs in Gefahr.

    Die Fluggesellschaften mussten seit März wegen der Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie ihre Maschinen am Boden lassen. Deswegen standen sie vor dem Problem, dass sie kein Geld einnehmen, gleichzeitig aber Kosten verbuchen müssen.

    Fast alle haben deswegen staatliche Unterstützung wie Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. Bei der Lufthansa wird derzeit über ein neun Milliarden Euro schweres Rettungspaket – eine Kombination aus Krediten, stillen Einlagen und einer direkten staatlichen Beteiligung – verhandelt.

    Aber nicht nur die Airlines haben mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen, auch die Zuliefererindustrie. Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce plant die Streichung von mindestens 9000 Stellen, und der US-Flugzeugbauer Boeing will Berichten zufolge die Tage rund 6770 Mitarbeiter in den USA entlassen. Dabei hatten etwa 5520 Angestellte bereits Abfindungsangebote angenommen und sollen den Konzern in den nächsten Wochen verlassen.

    Boeing wurde von der Krise in der Flugbranche besonders schwer getroffen, nachdem das Unternehmen schon zuvor unter dem Startverbot für seine 737 Max gelitten hatte. Vor gut einem Jahr waren weltweit gegen das Flugzeugmodell Startverbote verhängt worden, nachdem zwei Maschinen binnen weniger Monate abgestürzt waren und dabei 346 Menschen ihre Leben verloren. Wann die 737 Max wieder abheben darf, ist weiterhin unklar.

    Der US-Konzern hofft auf eine rasche Wiederzulassung, die Corona-Krise könnte das Verfahren aber noch weiter verzögern. Gleichwohl hat Boeing nun wieder die Produktion seiner 737 Max aufgenommen. Für Easyjet ist das irrelevant: Die britische Airline setzt ausschließlich Airbus-Maschinen ein.

    Schrittweise zurück

    Zum 15. Juni will Easyjet den Flugbetrieb wieder schrittweise hochfahren, zunächst auf Inlandsverbindungen in Großbritannien und Frankreich. Dabei müssen sich die Passagiere auf neue Maßnahmen einstellen: Kunden, Kabinen- und Bodenpersonal müssen Masken tragen; außerdem werden zunächst keine Getränke und Speisen an Bord der Flüge serviert. Darüber hinaus dürfte die allseits erwartete Entscheidung der britischen Regierung, für alle Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne einzuführen, die Reiselust vieler Menschen dämpfen.

    Weitere Routen sollen dazukommen, wenn die Nachfrage steigt und die staatlichen Reisebeschränkungen europaweit gelockert werden. Bislang seien die Buchungstrends bei den wieder aufgenommenen Flügen „ermutigend“, erklärte Easyjet. Die Nachfrage für den Sommer 2020 verbessere sich, „wenn auch von einem niedrigen Grundwert“.

    Die Buchungen für den Winter lägen weit über dem entsprechenden Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum, einschließlich der Corona-bedingten Umbuchungen von Kunden auf spätere Flugdaten. Gleichwohl erwartet das Management, dass zum Jahresende 2021 rund 302 Flugzeuge im Einsatz sind – 51 Flugzeuge weniger als vor Covid-19 für diesen Zeitraum erwartet. Easyjet hatte sich mit dem Flugzeugbauer Airbus geeinigt, weitere bestellte Maschinen erst später abzunehmen als geplant.

    Für das laufende Jahr gibt Easyjet keine Prognose für seine Geschäftszahlen und verweist zur Begründung auf die anhaltende Unsicherheit. Man unternehme jedoch „weiterhin alle notwendigen Schritte, um die Kosten zu senken, den Cash Burn zu reduzieren, die Liquidität zu erhöhen, das Unternehmen zu schützen und sicherzustellen, dass wir bei der Wiederaufnahme des Flugbetriebs optimal positioniert sind“.

    Mehr: Easyjet wehrt Gründerrevolte von Firmengründer Haji-Ioannou ab

    Startseite
    Mehr zu: Fluggesellschaft - Easyjet plant den Abbau von bis zu 4500 Stellen
    1 Kommentar zu "Fluggesellschaft: Easyjet plant den Abbau von bis zu 4500 Stellen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Airlines wie EASYJET u.a. wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das ist gut so. Fliegen sollte wieder zu einem Luxusgut werden. Zur Ehrlichkeit gehört auch, daß EASYJET und RYANAIR regelrechte (...) waren. Das ist zum Glück vorbei. (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%