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Flugverkehr British Airways setzt Flüge nach Kairo aus, Lufthansa fliegt wieder – Gründe unklar

British Airways und Lufthansa erklären ihren vorübergehenden Stopp der Flüge nach Kairo nur vage mit Sicherheitsbedenken. Nur die deutsche Airline fliegt die Stadt wieder an.
Update: 21.07.2019 - 11:41 Uhr Kommentieren
Ein Grund für die Absage der Flüge nach Kairo und das anschließende Umdenken wurde bei Lufthansa nicht genannt. Quelle: dpa
Lufthansa

Ein Grund für die Absage der Flüge nach Kairo und das anschließende Umdenken wurde bei Lufthansa nicht genannt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Mitten in der Hauptreisezeit gibt es erhebliche Verwirrung um eines der beliebtesten Ziele der Urlauber: Ägypten. Am Samstag setzte Lufthansa Flüge nach Kairo aus Sicherheitsgründen aus, seit Sonntag wird aber wieder geflogen. Gleichzeitig stoppt British Airways seine Kairo-Verbindung für sieben Tage. Was steckt dahinter?

Lufthansa nennt keine detaillierten Gründe für den Verbindungsstopp am Samstag. Die Rede ist eher allgemein von der unklaren Sicherheitslage in Kairo. Ähnlich klingt die Begründung bei British Airways. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Regelmäßig würden an den angesteuerten Flughäfen Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt, erklärt die Airline. Weiter heißt es: „Die Sicherheit unserer Kunden und Crews ist stets unsere höchste Priorität. Wir würden niemals ein Flugzeug betreiben, wenn das nicht sicher ist.“
Besonders irritierend ist allerdings, dass die Heimat-Airline Egypt Air bisher offenbar ohne Einschränkungen auch Verbindungen nach Europa fliegt. Auch am betroffenen Flughafen in Kairo geben sich die Verantwortlichen nach Medienberichten ahnungslos. Die ägyptische Luftfahrtbehörde allerdings hat die Entscheidung der Fluggesellschaften Lufthansa und British Airways, ihre Flüge nach Kairo teilweise auszusetzen, kritisiert. „Alle ägyptischen Flughäfen sind gut gesichert. Die Sicherheit dort übersteigt die normalen Vorschriften“, sagte der Vorsitzende des Luftfahrtamts, Sami al-Hifnawi. Die Unterbrechungen hätten nichts mit der Luftfahrt zu tun, sondern hätten politische Hintergründe, sagte er einem Ableger des saudischen TV-Senders MBC.

Feststeht: Ägypten gilt seit längerem schon als nur bedingt sicher. Das Auswärtige Amt hat für das Land eine sogenannte Teilreisewarnung ausgesprochen. „Es besteht landesweit weiterhin ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge. Diese richten sich meist gegen ägyptische Sicherheitsbehörden, vereinzelt aber auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger.“

Zuletzt wurden die Hinweise für Reisen nach Ägypten allerdings am 28. Juni aktualisiert. In den zurückliegenden drei Wochen gab es also offensichtlich keine neuen Kenntnisse. Auch die britischen Behörden haben ihre Hinweise in den vergangenen Wochen nicht verschärft. Allerdings weist man dezidiert auf eine latente Terrorgefahr in der Luftfahrt hin. Nach der Entscheidung von British Airways, Flüge für sieben Tage auszusetzen, wurde diese Entwicklung jetzt als Hinweis mit aufgenommen.

Ägypten erlebt immer wieder Anschläge von Terroristen. Dabei sind nicht nur Einheimische betroffen, sondern auch Urlauber. Im Jahr 2015 wurde in Scharm El-Scheich ein Charterflug einer russischen Airline kurz nach dem Start in Richtung St. Petersburg durch eine Bombe des Islamischen Staates zerstört. Alle 224 Insassen starben. Schnell wurde der Verdacht laut, der Sprengsatz sei in Ägypten an Bord gelangt. Zuvor hatten Experten immer wieder zu lasche Kontrollen an den Flughäfen des Landes beklagt. Auch stand der Vorwurf im Raum, unter den Mitarbeitern an den Flughäfen gäbe es Unterstützern der Terrorgruppe Islamischer Staat. Die Regierung in Kairo hat das stets zurückgewiesen.

Unmittelbar nach dem Absturz verpflichtete das Auswärtige Amt dennoch die Airlines, das Gepäck von Reisenden aus Ägypten in einer gesonderten Maschine zu befördern. Wegen des enormen Aufwands stoppten viele Reiseunternehmen deshalb damals ihre Angebote zumindest für die Urlaubsregion Scharm El-Scheich. Erst ein Jahr später steuerte eine deutsche Airline das Ziel dann wieder an. Es war ein Jet der mittlerweile insolventen Germania.

Das zeigt, wie mühsam sich das Land, das stark vom Tourismus lebt, von solchen Attacken erholt. Deshalb ist es nicht überraschend, dass die ägyptische Luftfahrtbehörde nun die Entscheidungen von Lufthansa und British Airways kritisiert. „Immer dann, wenn Ägypten sich erholt, kommt es zu einer künstlich herbeigeführten Krise“, sagt Sami al-Hifnawi.

Mehr: Die Flugbegleitergewerkschaft UFO und Europas größte Airline sind im Streit. Klar ist: Ein Arbeitskampf bei Eurowings und Lufthansa ist nicht so einfach.

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