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Fotografie Der langsame Tod der Analog-Filme

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Kodak ist der bekannteste Verlierer

Die Zahlen sind eindeutig. Wurden 2000 in Deutschland noch vier Millionen analoge Kameras und nur 580 000 digitale verkauft, war das schon 2010 ganz anders: Von den 8,65 Millionen Kameras waren in jenem Jahr 8,62 Millionen digital und nur noch 30 000 analog. Inzwischen haben Smartphones auch das Geschäft mit Digitalkameras geschrumpft: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nur noch 4,61 Millionen Geräte verkauft - inklusive der boomenden Action-Kameras.

In der analogen Welt war die schnellste Zeiteinheit für den Durchschnittskunden der Overnight-Service. Das Kreuz bei „Express“ setzen, Extra-Gebühr zahlen und am nächsten Tag hatte man seine Fotos in den Händen. Heute gibt es die Fotos bei Bedarf sofort am Automaten. „Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten. Die Welt dreht sich weiter“, sagt Cewe-Manager Holzkämper.

Der bekannteste Verlierer des digitalen Wandels der Branche ist der Pionier Kodak, bei dem nicht nur die Weichen für analoge Fotografie gestellt, sondern auch die Digital-Kamera erfunden wurde. Doch die Manager wollten das Kerngeschäft nicht gefährden und hielten die Innovation zurück. Am Ende musste der US-Konzern Anfang 2012 Insolvenz anmelden und versucht nun sein Glück als Spezialist für digitalen Druck. Kodak-Fotofilme gibt es vor allem als Beiprodukt eines großen Kino-Deals mit Hollywood.

Die Grenzen verschwimmen aber, wenn man weiß, dass auch bei Cewe die Negative analoger Filme gescannt, digitalisiert und dann gedruckt werden. Ob analog oder digital - das Foto auf Papier ist dann doch sehr traditionell. „Es geht letztlich um die Emotion, die man in einem Foto festhalten will“, sagt Holzkämper. „Und Emotionalität bleibt als physisch fassbares Produkt einfach besser erhalten.“

Zugleich ist es so, dass die Menschen so viele Bilder wie nie zuvor machen - aber deutlich weniger als früher auf Papier drucken lassen. Die Aufnahmen landen oft bei Facebook oder werden per Kurznachricht verschickt. Bei Cewe wurden 2004 noch über 3,5 Milliarden Farbfotos gedruckt – im vergangenen Jahr waren es über ein Drittel weniger. Der Umsatz war mit 524 Millionen Euro aber um rund 100 Millionen höher als damals – weil die digitalen Bilder die Tür zu einem lukrativen Geschäft mit Fotobüchern oder Geschenkartikeln geöffnet haben.

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  • dpa
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