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Frachtgeschäft Lufthansa Cargo leidet unter Handelskonflikten und Brexit

Der Luftfracht-Boom der letzten Jahre ist vorbei. Das trifft auch die Frachttochter der Lufthansa. Dennoch glaubt Lufthansa Cargo weiter an Wachstum.
06.05.2019 - 04:02 Uhr Kommentieren
Die schwindenden Transportmengen machen der Lufthansa zu schaffen. Quelle: Bloomberg
Der Heckflügel eines Lufthansa-Flugzeugs

Die schwindenden Transportmengen machen der Lufthansa zu schaffen.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Dass das Wachstum nicht ewig so weitergehen würde, aus dieser Überzeugung hat Peter Gerber nie einen Hehl gemacht. In diesem Jahr könnten sich die mahnenden Worte des Chefs von Lufthansa Cargo bestätigen. Konnte die Frachttochter der „Hansa“ für 2018 noch das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte berichten, sind die Aussichten für die kommenden Monate deutlich gedämpfter.

Der Big Boom ist Geschichte“, sagte Gerber vor Kurzem bei der Vorstellung der Jahreszahlen 2018. Seit dem vergangenen Dezember würden die Transportmengen weltweit zurückgehen. Aktuelle Daten des Flughafenverbandes ADV bestätigen diese Wahrnehmung. Danach sank die an deutschen Verkehrsflughäfen transportierte Frachtmenge im ersten Quartal 2019 um zwei Prozent auf 1,18 Millionen Tonnen.

Diese Entwicklung spürt auch Lufthansa Cargo, schließlich zählt der Ableger im weltweiten Frachtfluggeschäft zu den Großen. Im ersten Quartal des laufenden Jahres ging das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 67 Prozent auf 24 Millionen Euro zurück. Vor allem auf den Strecken zwischen Europa und Asien lässt die Nachfrage nach.

Das ist ein deutlicher Hinweis auf die Ursachen für den Rückgang. Das Frachtfluggeschäft und damit auch Lufthansa Cargo leiden unter dem latent drohenden Handelskonflikt zwischen China und den USA und den ersten bereits erhobenen Strafzöllen. Hinzu kommt die Unsicherheit durch den Ausstieg Großbritanniens aus der EU, der zu einer echten Hängepartie geworden ist. Für die Investitionen von Unternehmen, aber auch das Konsumverhalten ist eine giftige Mischung.

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    Das Luftfrachtgeschäft hat sich über die Jahre verändert. Da der Warentransport in einem Flugzeug deutlich teurer ist als der mit anderen Verkehrsmitteln, wurden viele Jahre vor allem hochwertige und eilige Waren über Luftwege befördert. Klassische Beispiele sind eilige Medikamente oder auch wichtige Ersatzteile für Maschinen.

    Doch durch das Internet hat sich das Konsumverhalten der Menschen verändert. Ein Beispiel dafür ist die Mode. Über soziale Medien erfahren die Kunden weltweit fast zeitgleich von neuen Kollektionen und wollen diese deshalb sofort in ihren Läden finden. Deshalb ist etwa die Modeindustrie zu einem wichtigen Auftraggeber für Frachtfluggesellschaften geworden. Denn nur so kann die Ware zeitgleich in den wichtigen Metropolen rund um den Globus vorgehalten werden.

    Der Nachteil: Unternehmen wie Lufthansa Cargo hängen stärker als früher am Konsumgeschäft. Dennoch gibt sich LH-Cargo-Chef Gerber grundsätzlich zuversichtlich. Er spricht von einer Delle, die eher kurzfristig sein wird. Die wesentlichen Trends, die das Luftfrachtgeschäft antreiben, blieben intakt, argumentiert der Luftfahrt-Manager. Dazu zähle etwa das weltweite Bevölkerungswachstum. Gleichzeitig würden die Einkommen weiter steigen, was neue Begehrlichkeiten bei den Konsumenten wecke.

    Geld für Frachtflieger

    Davon ist man offensichtlich im Vorstand und Aufsichtsrat der Konzernmutter überzeugt, wie die Investitionspläne belegen. Beispiel Flottenmodernisierung: Aktuell besteht der „Frachter-Fuhrpark“ von Lufthansa Cargo aus fünf modernen Boeing 777F und zwölf betagten MD-11F.

    Nun sollen zwei weitere 777-Frachter kommen, während außerdem bei dem mit DHL betriebenen Gemeinschaftsunternehmen Aerologic aufgestockt wird – ebenfalls mit zwei Boeing 777F. Dafür sollen bis Ende des laufenden Jahres zwei MD-11F aus der Flotte gehen. Die Jets sind schon verkauft.

    Grafik

    Oder das Beispiel Frachtzentrum: Vor einigen Jahren wurde der geplante Neubau zwar gestoppt. Doch nun soll das Zentrum am Drehkreuz in Frankfurt ab 2020 für 400 Millionen Euro umgebaut und modernisiert werden. Im Zuge dessen soll die immer noch weitverbreitete Papierdokumentation auf digitale Datenübermittlung umgestellt werden.

    Gerber verspricht sich davon große Einsparungen und mehr Produktivität. Die Investitionen sind möglich, weil die Geschäfte von LH Cargo mehrere Jahre gut liefen. So erzielte die Konzerntochter 2018 einen operativen Gewinn von 263 Millionen Euro. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 2,713 Millionen Euro zu.

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