Fraport Griechenland will Flughafen-Deal rasch abschließen

Die scheidende griechische Regierung will die versprochenen Maßnahmen umsetzen: So will Tsipras den Verkauf von Regionalflughäfen an den Flughafenbetreiber Fraport besiegeln. Doch der Erfolg des Neustarts ist ungewiss.
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Der Airport Mytilene auf der griechischen Insel gehört zu den 14 Flughäfen, deren Betrieb Fraport übernehmen möchte. Quelle: dpa
Tower des Flughafens auf Lesbos

Der Airport Mytilene auf der griechischen Insel gehört zu den 14 Flughäfen, deren Betrieb Fraport übernehmen möchte.

(Foto: dpa)

AthenTrotz der vorgezogenen Neuwahl in Griechenland will die scheidende Regierung die versprochenen Privatisierungen auf den Weg bringen. Die vereinbarten Vorhaben würden umgesetzt, sagte Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis am Mittwoch auf Fragen zur Privatisierung des Hafens von Piräus, der Eisenbahn und einer Reihe weiterer Häfen und Flughäfen. Es wird erwartet, dass Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos nach dem erwarteten Scheitern der Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung am Donnerstag vorgezogene Neuwahlen für den 20. September ansetzt.

Ministerpräsident Alexis Tsipras war vergangene Woche zurückgetreten, nachdem er seine Mehrheit im Parlament verloren hatte. Der linke Flügel seiner Syriza-Partei hatte ihm die Gefolgschaft bei mehreren Abstimmungen über die von den internationalen Geldgebern geforderten Spar- und Reformmaßnahmen verweigert. Die Privatisierung von Staatsbesitz im Wert von 50 Milliarden Euro gehört zu den Bedingungen für die Gewährung eines dritten Hilfspakets von 86 Milliarden Euro. Der Erlös soll in die Rekapitalisierung der griechischen Banken fließen.

Nach ihrer Wahl im Januar hatte die Syriza-Regierung die geplanten Privatisierungen ausgesetzt. Jüngst wurden aber mehrere Projekte wieder auf den Weg gebracht. Griechenland will den 1,2 Milliarden Euro schweren Verkauf von Regionalflughäfen an den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport möglichst bis zum Frühjahr 2016 unter Dach und Fach bringen. Die Privatisierung komme voran und solle theoretisch bis März abgeschlossen werden, sagte der griechische Wirtschaftsminister George Stathakis am Mittwoch.

Diese Verkäufe sollen Athens Kassen füllen
Flughäfen
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Im vergangenen Herbst bekam der deutsche Flughafenkonzern Fraport den Zuschlag für eine auf 40 Jahre laufende Konzession zum Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen, einer davon ist der in Rhodos (Foto). Die neue Regierung unter Tsipras war zunächst dagegen. Am 18. August hat sie dem Verkauf für rund 1,2 Milliarden Euro doch zugestimmt.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Seehäfen
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Die Betreibergesellschaften der Häfen von Piräus (Foto) und Thessaloniki sollen privatisiert werden. Die Regierung erwartet Erlöse von 610 Millionen Euro. Zu den Interessenten gehört auch der staatliche chinesische Logistikkonzern Cosco. Er betreibt in Piräus bereits eines der größten Containerterminals im Mittelmeer. Es dient als Drehscheibe für den Containerverkehr zwischen Asien und Mitteleuropa.

Bahn
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Der Staat sucht einen Käufer für den Bahnbetreiber Trainose. Das Unternehmen erwirtschaftete zwar nach einer Sanierung 2013 einen Gewinn, gilt aber wegen des veralteten Schienennetzes als wenig profitabel. Interesse an Trainose zeigen unter anderem die russischen Staatsbahnen RZD. Erhoffter Erlös: 50 Millionen Euro.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Energie
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Die Gläubiger fordern die Privatisierung des staatlichen Stromkonzerns DEI und der Verteilungsnetze, wogegen sich die Syriza-Regierung aber bisher sträubt. Kein Wunder: Bei DEI haben Syriza-nahe Gewerkschaften das Sagen. Bei einer Privatisierung fürchten sie um die Privilegien der Belegschaft.

Quelle: Screenshot/Wikipedia

Immobilien
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Filetstück im staatseigenen Liegenschaften-Portfolio ist das seit über einem Jahrzehnt ungenutzte Gelände des früheren Athener Flughafens Ellinikon (Foto), Griechenlands wertvollstes Grundstück. Daneben gehören dem Privatisierungsfonds rund 1000 weitere Grundstücke und die staatliche Immobiliengesellschaft ETAD mit rund 78.000 Liegenschaften. Unter dem Strich sollen die Grundstücke und Gebäude 3,2 Milliarden Euro einbringen.

Fraport war im November 2014 zusammen mit einem örtlichen Partner als Favorit aus einem Bieterrennen für 14 Regionalflughäfen hervorgegangen. Seitdem sollte eigentlich an den Vertragsdetails gefeilt werden. Doch stoppte die neue griechische Regierung das Privatisierungsprojekt für gut eine halbes Jahr. Mittlerweile ist auch der Erfolg des Neustarts ungewiss, da nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Alexis Tsipras bald Neuwahlen anstehen.

  • rtr
  • afp
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