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Friseurbesuch Warum dein Haarschnitt jetzt deutlich teurer ist

Friseurbesuche werden teurer. Wie viel die Deutschen neuerdings ausgeben und warum die Preise weiter steigen könnten, erfährst du in diesem Artikel.
16.07.2019 - 13:58 Uhr Kommentieren
Angehende Friseurin in der Ausbildung Quelle: dpa
Angehende Friseurin in der Ausbildung

Es fehlt massenhaft Personal.

(Foto: dpa)

Dieser Artikel ist am 16. Juli 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Wenn du demnächst mal wieder zum Friseur gehst, wirst du merken: dein neuer Look kostet mehr als noch vor einem Jahr. Ein Nasshaarschnitt für Frauen kostete 2018 im Schnitt 29,70 Euro. Männer mussten 22,90 Euro bezahlen, wie eine jährliche Analyse im Auftrag des Kosmetikkonzerns Wella zeigt.

Friseur-Preise: Frauen geben 56,13 Euro beim Friseur aus

Damit ist der Preis bei den Frauen innerhalb von einem Jahr um 9,2 Prozent gestiegen und bei den Männern um 8,0 Prozent. Das geht aus Daten von bundesweit rund 550 Salons hervor, die regelmäßig ihre Preise und die Ausgaben ihrer Kunden melden. Der Zentralverband des Friseurhandwerks bezieht sich ebenfalls auf diese Zahlen. Die höheren Preise ergäben sich unter anderem daraus, dass Personalkosten und Ausbildungsvergütungen gestiegen seien, sagt Hauptgeschäftsführer Jörg Müller. Sein Verband gehe davon aus, dass Haarschnitte noch teurer werden.

Weil sich vor allem Frauen beim Friseur oft mehr gönnen als nur den reinen Haarschnitt (etwa Blondierung, Tönung oder Strähnchen), geben sie pro Besuch auch noch deutlich mehr Geld aus. 2018 waren es laut der Analyse durchschnittlich 56,13 Euro – und damit mehr als doppelt so viel wie bei den Männern.

Dass Friseur-Salons mehr Geld fürs Personal ausgeben müssen, zeigt sich besonders deutlich in den Ausbildungszahlen. Der Beruf ist unattraktiv geworden – auch weil man oft nicht viel mehr verdient als den Mindestlohn. Bildeten die Salons in Deutschland 2008 noch mehr als 40.000 Lehrlinge aus, hat sich die Zahl zehn Jahre später auf unter 21.000 fast halbiert.

Ausgaben pro Friseurbesuch in Deutschland: Männer geben gut 22 Euro aus

Zwar sind Friseur und Friseurin weiter ein beliebter Ausbildungsberuf. Doch der Branche macht das Image anstrengender und schlecht entlohnter Arbeit zu schaffen. Wenn die Salons mehr Mitarbeiter für den Beruf gewinnen wollen, müssen sie mehr bezahlen – und das lässt jetzt offenbar die Preise steigen.

Verbandschef Jörg Müller sieht aber noch einen anderen Trend: Kunden fragten zunehmend Zusatzleistungen nach, die über das eigentliche Friseurhandwerk hinausgingen – etwa Kopfmassagen oder hochwertige Getränke. Dies sei im Premium-Bereich sowohl in Damen- als auch in Herrensalons „ein absoluter Trend“.

Denn auch bei Männern wachse das Interesse an Angeboten, die über das klassische Waschen, Schneiden und Föhnen hinausgehen. Man könne beobachten, „dass auch für Männer der Friseurbesuch eine Auszeit sein kann und ist“, sagt Müller. Das zeige sich etwa im Trend zu Barber-Shops, die Kunden teils mit Zigarren und Whisky locken.

Am anderen Ende des Spektrums gebe es aber leider auch Salons, die weiter mit extrem niedrigeren Preisen um Kunden kämpften. Der Zentralverband des Friseurhandwerks arbeite mit dem Zoll zusammen, um Lohndumping in der Branche zu verhindern, sagte Müller. „Da gibt es sicherlich auch schwarze Schafe im Markt, gegen die gehen wir vor. Aber ich glaube, am Ende des Tages wird sich Qualität durchsetzen.“

Mehr: Klassische Rollenverteilung bei Ausbildungsberufen ändert sich langsam

  • dpa
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