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Führungsstreit Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO vertagt Entscheidung über die eigene Zukunft

Die für Mittwoch geplante außerordentliche Mitgliederversammlung ist abgesagt. Nun sollen die Mitglieder erst einmal über drei Optionen abstimmen.
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Spätestens im Herbst soll eine ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden. Quelle: dpa
Flugbegleiter

Spätestens im Herbst soll eine ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden.

(Foto: dpa)

FrankfurtÜberraschende Wende im Dauerstreit bei der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO. Der Rumpfvorstand um Nicoley Baublies hat am Abend die für Mittwoch geplante außerordentliche Mitgliederversammlung abgesagt. Die eigentlichen Gründe seien entfallen, heißt es in einem internen Schreiben an die rund 11.000 Mitglieder. Damit ist die Entscheidung darüber, wie es mit der Kabinen-Organisation, die rund 30.000 Flugbegleiter vertritt, weitergeht, vorerst aufgeschoben.

Hintergrund der Absage dürfte einmal der Rücktritt von drei der sechs Vorstandsmitgliedern sein. Anne Struck, Christoph Drescher und Alexander Behrens hatten am Montagmorgen erklärt, mit sofortiger Wirkung ihre Ämter niederzulegen. Sie wollen damit den Weg für einen personellen Neuanfang bei der UFO bereiten.

Seit Monaten tobt dort ein Streit um die Macht – ausgetragen zwischen dem Lager rund um Behrens auf der einen und dem von Nicoley Baublies, langjähriger Chef der UFO und das Gesicht der Gewerkschaft, auf der anderen Seite. Es geht unter anderem um Vorwürfe, Gelder der UFO zweckentfremdet zu haben. Der überraschende Schritt hat Baublies unter Druck gesetzt. Der hatte erklärt, im Falle eines Rücktritts seiner Widersacher ebenfalls zurücktreten zu wollen.

Insider vermuten aber noch einen weiteren Grund. So hat Lufthansa am Montag das Ergebnis für das sogenannte jährliche Monitoring veröffentlich. Es ist Teil eines äußerst komplexen Tarifvertrages, in dem unter anderem festgelegt ist, dass jährlich überprüft wird, ob die vereinbarten Einsparziele erreicht wurden und wie ein noch fehlender Betrag dann hereingeholt werden kann.

Das Ergebnis für 2018 hat es in sich. Es fehlen satte 38,5 Millionen Euro. 2017 waren noch alle Ziele erreicht worden, 2016 stand ebenfalls ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag aus. Das bedeutet: Die Flugbegleiter der „Hansa“ werden den Gürtel noch einmal deutlich enger schnallen müssen. Das birgt Sprengstoff für Baublies, denn der entsprechende Tarifvertrag ist von ihm ausgehandelt worden.

Mit der aktuellen Verschiebung der Versammlung bekommt der verbleibende Vorstand rund um Baublies nun mehr Zeit, um die neue Situation zu sondieren. Die Mitglieder sollen nun erst einmal über mehrere Optionen abstimmen, wie es mit der zerstrittenen UFO weitergehen kann. Eine ist die sofortige Amtsniederlegung aller noch im Amt befindlichen Vorstände. Problem dabei: Die UFO wäre damit faktisch handlungsunfähig, bräuchte deshalb einen Notvorstand.

Option zwei ist eine umgehende Einleitung von Neuwahlen per Briefwahl nach alter Satzung und Rücktritt aller noch verbliebenen Vorstände spätestens zum 15.10.2019 oder früher, wenn vorher bereits Wahlen durchgeführt sind. Die dritte Option ist kompliziert. Baublies tritt wie angekündigt auch zurück, allerdings unter der Voraussetzung, dass schnell fünf neue Vorstandsmitglieder benannt werden. Grund: Die Satzung der UFO sieht sieben Vorstandsmitglieder vor.

In den kommenden zwei Wochen können die Mitglieder nun über diese Möglichkeiten abstimmen. Spätestens im Herbst soll dann eine ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden – unter welcher Führung auch immer.

Mehr: Lesen Sie hier, warum die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO einen personellen Neuanfang braucht.

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