Gastronomie Höchste Preiserhöhung im Gastgewerbe seit 2007

Das Gastgewerbe hat die Preise so stark erhöht wie schon seit 2007 nicht mehr. Die Branche begründet das mit der Einführung des Mindestlohns. Der Umsatz in der Gastronomie schießt nach oben.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband kritisiert höhere Belastungen durch den Mindestlohn. Quelle: dpa
Höhere Kosten

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband kritisiert höhere Belastungen durch den Mindestlohn.

(Foto: dpa)

BerlinRestaurants, Cafes und Hotels haben ihren Umsatz im vorigen Jahr so kräftig gesteigert wie seit 1994 nicht mehr. Das Gastgewerbe nahm insgesamt 4,2 Prozent mehr ein als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Garant für das gute Geschäft war allerdings, dass die Branche ihre Preise mit 2,5 Prozent so stark erhöhte wie seit 2007 nicht mehr. Klammert man die Preisveränderungen aus, bleibt nur ein reales Umsatzplus von 1,7 Prozent übrig.

Der Branchenverband Dehoga begründet die höheren Preis mit den Folgen des Mindestlohns, der die Betriebe belaste. „Der Mindestlohn hat der Branche höhere Personalkosten, erhebliche bürokratische Mehrbelastungen und damit Ertragseinbußen beschert“, sagte Dehoga-Präsident Ernst Fischer.

Allerdings profitieren Kneipen und Hotels von der Rekordbeschäftigung sowie der steigenden Kaufkraft der Verbraucher durch höhere Löhne und geringe Inflation. Auch der immer beliebter werdende Deutschland-Urlaub lässt die Kassen klingeln: Die Zahl der Übernachtungen in- und ausländischer Gäste erreichte 2015 mit 436,4 Millionen den sechsten Rekord in Folge. „Nie war Deutschland als Reiseland beliebter als heute“, sagte Fischer. Die Kauflaune der Konsumenten verhalf auch dem Einzelhandel zum größten Umsatzplus seit zwei Jahrzehnten.

In diesen Städten sind die Hotels am teuersten
Platz 12: Doha (Katar)
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Der Finanzdienstleister Bloomberg hat die Preise von Hotels in 100 Städten weltweit verglichen. Auf Platz zwölf der teuersten Hotel-Städte weltweit landet Doha. In der Hauptstadt von Katar gibt es viele Hotels – Tendenz steigend. Grund dafür sind vor allem die Menschen, die zum Arbeiten in das Land kommen. Touristen müssen für eine Nacht in einem Hotel 223 Dollar bezahlen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 1,3 Prozent. Reisende, die auf der Suche nach einem billigen Hotelzimmer sind, sollten diese Städte möglichst meiden. Denn es geht noch teurer...

Grundlage für die Bloomberg-Rechnungen waren die angebotenen Preise des Online-Reisebüros Expedia für den 1. bis 10. August dieses Jahres sowie den 1. bis 10. Februar 2016. Auf diese Weise sollten Ferien, Werbeaktionen und Tagungspreise berücksichtigt werden.

Quelle: bloomberg.com

Platz 11: London (Großbritannien)
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227 Dollar pro Nacht in einem Hotel – in London ist gar nichts billig. Günstige Hotels musste Großbritanniens Hauptstadt nie bieten. Seit Jahren strömen die Touristenmassen auch so nach London. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Hotelpreise um 3,2 Prozent gestiegen. Verglichen wurden die Preise für ein Doppelzimmer für zwei Erwachsene, Hotelsterne wurden dabei außer Acht gelassen.

Platz 10: Hongkong (China)
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Hongkong ist eine der attraktivsten Destinationen für Städtereisen. Reisende müssen allerdings bei der Hotelsuche tiefer in die Tasche greifen: 236 Dollar kostet ein Doppelzimmer im Durchschnitt (Anstieg: 2,3 Prozent). Angetrieben werden die Preise in den Städten, in denen es einen Mangel an zur Entwicklung bereitstehendem Land gibt und die Zahl der verfügbaren Zimmer begrenzt ist.

Platz 9: Los Angeles (USA)
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Strand und Sonne, Stars und Sternchen – Los Angeles hat einiges zu bieten. Die Hotels sind im Vergleich zu anderen Metropolen der USA noch relativ günstig: 237 Dollar kostet eine Hotelübernachtung. Dennoch sind die Preise innerhalb eines Jahres um 23,8 Prozent nach oben geschossen. Bei den 5-Sterne-Hotels, die mit Spa, Sportklub oder Sportplätzen zu den luxuriösesten gehören, steht Los Angeles an zweiter Stelle. In dieser Kategorie kostet ein Zimmer 584 Dollar.

Platz 7 (1): Miami (USA)
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Einen achten Platz gibt es laut Bloomberg nicht, dafür teilen sich zwei US-amerikanische Metropolen Rang sieben: Für 240 Dollar können Miami-Urlauber ein Hotelzimmer für eine Nacht finden. Viel teurer sind die Zimmer aber nicht geworden: die Preise sind um 1,8 Prozent gestiegen.

Platz 7 (2): Chicago (USA)
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Der zweite siebte Platz geht an Chicago. Eine Hotelübernachtung kostet hier wie in Miami 240 Dollar, allerdings sind die Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Chicago ist ein teures Pflaster und das bekommen vor allem Hotelgäste zu spüren. Im Vergleich zum Vorjahr müssen sie um die 63,8 Prozent mehr bezahlen.

Platz 6: Tel Aviv (Israel)
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Wer in die lebhafte Stadt in Israel reisen will, muss mehr Geld mitnehmen. Die Hotelpreise in Tel Aviv sind nämlich um 8,3 Prozent gestiegen. So kostet ein Doppelzimmer im Hotel pro Nacht 241 Dollar.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) bezifferte die Branchenerlöse für 2015 mit gut 76 Milliarden Euro. „Die Zahlen sind erfreulich, doch steigende Umsätze sind noch kein Garant für bessere Betriebsergebnisse“, betonte Verbandschef Fischer und kritisierte höhere Belastungen durch den Mindestlohn. Für das laufende Jahr rechnet der Dehoga mit einem nominalen Umsatzplus von 2,0 bis 2,5 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe kletterte im Vorjahr dank der guten Geschäfte um 1,7 Prozent auf knapp zwei Millionen. „Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ab Januar 2015 hat offensichtlich nicht zu einem Abbau von Jobs im Gastgewerbe geführt“, erklärten die Statistiker. Laut Dehoga stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten per November 2015 binnen Jahresfrist um knapp sieben Prozent auf rund 983.000.

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