Geplatzte Übernahme Vonovia hakt Deutsche Wohnen ab

Die Übernahme von Deutsche Wohnen ist geplatzt. Deutschland größter Immobilienkonzern müsste nun zwölf Monate warten, bis er einen neuen Anlauf starten könnte. Nun ändert Vonovia-Chef Rolf Buch seine Strategie.
Der Mega-Deal auf dem Immobilienmarkt ist geplatzt. Quelle: dpa
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Der Mega-Deal auf dem Immobilienmarkt ist geplatzt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDeutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia legt das Thema Deutsche Wohnen erst einmal zu den Akten. Nach der gescheiterten feindlichen Übernahme der kleineren Rivalin müssten die Bochumer ohnehin zwölf Monate warten, bis sie einen neuen Anlauf starten könnten. Vonovia-Chef Rolf Buch machte am Dienstagabend im Frankfurter Wirtschaftspresseclub ICFW aber klar, dass er „in einem Jahr nicht schon wieder loslaufen“ will. Denn an der grundsätzlichen Einstellung habe sich nichts geändert: „Es ist nur eine Frage des Preises gewesen.“

Vonovia sei – anders als bei der Gagfah – nicht bereit gewesen, für Deutsche Wohnen eine Prämie auf den Substanzwert der Aktie zu zahlen. Die unangefochtene Marktführerschaft habe man mit bundesweit 370.000 Wohnungen auch so, erklärte Buch. Mit dem 2014 angekündigten Gagfah-Kauf sei Vonovia dagegen in eine neue Dimension vorgestoßen.

Der 14-Milliarden-Euro-Deal wäre der größte gewesen, den es je auf dem hiesigen Immobilienmarkt gegeben hätte. Aber die Deutsche-Wohnen-Aktionäre zogen auf Anraten des Managements nicht mit. Jetzt will sich Buch auf den Zukauf einzelner Portfolios beschränken. Es gebe in Deutschland noch immer rund zwei Millionen Wohnungen in professioneller privater Hand – hier wolle man bei Verkaufsprozessen zuschlagen. Akquisitionen seien aber nur „der Turbo“. Vonovia habe auch so ein skalierbares Vermietungsgeschäft, sagte der ehemalige Bertelsmann-Manager.

Hier werden Eigentumswohnungen immer teurer
Platz 10: Ingolstadt
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Die Preise für Eigentumswohnungen (Alt- und Neubau) haben im Jahr 2015 um insgesamt 14,5 Prozent zugelegt, berichtet der Marktbeobachter Empirica – so viel wie noch nie innerhalb eines einzigen Jahres seit der Jahrhundertwende.
Auf Platz 10 der Städte und Landkreise mit den teuersten Eigentumswohnungen findet sich Ingolstadt. Berücksichtigt man alle Baujahre zahlt ein potentieller Käufer in der Heimat des Autobauers Audi 3.396 Euro pro Quadratmeter Eigentumswohnung.

Platz 9: Freiburg
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Landflucht und Zuwanderung sorgen für vermehrte Nachfrage und treiben im Zusammenspiel mit „Renditenotstand und Billigzinsen auf der Angebotsseite“, so empirica, die Preise nach oben. Auf Platz neun der teuersten Städte liegt Freiburg. Wer hier eine Eigentumswohnung kaufen will, der zahlt im Schnitt 3.514 Euro pro Quadratmeter (Alt- oder Neubau).

Platz 8: Landkreis Ebersberg
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Die Analyse basiert auf der Auswertung von zwei Millionen Immobilieninseraten. Am achtteuersten wird der Wohnungskauf in Deutschland für Menschen, die es in den Landkreis Ebersberg östlich von München verschlägt. Wie überall in der Metropolregion treibt die Näher zur bayrische Landeshauptstadt auch hier die Preise nach oben. Pro Quadratmeter kostet die Eigentumswohnung hier durchschnittlich 3.534 Euro.

Platz 7: Fürstenfeldbruck
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Auch im oberbayrischen Landkreis Fürstenfeldbruck kommt Käufer von Eigentumswohnung die Nähe zu München gewissermaßen teuer zu stehen. Der Quadratmeter Eigentumswohnung kostet im Schnitt 3.663 Euro, Neubauten durchschnittlich 4.569 Euro.

Platz 6: Dachau
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Nordwestlich von München wird es in Dachau dann noch etwas teurer. Die Eigentumswohnung kostet noch einmal 35 Euro mehr pro Quadratmeter – 3.698 Euro nämlich. Neubauten schlagen durchschnittlich mit 4.362 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

Platz 5: Landkreis Miesbach
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Alpines Gelände, der Tegernsee, eine gemeinsame Grenze mit – wer hätte es gedacht – dem Landkreis München: Im Süden Bayerns und des Regierungsbezirks Oberbayern liegt der Landkreis Miesbach. Und wer hier günstig eine Eigentumswohnung erstehen will, der findet in der Tat miese Bedingungen vor – und Preise von 3.789 Euro pro Quadratmeter. Betrachtet man nur Neubauten liegt der Preis bei 5.468 Euro.

Platz 4: Landkreis Nordfriesland
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Ein Ausreißer im Ranking, da nicht in Süddeutschland gelegen, ist der Landkreis Nordfriesland. Er ist sogar der nördlichste Landkreis Deutschlands mit Grenze zu Dänemark. Egal in welcher Sprache aber: 3.988 Euro pro Quadratmeter bleiben ein hoher Preis für eine Eigentumswohnung. Neubauten kosten 4.654 Euro durchschnittlich.

Buch führt den Konzern – einst bekannt als Deutsche Annington – seit April 2013 und kam nach eigener Einschätzung mit einem „völlig unverstellten Blick“ in die Immobilienbranche. Die Vermietung von Wohnungen sei im Grunde wie ein Abogeschäft, sagt er. „Wir betreiben nichts anderes als einen Buchclub.“ Das Erfolgsrezept bestehe darin, den Mietern mehr als nur eine Wohnung anzubieten – zum Beispiel Kabelanschlüsse, eine Küchenausstattung und irgendwann vielleicht sogar ambulante Pflege.

Die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr will Vonovia in der kommenden Woche präsentieren. Entsprechend bedeckt hielt sich Buch, signalisierte aber Zufriedenheit. Für 2015 hatte der Konzern zuletzt ein operatives Ergebnis (FFO) von 590 bis 600 Millionen Euro in Aussicht gestellt. In diesem Jahr sollen es 690 bis 710 Millionen werden. Deutsche Wohnen war in diesen Zahlen nicht eingerechnet.

  • rtr
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