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Gespräche mit Büroplatzvermieter WeWork umgarnt T-Mobile-US-Chef Legere

Seit sieben Jahren führt John Legere erfolgreich das US-Geschäft der Telekom. Doch bald könnte der schrille Manager seinen nächsten Karriereschritt wagen.
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Er hat schon mehrfach Unternehmen aus der Krise geführt. WeWork könnte sein nächster Sanierungsauftrag werden. Quelle: AP
John Legere

Er hat schon mehrfach Unternehmen aus der Krise geführt. WeWork könnte sein nächster Sanierungsauftrag werden.

(Foto: AP)

New York Manager John Legere will auffallen, immer und überall. Ob er sich beim Kochen inszeniert, beim Joggen seinen Kunden die neuesten Produkte anpreist oder sich von Mitarbeitern beim Besuch einer Filiale von T-Mobile US feiern lässt: Der 61-Jährige ist laut, schrill und stets in der Firmenfarbe Magenta gekleidet. In sieben Jahren an der Spitze der US-Tochter der Deutschen Telekom hat er einen Umsatz- und Kundenrekord nach dem anderen eingefahren.

Dafür bezahlt ihn der Konzern so üppig wie niemanden sonst – nicht mal CEO Timotheus Höttges. Allein für das Geschäftsjahr 2017 wies die Firma eine Vergütung inklusive Aktienoptionen in Höhe von rund 24 Millionen US-Dollar aus.

Nach seiner erfolgreichen Arbeit für die Telekom könnte sich der Manager bereits nach seiner nächsten Rolle umschauen. Zum Beispiel bei WeWork. Der Bürovermittler hat T-Mobile-US-Chef Legere offenbar als Nachfolger für den zurückgetretenen CEO Adam Neumann im Blick. Das „Wall Street Journal“ berichtete zuerst von Gesprächen zwischen WeWork und Legere und beruft sich dabei auf Insider. Es soll aber noch weitere mögliche Kandidaten für den Chefposten geben.

T-Mobile-US-Aktien gaben nach Bekanntwerden des Berichts an der Wall Street um mehr als drei Prozent nach. Die Telekom wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Der Konzern kommentiere keine Personalspekulationen, sagte ein Sprecher.

Nach dem geplatzten Börsengang im September hatte WeWork Ende Oktober das Rettungspaket von Großinvestor Softbank angenommen. Das sicherte das Überleben des New Yorker Bürovermittlers, war jedoch mit hohen Zugeständnissen verbunden: So musste Gründer Adam Neumann seinen Platz im Verwaltungsrat räumen. Im Gegenzug versorgte Softbank WeWork mit Krediten von fünf Milliarden Dollar.

Wie Neumann ist auch Legere als unkonventionelle Führungskraft bekannt. Der T-Mobile-Chef hat die letzten sieben Jahre damit verbracht, sein Unternehmen mit kämpferischem Stil zu führen. Konkurrenten verspottete er auf Twitter schon mal als „dumm und dümmer“, ihr 5G-Netz bezeichnete er als „niedlich“. Gleichzeitig hat Legere Millionen neuer Mobilfunkkunden in den USA angelockt und die anstehende Übernahme des Rivalen Sprint eingeleitet.

Legere könnte sich nach der Fusion schnell verabschieden

Dafür, dass Legere nicht mehr sehr lange bei T-Mobile bleibt, sprechen auch Dokumente, die das Unternehmen im Zuge der geplanten Fusion mit Sprint bei der Börsenaufsicht SEC hinterlegt hat: Aus dem „Legere Amendment“ geht hervor, dass der Manager für die Fusion einen Bonus von 37 Millionen Dollar bekommt. Die erste Hälfte davon erhält er bei Abschluss der Fusion oder wenn sein Amt am 30. April 2020 ausläuft. Die zweite Hälfte bekommt er nur, wenn die Fusion tatsächlich durchgeht.

Derzeit klagen US-Bundesstaaten gegen die Übernahme, mit einer Entscheidung ist im ersten Quartal 2020 zu rechnen. Beobachter gehen davon aus, dass Legere sich binnen weniger Monate nach der Fusion aus dem Unternehmen verabschiedet.

Der Präsident von T-Mobile, Mike Sievert, gilt als aussichtsreicher Kandidat auf die Nachfolge von Legere. Auch die Tatsache, dass sein Bonus länger gestreckt ist, weist auf einen Wechsel an der Spitze hin. Die Auszahlung seines Bonus ist laut SEC-Dokumenten an bis zu dreijährige Fristen gebunden. Außerdem sitzt Sievert bereits als Präsident im Aufsichtsrat. Das ist in den Vereinigten Staaten eher ungewöhnlich für ein amtierendes Vorstandsmitglied, das nicht CEO ist. Legere hatte Sievert kurz nach seinem Start bei T-Mobile ins Unternehmen geholt.

Mit der Meldung im „Wall Street Journal“ könnte sich Legere ins Gespräch für einen neuen Posten bringen. Würde er tatsächlich zu WeWork wechseln, wäre es für ihn nicht das erste Mal, dass er gerufen wird, um ein kriselndes Unternehmen wiederzubeleben. Bei T-Mobile etwa ist dem Manager das gelungen.

Auch seine Wandlungsfähigkeit ist groß. Vor 17 Jahren hatte er nach zwei Jahrzehnten bei AT&T und ein paar Jahren bei Dell den Chefposten des angeschlagenen Telekomunternehmens Global Crossing übernommen. Dort spielte er nicht den menschennahen Manager wie bei T-Mobile, sondern den kalten Wall-Street-Typen mit gegelten Haaren und dunklem Anzug.

Später, an der Spitze von T-Mobile, verpasste er sich ein neues Aussehen. Ob er wirklich zu WeWork geht und dort vielleicht den nächsten Rollenwechsel vollzieht, ist allerdings noch offen.

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