GM-Initiative „Maven“ soll zum neuen Carsharing-Spieler werden

General Motors will in den USA ein neues Carsharing-Angebot namens „Maven“ starten. Damit tritt die Opel-Mutter in Konkurrenz zu Daimler und BMW. Doch viele Fragen bleiben offen.
Update: 21.01.2016 - 13:40 Uhr
General Motors steigt ins Carsharing-Geschäft in Deutschland ein. Quelle: AFP
Chevy Cruze Hatchback von GM

General Motors steigt ins Carsharing-Geschäft in Deutschland ein.

(Foto: AFP)

DetroitNach BMW und Daimler steigt nun auch der Autokonzern GM in das Carsharing-Geschäft ein. In mehreren Städten in USA solle das Angebot unter dem Namen „Maven“ gestartet werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zunächst gehe es um eine vergleichsweise kleine Zahl von Autos, sagte GM-Präsident Dan Ammann.

Er ließ jedoch offen, wie viel Geld GM für das Geschäft ausgebe und wie viele Autos auf die Straße gebracht werden sollten. Opels privates Carsharing Carunity soll künftig in die Maven-Dachorganisation integriert werden, die von GM-Vizepräsidentin Julia Steyn geleitet wird. Bisher ist Opel mit dem Angebot vor allem in Berlin und Frankfurt vertreten.

Unter dem „Maven“ ist auch eine Raumsonde im Weltall unterwegs, die während ihrer Reise auch den Mars erreichte. Außer dem Namen bleiben viele Fragen offen: Offenbar setzt General Motors auf ein ähnliches Mietmodell wie DriveNow von BMW und Car2Go von Daimler. Dabei könne Autos über das Smartphone kurzfristig angemietet und überall abgestellt werden.

Laut GM-Angaben könnte das Angebot dabei deutlich günstiger sein als die Konkurrenz. Kleine Chevrolet-Modelle sollen zwischen 6 Dollar für die Stunde und bis zu 12 Dollar für einen Tag kosten. Bei größeren Modellen soll der Tarif zwischen 12 Dollar die Stunde und 80 Dollar am Tag liegen.

Die größten Carsharing-Anbieter
Flinkster (Bahn)
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Flinkster ist der Riese unter den deutschen Carsharing-Anbietern. Mit rund 300.000 registrierten Kunden und 3.300 Fahrzeugen in insgesamt 200 Städten ist zumindest die Größe bislang konkurrenzlos. Die Bahn setzt auf ein Kombi-Konzept aus Stationen und Parkraum rund um alle wichtigen Bahnhöfe. Die Anmeldegebühr ist mit 50 Euro zwar recht happig, aber eine monatliche Grundgebühr gibt es nicht - und für Bahncard-Kunden ist die Anmeldung kostenlos.

Car2Go (Daimler)
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Seit 2008 mischt auch Daimler kräftig beim Carsharing mit. Car2go ist mittlerweile international in 29 Standorten verfügbar. Insgesamt werden rund 13.000 Fahrzeuge vermietet, der Dienst kommt auf eine Million Nutzer. Die Flotte besteht überwiegend aus Smarts, von denen einige rein elektrisch angetrieben werden. Via Smartphone oder Internet können Car2Go-Nutzer sehen, wo das nächstgelegene Fahrzeug steht. Auch ist es möglich, mit zuvor erworbenen Codes ein Auto auf der Straße zu aktivieren.

DriveNow (BMW)
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Auch BMW ist beim Carsharing führend. Mit rund 390.000 Mitglieder in München, Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Wien und London sowie in den USA in San Francisco, gehört DriveNow zu den Großen der Branche. Via Smartphone und Internet findet man den nächstgelegenen Mini, 1er BMW oder X1, die Buchung ist auch via Telefon oder Code möglich. Auch das Cabrio kommt im Sommer auf diesen höheren Preis.

Quicar (VW)
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Beim Autoriesen Volkswagen wird Carsharing dagegen sehr stiefmütterlich betrieben. Ausschließlich in Hannover stellt Volkswagen seinen Quicar-Kunden an 50 festen Ausleihe- und Rückgabeorten 200 Golf Blue Motion zur Verfügung, aber auch andere Klassen sind im Angebot. Rund 4.000 Gelegenheitsfahrer haben sich bislang angemeldet. Im Servicebereich bietet VW die Buchung via Website, Telefon oder Smartphone-App.

GreenWheels
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Mittlerweile hat sich VW auch am holländischen Marktführer Greenwheels beteiligt. In Deutschland ist das stationsbasierte Carsharing-Angebot der Holländer aber noch vergleichsweise klein.

Ford Carsharing
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Seit dem zweiten Quartal 2013 sind auch die Kölner mit einem eigenen Carsharing unterwegs. Die Unterschiede zur Konkurrenz: Das Angebot besteht bundesweit und die Händler spielen die Hauptrolle. Im Verlauf des Jahres soll das Carsharing-Angebot sukzessive und flächendeckend ausgerollt werden. In Kooperation mit Flinkster sollen die Fahrzeuge dann stationsgebunden angemietet werden können.

Flinc
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Auch das Angebot von Flinc funktioniert nach dem sogenannten Ridesharing. Smartphone und Navigationsgerät bringen Fahrer und Mitfahrer in ganz Deutschland zusammen. Zudem kooperiert das Unternehmen mit DriveNow von BMW. Mehr als 650.000 Fahrten und Mitfahrten laufen jeden Monat über die Plattform.

Die Nachfrage nach Carsharing wächst seit einigen Jahren kontinuierlich. Vor allem in Großstädten verzichten immer mehr Menschen auf einen eigenen Wagen und mieten sich stattdessen einen fahrbaren Untersatz für kurze Zeit. Die Nase vorn haben Daimler mit Car2Go und BMW, der den Dienst Drive Now zusammen mit dem Münchner Autovermieter Sixt betreibt.

Korrektur: In der ursprünglichen Fassung dieses Artikels war davon die Rede, dass GM mit „Maven“ auch in Berlin und Frankfurt an den Start gehen will. Dies beruhte auf einem Fehler der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Handelsblatt-Informationen startet Mavel zunächst ausschließlich in den USA.

  • rtr
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