Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Goldener Effie Zoff um Werbepreis beendet – zumindest formal

Die juristische Prüfung des Effie-Streits ergibt: Die Verleihung des Werbepreises an Philipp und Keuntje war rechtens, die an Jung von Matt nicht. Der Schlussakkord im größten Werbeskandal der vergangenen Jahre.
Die nackten Gewinner
Hauptsache anders
1 von 5

Wurst ohne Fleisch drin? Die Rügenwalder Mühle hat ihr Sortiment um veganen Schinken erweitert und wird nicht nur mit guten Umsatzzahlen belohnt.

(Foto: BrawandRieken)
Hauptsache auffällig
2 von 5

Ein Gewinner: Der Bierhersteller Astra provoziert mit seiner Kampagne „Arschkalt“ und gewinnt prompt den „Effie“ Werbe-Award.

(Foto: Philipp und Keuntje)
Hauptsache knallig
3 von 5

Ein weiterer Gewinner des Effie Awards.

(Foto: Heimat Werbeagentur)
Hauptsache blau
4 von 5

Auch Opel gewann den Award und zwar mit der „Umparken im Kopf“-Werbung.

(Foto: Scholz & Friends)
Hauptsache elegant
5 von 5

Nicht immer muss es knallig bunt sein. Auch ein elegantes Schwarz-Weiß-Design wie dieses von Three Sixty hinterlässt Eindruck in der Werbebranche.

(Foto: TRACK)

Düsseldorf Gründonnerstag ist ein Arbeitstag, aber irgendwie auch keiner. Viele Menschen sind im Büro, aber mit den Gedanken bereits bei den Osterfeiertagen. Ein guter Zeitpunkt also, um Dinge auf den Tisch zu bringen, die thematisiert werden müssen, aber auf die keiner so richtig Lust hat. Der Eklat um die Verleihung des Werbepreises Goldener Effie 2015 an die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt ist vielleicht auch so ein unliebsames Thema.

Zumindest verschickten just am Donnerstagmittag der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA), der Verbandspräsident Wolf Ingomar Faecks und auch die betroffene Agentur Jung von Matt allesamt ihre Pressemitteilungen. Die Veröffentlichungen beruhten auf der Tatsache, dass die Kanzlei Oppenhoff & Partner ihren Abschlussbericht zu dem Werbestreit vorgelegt hat. Dieser Bericht liegt nach Handelsblatt-Informationen allerdings seit mehr als einer Woche vor.

Um es kurz zu machen: Die Kanzlei hat festgestellt, was viele Branchenbeobachter schon geahnt haben. Die Verleihung des Goldenen Effie für die Astra-Kampagne in der Kategorie „Evergreen“ an die Agentur Philipp und Keuntje war rechtens, die an die Hamburger Agentur Jung von Matt indes nicht. Die nachträgliche Nominierung, die Thomas Strerath, Chef der Agentur Jung von Matt und seinerzeit Juryvorsitzender des Effie, eingeleitet hatte, sei zu keinem Zeitpunkt wirksam gewesen, heißt es.

„Das Ergebnis des Gutachtens ist eindeutig, es gibt keinerlei Interpretationsspielraum“, kommentiert Thomas Eickhoff, der die Untersuchung im GWA verantwortet, den Bericht der Kanzlei. Jung von Matt wird der Effie also nicht aberkannt, die Agentur hatte schlichtweg nie einen Effie erhalten.

Damit ist einer der größten Skandale in der deutschen Werbebranche beendet – zumindest formal. Angefangen hatte der Streit im vergangenen Dezember, als Frank-Michael Schmidt, Chef der Agentur Scholz & Friends, mit einem offenen Brief gegen die Vergabe des Werbepreises an Jung von Matt vorging. Er warf Strerath vor, seine Position als Juryvorsitzender genutzt zu haben, um seiner eigenen Agentur einen Effie – sowie damit wertvolle Punkte im Kreativranking – zugeschanzt zu haben. Schmidt führte auf neun Seiten aus, warum diese Punkte „irregulär“ seien.

Der Handelsblatt Expertencall
Jung von Matt reagiert erleichtert
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Goldener Effie - Zoff um Werbepreis beendet – zumindest formal