Grenze zu Mexiko Sie haben die Absicht, eine Mauer zu bauen

Heute endet die Ausschreibungsfrist für den Bau der Mauer zu Mexiko. Für Unternehmen ist der Auftrag höchst lukrativ – doch fürchten sie um die Sicherheit der Arbeiter. Denn mit Attacken auf die Baustelle ist zu rechnen.
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Wo aktuell noch ein Grenzzaun steht, soll bald eine Mauer gebaut werden. Die ersten Unternehmen haben sich nun für das Projekt beworben und sorgen sich um Angriffe auf die Baustelle. Quelle: dpa
Grenzzaun zwischen USA und Mexiko

Wo aktuell noch ein Grenzzaun steht, soll bald eine Mauer gebaut werden. Die ersten Unternehmen haben sich nun für das Projekt beworben und sorgen sich um Angriffe auf die Baustelle.

(Foto: dpa)

San DiegoDer geplante Bau einer Mauer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko könnte für die beteiligten Firmen ein höchst lukratives Geschäft werden. Doch gleichzeitig bereiten sie sich auch auf das Schlimmste vor. „Was passiert, wenn die Bauarbeiter angegriffen werden?“, fragte einer der Unternehmer, der ein Angebot abgeben wollte. Ein anderer wollte wissen, ob seine Angestellten denn Waffen tragen und in einem Notfall auch ungestraft einsetzen dürften.

Die Nachrichtenagentur AP bekam exklusiven Einblick in den Bieterprozess um den Bau des Prestigeprojekts von US-Präsident Donald Trump. Um für die ersten ausgeschriebenen Bauaufträge der Regierung in Frage zu kommen, mussten Firmen eigentlich bis vergangene Woche ihre Angebote abgeben. Wegen Dutzender Fragen wie oben wurde die Frist aber um sechs Tage verlängert – bis zu diesem Dienstag. Deutsche Firmen wie Hochtief oder Bauer haben bereits erklärt, sich nicht beteiligen zu wollen.

Damit ist die erste Phase des hochumstrittenen Projekts abgeschlossen. Aus den eingegangenen Angeboten werden bis Anfang Juni vier bis zehn Unternehmen ausgewählt, die dann Prototypen für die Mauer in Grenznähe errichten sollen, wie die AP aus informierten Kreisen erfuhr. Geplant sei derzeit, dass diese auf einem rund 400 Meter langen Streifen knapp vor der Grenze südlich von San Diego entstehen sollen.

Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Jeder Prototyp soll 30 Meter lang und zwischen 5,5 und 9 Meter hoch sein. Allein die Prototypen sollen die Regierung nach Schätzungen schon je zwischen 200.000 und 500.000 Dollar kosten.

Die Grenzschutzbehörde und die Polizei sollten – wenn nötig – eine Pufferzone rund um die Baustelle einrichten, sagte die Gewährsperson. Einige Gruppen haben bereits Proteste gegen das Projekt angekündigt. „Es wird viele unterschiedliche Aktivitäten – Demonstrationen, Gebetsandachten – auf beiden Seiten der Mauer geben“, sagte Enrique Morones von der Organisation Border Angels. Die Polizei von San Diego kündigte an, die verfassungsmäßige Versammlungsfreiheit nicht einzuschränken.

Morones sagte, er hoffe, dass die Proteste friedlich bleiben werden. Doch die Stimmung ist aufgeheizt. Die geplante Mauer ist auch zu einem Symbol der tiefen Spaltung der USA geworden. Der Bauunternehmer Michael Evangelista-Ysasaga aus Texas sagte, er habe schon ein Dutzend Todesdrohungen erhalten, seit er Interesse an dem Auftrag zum Mauerbau signalisiert habe. Eine Frau habe ihm sogar gesagt, sie habe einen Privatdetektiv angeheuert, der ihm folgen sollte.

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11 Kommentare zu "Grenze zu Mexiko: Sie haben die Absicht, eine Mauer zu bauen "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wann hört dieser "Marc Hoffmann" eigentlich mal auf, seinen disruptiven Textmüll hier reinzuschütten, immer wenn es um Trump-Putin geht?

    Man hat das Gefühl, dies ist genau die furchtbare Mischung in der öffentlichen Diskussion, wie sie von Trump und Putin neuerdings in die Welt gebracht wird. Eine Mischung aus Schlammschlacht, Bullshit und Desinformation.

    Nicht nur die konkrete Politik von Trump-Putin stinkt - auch das Auftreten ihrer Fans.

  • Man muss Herrn Trump verstehen, schliesslich will er auch mal ein Erfolgserlebnis haben und eines seiner Wahlversprechen einlösen.

    Die Mauer wird ebenso wirksam Menschen von der illegalen Migration abhalten, wie Deutschland kostengünstig mit erneuerbarer Energie -quasi zum Nulltarif- versorgt wird. :)

  • Gerade die mexikanischen Drogendealer haben schon richtig Angst vor der grossen Mauer. Und noch mehr vor Trump. Das ist nämlich ein ganz harter Hund!
    Das einzige was dadurch teuerer wird sind die Bestechungsgelder an die aufrichtigen amerikanischen Grenzschützer. Zahlt aber der amerikanische Verbraucher.

  • @Michael Berger
    Das Leben als Sicher zu bezeichnen, das ist Unsinn. Denn best möglichen Schutz für das eigene Volk zu gewähren, dass ist sinnvoll. Und der beste Schutz für ein Volk fängt bei einen guten Grenzschutz an.
    Die erste Aufgabe einer Regierung ist den Schutz und die Sicherheit für die eigene Nation sicherzustellen. Mit der Polizei und den Rechtsstaat im inneren und den Grenzschutz nach außen.
    Danke!

  • @ Toni Ebert
    So ist es! Danke!

  • Ich finde es richtig die Globalisierung in Teilen rückgängig zu machen und wieder mehr im regionalen Bezug zu denken und zu handeln.
    Vieles von dem, was uns der globalisierte Handels- und Warenverkehr anpreist, brauchen wir doch gar nicht. Vieles davon ist minderwertiger Tant mit eingebauter Obsoleszenz, die oft knapp die 24-monatige Gewährleistungspflicht übersteigt und somit der Kunde mal wieder in die Röhre schaut, wenn kurz nach Ablauf der Gewährleistung, die Ware über den Jordan geht - ärgerlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Naja Herr Mayer, ein Land als sicher zu bezeichnen, in dem jährlich über 20.000 Menschen durch Schusswaffen sterben ist schon ein bisschen abenteurlich.

  • Wieso sollten die Bauarbeiter gefähred sein, denkt jemand, es gäbe in den USA keine Polizei (eine die noch ernst genommen wird) und die den Schutz der Arbeiter übernimmt?.
    Der Kommentator schreibt so, als handele es sich um ein Rechtsfreies Land ohne Gesetze.
    Er war anscheinend zu lange in Deutschland, hier macht die Regierung sowas täglich.

  • Und Trump hat ja den Schutz der US Grenzen ganz nach oben in seiner politischen Agenda gesetzt. Er wird auch deswegen in der Nato nicht mehr so aktiv sein...er braucht seine Armee jetzt an der eigenen Front...an den US-Grenzen.

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