GTI Travel zahlungsunfähig Mehrere Hundert Touristen in Türkei gestrandet

Der Türkeireise-Spezialist GTI Travel steht davor, Insolvenz anzumelden. Betroffen ist auch die Fluggesellschaft Sky Airlines. Vor allem in der Türkei sitzen Hunderte deutsche Touristen fest und warten auf Rückflüge.
Update: 04.06.2013 - 13:57 Uhr 24 Kommentare
„Wir sind Ferien“: Seit dem Mittag ist die Webseite von GTI Travel abgeschaltet, nur du die karge Pleite-Meldung prangt dort noch. Quelle: Screenshot

„Wir sind Ferien“: Seit dem Mittag ist die Webseite von GTI Travel abgeschaltet, nur du die karge Pleite-Meldung prangt dort noch.

(Foto: Screenshot)

DüsseldorfDer Reiseveranstalter GTI Travel steht offenbar kurz davor, Insolvenz anzumelden. Die operative Tätigkeit hat das Unternehmen bereits eingestellt. Der Insolvenzversicherer Tourvers/Hanse Merkur hat mit der Gesellschaft einen Krisenstab eingerichtet und ist dabei, Hunderte Touristen zurückzuholen, die vor allem in der Türkei gestrandet sind.

Von den finanziellen Schwierigkeiten der GTI-Muttergesellschaft Kayi Group seien auch der Veranstalter Buchmal Reisen sowie die Fluggesellschaften Sky Airlines und die in Auflösung begriffene German Sky betroffen, berichtet unter anderem das Portal „Touristik aktuell“. GTI Travel hat sich auf Reisen in die Türkei spezialisiert.

Wie viele Urlauber genau von der Insolvenz betroffen sind, sei noch unklar, so ein Hanse-Merkur-Sprecher zu Handelsblatt Online. Die Daten habe man angefordert, aber noch keine Auskunft vorliegen. Bereits in der Nacht seien aber 200 Touristen auf alternative Flüge nach Deutschland oder Holland umgebucht und zurückgebracht worden. Am Flughafen Antalya war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Sky Airlines informiert auf der eigenen Homepage, den Betrieb eingestellt zu haben. Bereits am Montagabend waren alle Flüge annulliert worden. Wer nicht über GTI Travel gebucht habe und mit Sky Airlines fliege, muss sich an den eigenen Reiseveranstalter wenden.

Neue GTI-Urlauber könnten auf keinen Fall mehr ihren Urlaub antreten. Sky Airlines fliegt unter anderem von Paderborn, Frankfurt und Nürnberg. „Wir sind gerade dabei, die Situation zu ordnen und Entscheidungen zu treffen, wie wir jetzt vorgehen“, sagte Vertriebschef Tunc Oezler „Touristik aktuell“. Die Mitarbeiter der GTI-Zentrale in Düsseldorf sollen nicht von der Geschäftsführung, sondern von Tourvers von der Insolvenz erfahren haben, schreibt das Portal weiter. Am Dienstagvormittag arbeiten die Beschäftigten daran, alternative Flüge für die Kunden aufzutreiben.

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24 Kommentare zu "GTI Travel zahlungsunfähig: Mehrere Hundert Touristen in Türkei gestrandet"

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  • „Quatsch“ ist lediglich das Beispiel aus Ihrem „Spiel“!

    Was hat aufmerksame Postkutschenhersteller daran gehindert, statt Postkutschen Autos zu produzieren? Da haben wohl viele ehemalige Postkutschenhersteller, die noch im Tiefschlaf waren, die Signale der Marktveränderungen nicht gehört, die von anderen Unternehmen dagegen erfolgreich aufgenommen und sogar bis in die Gegenwart erfolgreich umgesetzt worden sind.

    Wenn niemand mehr Postkutschen kauft, dann ändern vorausschauende Unternehmen ihre Produkte und Leistungen. Eben Fortschritt, statt Stillstand. Für diesen Schritt muss kein Unternehmen Insolvenz anmelden, sondern sich schlicht und einfach verändern. Doch genau darin liegt das Problem für viele Möchtegernunternehmer, die schlicht gesagt beratungsresistent für betriebliche Veränderungen sind und aus naiver Überzeugung auf der Geschäftsphilosophie reiten: „So haben wir schon immer getan, so werden wir es auch in Zukunft tun.“ Diese Unternehmen haben längst einen ausgefüllten Insolvenzantrag in einer Schublade liegen, aber das erzählen sie nicht auf Partys.

    Bitte reden Sie die Insolvenz nicht schön. Es ist und bleibt das Erkennungsmerkmal für das totale Versagen im Unternehmen und gilt zugleich als Quittung für die Inkompetenz, die zur Insolvenz geführt hat. Jeder erfolgreiche Geschäftsmann mit echtem Unternehmergeist möchte mit solchen Versagern niemals zusammen in einem Boot sitzen müssen, denn das säuft garantiert schneller ab, als das Wasser eintreten kann.

  • Wer in diesen Unrechtsstaat fährt, verdient es nicht besser.
    Die Bevölkerung wird malträtiert. Aber Hauptsache alle Drinks billig inklusive. http://kurier.at/politik/ausland/proteste-in-der-tuerkei-spaziergang-zur-revolution-im-park/14.766.175

  • "Selbstverantwortung ist die Devise! Man kann nicht für alles und jeden ein sanftes Bettchen vorsorglich ausbreiten."

    Aber das ist doch die scheinbare "all inclusive" Devise.
    Überall wird einem die totale Sicherheit und Kontrolle vorgegaukelt. Und geht mal was schief, sind immer andere schuld, ist ja klar.
    Auf Reisen kann immer was sein, und sei es das ein Flieger kaputt geht. Dafür haben auch wir schon mehr als einmal 1 bis 2 Tage in einem Schwellenland auf harten Schalenstühlen verbringen müssen.
    Keine Reise ist wie die andere und der Preiskampf bei Fluggesellschaften und Hotels tut sein übriges.
    Dafür bekommt man eben auch alles all inclusive, inkl. Pleiten.

  • Insolvenzen gehören in einer freien Marktwirtschaft genauso dazu, wie Unternehmensneugründungen. Und nein, es ist Quatsch, dass Unternehmen immer selbst dran schuld sind. Machen wir ein Spiel: Suchen Sie mir bitte einen Betrieb, der Pferdekutschen in meiner Region (Süden D) herstellt. Sehen Sie? Was es früher gab, muss es heute nicht mehr geben. Das gilt für Kutschenmacher, wie für PC-Hersteller. Ich bin froh, dass es Insolvenzen gibt. Denn die Insolvenz bereinigt den Markt von ineffektiven oder nicht nachgefragten Angeboten. Ansonsten könnten wir uns heute kein Auto kaufen - aber Pferdekutschen!

  • Lebemann, was wollen Sie noch alles durchspielen? Wollen Sie jeden Tag eine Notfallübung machen? Montag: Feuerbrunst, Dienstag: Erdbeben, Mittwoch: Hochwasser, Donnerstag: Orkan,... Oder wollen Sie so viele Helfer in ruhigen Zeiten bereit halten und bezahlen, dass wir wirtschaftlich unter gehen? Wollen Sie das nun bei jedem Unternehmen einführen? Reiseveranstalter üben Personen heim zu fahren. Computerhersteller müssen Nutzer innerhalb von 10 Minuten einen Ersatz-PC bereit stellen. Nahrungsmittelhersteller müssen Konsumenten per GPS rückverfolgen um Rückrufe sofort auszuführen. usw. Macht doch alles keinen Sinn. Selbstverantwortung ist die Devise! Man kann nicht für alles und jeden ein sanftes Bettchen vorsorglich ausbreiten.

  • Man bekommt den Reisepreis erstattet, aber erst im Folgejahr!
    Die Versicherer sammeln nämlich die "Schadensfälle" erstmal und am Jahresende wird abgerechnet!
    Aber der eigentliche Schaden wird nicht ersetzt!
    Was nützt es das Geld im nächsten Jahr zurück zu bekommen, wenn die Vierköpfige Familie am Flughafen vom Nichtstatfinden ihres Urlaubs erfährt! Die Urlaubskasse für dieses Jahr ist weg, die Freude auf Urlaub auch und das sollte auch entschädigt werden!
    Es müsste so eine Art Paypal für Urlaub geben. Der Kunde zahlt auf ein Sperrkonto, macht seinen Urlaub und mit dem Check-In auf dem Rückflug wid das Geld für den Reiseveranstalter frei gegeben. Soll der Veranstalter doch mal in Vorleistung gehen, nicht der Kunde!

  • Wenn jemand nach dem Staat ruft, dann sind es eben jene Unternehmen, die laut um Hilfe schreien und Insolvenz anmelden, weil echter Unternehmergeist fehlt. Wer sonst würde sich freiwillig in ein Geflecht von bürokratischen Vorgaben und Vorschriften begeben, um indirekt entmündigt zu werden?

    Eine ordentliche Firma, die vorausschauend und umsichtig ist bzw. strategisch klug handelt, würde selbst und ständig eigene Wege finden, damit es überhaupt nicht zur Insolvenz kommt. Doch erste Warnsignale werden lieber übersehen, weil es für Unternehmer sehr viel bequemer ist, den Weg der Insolvenz zu gehen. Aus einem Schlamassel, den sicher 99% aller insolventen Unternehmen in eigener Regie und unter eigener Flagge verursacht und zu verantworten haben. Die Insolvent stellt die Weichen für einen Neustart, um unter anderer Flagge denselben Schlamassel fortzusetzen.

    Die Regierung sollte solchen Versagern auf Lebenszeit verbieten, ein neues Unternehmen zu gründen. Zumindest aber sollte es für jene Versager, die bereits im Vollbesitz ihrer geistigen Unfähigkeit ein Unternehmen an die Wand gefahren haben, keine Zuflucht auf der politischen Bühne geben.

    Insolvente Unternehmen haben es nicht verdient, dass sie unter den Deckmantel von Bestimmungen schlüpfen dürfen, die der Staat ihnen bietet. Und dennoch werden gerade die größten Versager nicht müde zu behaupten, das die Ereignisse, die letztendlich zu einer Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens geführt haben, „unvorhersehbar“ waren. Dabei macht eine solche Reaktion nur deutlich, welche inkompetenten Herrschaften auf den jeweiligen Schiffen Kommandos geben. Auch Manager, die im eigenen Wohnzimmer die Couch nicht finden, selbst wenn man sie mit einem Team von Spezialisten dorthin begleitet.

    GTI Travel war noch nie ein Unternehmen mit Augenmaß für den Wettbewerb, denn dann wäre es heute nicht dort, wo es jetzt ist. Ein Scheitern auf Zeit – wie bei vielen Unternehmen, die nur auf dem Papier welche sind.

  • Kann es total verstehen dass GTI kein Geld mehr hat.
    Unsere Reise mit GTI war ein einziger Horror. Uns wurden Flüge angeboten die es nicht gab und als wir angerufen haben wurden wir beschimpft und weggedrückt. Freut mich dass das endlich ein Ende hat!

  • Wir hatten bereits vor 3 Jahren Schwierigkeiten mit GTI Travel. Erst kamen die Unterlagen nur nach mehreren, massiv geführten Telefonaten, das Hotel war überbucht, wir mussten in der zweiten Woche wechseln.

  • Ja, aber heute macht man das so:

    Man fliegt billig in den Urlaub, und wenn's schief geht, rennt man zum Anwalt oder schreit nach dem Staat...

    Bloß nicht an die eigene Nase fassen, könnte weh tun

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