Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Handelsblatt testet Mobilität, Logistik und Energie: Das sind die besten Dienstleister

Im Ranking „Beste Dienstleister“ haben meist etablierte Unternehmen die Nase vorn. In jungen Branchen punkten auch die Angreifer.
09.09.2020 - 11:40 Uhr 1 Kommentar
Die Zahl der Mobilitätsanbieter wächst. Quelle: action press
Straßenszene in Berlin

Die Zahl der Mobilitätsanbieter wächst.

(Foto: action press)

Köln Bird hat sie alle überrollt. Als der 2017 in Kalifornien gegründete E-Scooter-Verleiher im vergangenen Jahr nach Deutschland kam, waren die Wettbewerber Tier, Circ, Voi und Lime schon dort. Bird verteilte kostenlos Helme, die Roller der Firma lassen sich auch monatsweise mieten, Vielfahrer erhalten Vergünstigungen.

Die konsequente Kundenorientierung brachte Bird in der Gunst der Verbraucher offensichtlich auf die Überholspur. Denn trotz des zeitlichen Vorsprungs der Wettbewerber auf dem Markt darf Bird heute als „Bester Dienstleister“ unter den E-Scooter-Verleihern in Deutschland gelten.

Das ist das Ergebnis einer Onlineumfrage von Servicevalue. Die Kölner Marktforscher haben Verbraucher online gefragt, welchen Anbieter von 235 Unternehmen in 19 Kategorien der Branchen Mobilität, Logistik und Energie sie für den besten Dienstleister halten.

Spät antreten und doch an die Spitze sprinten: Solch ein Manöver gelingt in klassischen Branchen eher selten. Junge Marken haben es in der Wahrnehmung von Verbrauchern zumeist schwerer als ältere, wissen die Servicevalue-Experten. „Viele Verbraucher nehmen vor allem Traditionsmarken als positiv wahr, einfach weil sich diese schon lange am Markt behaupten“, sagt Studienleiter Claus Dethloff.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Nach dieser Logik nicht ganz überraschend siegt die Deutsche Post bei Briefzustelldiensten, bei der Logistik behält DB Schenker die Oberhand, und die Deutsche Bahn ist „Bester Dienstleister“ beim Schienenpersonenverkehr.

    Dennoch: Einigen kleinen und jüngeren Unternehmen gelingt es, aus dem Schatten der großen herauszutreten. „Sie können leichter und ganz gezielt engere Kundenbeziehungen aufbauen“, nennt Dethloff ihren Vorteil. „So kann es gelingen, die Vormachtstellung der Etablierten in der Kundenwahrnehmung zu durchbrechen.“

    Dieses Phänomen zeigt sich vor allem in Branchen, in denen Marktführer noch nicht auf eine jahrzehntelang gefestigte Stellung zurückblicken können – etwa aufgrund von Deregulierung oder Innovationsschüben. So wird in der Kategorie der regionalen Energieversorger der ostsächsische Anbieter Enso positiver wahrgenommen als die deutlich umsatzstärkeren Versorger der Ballungszentren Mannheim und Köln, MVV und Rheinenergie.

    Beim Carsharing schlägt Book-n-drive mit 1000 Fahrzeugen den größeren Anbieter Cambio mit 1700 Autos. Und beim noch jungen Modell des Auto-Abos hat Carminga.com die Nase vorn in einem Feld, das überwiegend aus Newcomern besteht.

    Das Start-up Carminga aus Pocking beschäftigt ein Dutzend Mitarbeiter. Die Niederbayern haben ehrgeizige Ziele: „Wir wollen das Auto-Abo als vierte Säule neben Kauf, Leasing und der Finanzierung etablieren“, sagt Geschäftsführer Federico Di Pietro.

    Rein rechtlich entspricht das Abo einer Langzeitmiete. Doch bei vielen Anbietern kann man das Auto-Modell während der Abozeit wechseln – je nach persönlichem Bedarf. Zudem verläuft der Buchungsprozess weitgehend digital. Der Gang zur Filiale des Vermieters entfällt, denn Carminga liefert den Wagen nach Hause.

    Markt für Auto-Abos erst am Anfang

    „Neben der unkomplizierten Buchung schätzen unsere Kunden an uns die Fairness und die Transparenz“, sagt Di Pietro. So bemüht sich Carminga zum Beispiel bei Schäden am Auto um größtmögliche Kulanz. „Wir berechnen nicht automatisch den Schaden, den ein Gutachter bewertet hat, sondern geben nur die Kosten weiter, die tatsächlich durch eine möglichst günstige Reparatur des Schadens entstehen“, sagt Di Pietro.

    Für die Zukunft sieht sich Carminga gut aufgestellt. Der junge Markt für das Modell Auto-Abo stehe erst am Anfang, sagt der Geschäftsführer. Zudem spielt Corona dem Unternehmen in die Karten. Die Pandemie habe nach einer kurzen Schockstarre der Unsicherheit bei Carminga durchaus zu einem Schub geführt. „Die Menschen haben durch Corona erkannt, dass sie flexibel bleiben müssen. Deshalb scheuen sie die lange Bindung durch den Kauf eines Autos. Das kommt uns zugute“, sagt Di Pietro.

    Studienleiter Dethloff erkennt einen weiteren Aspekt. „In der jüngeren Generation deutet vieles darauf hin, dass Besitz an Bedeutung verliert. Zu mieten und zu teilen ist flexibler.“ Tatsächlich schneiden im Ranking die Carsharing-Anbieter und E-Roller-Verleiher im Branchenvergleich im Schnitt am besten ab. Carminga will diesen Trend nutzen. Ab Ende dieser Woche werden die Bayern auch E-Roller und Fahrräder im Abo anbieten.

    Emotionale Nähe zum Kunden hat Enso aus Dresden aufs Rankingtreppchen verholfen. Der Stromanbieter macht sich für die Region Ostsachsen stark. Dazu gehört zum Beispiel das Sponsoring von Bildung, Kultur und Sport. Doch nicht etwa die Fußballprofis von Dynamo Dresden erhalten Unterstützung, sondern der Breitensport. Enso stattet Vereine mit Trikots aus und führt Fußballturniere von Jugendmannschaften durch.

    Gefördert wird nicht per Gießkanne. Stattdessen beobachtet das Unternehmen die Nachwuchsarbeit lokaler Klubs und fördert, wo sich Vereine besonders engagiert zeigen. „Dafür braucht es eine sehr gute Kenntnis der lokalen Gegebenheiten, sagt Enso-Sprecherin Claudia Kuba. „Aber genau die besitzen unsere Wettbewerber nicht.“ Enso konkurriert vor Ort mit den überregionalen Anbietern Vattenfall und Envia um Kunden.

    Preisdruck als Risiko

    In Coronazeiten gerät die Abgrenzung über das Sponsoring unter Druck. Viele Veranstaltungen fallen aus, für Enso liegt darin eine Gefahr: „Letztlich geht bei allem Engagement doch vieles über den Preis“, sagt Kuba. Stromkunden seien grundsätzlich wechselwillig. An einigen Stellen gelingt es Enso, trotz Corona den Trumpf Kundennähe auszuspielen.

    So richtet das Unternehmen auch breitbandige Internetanschlüsse ein. Weil sich viele Kunden damit nicht gut auskennen, klingeln Enso-Mitarbeiter in den Dörfern an Haustüren und beraten. „Das kommt bei Kunden gut an, das merken sie sich“, sagt Kuba. Servicevalue-Experte Dethloff hält dies für die richtige Taktik. „Regionale Stromanbieter können gegen die großen nicht über den Preis punkten. Sie müssen ihre Reputation losgelöst vom Preisdruck aufbauen.“

    Das Berliner Unternehmen Vehiculum siegte in der Kategorie der Onlineanbieter von Autoleasing. Das Start-up mit hundert Mitarbeitern setzte sich im Ranking gegen bekannte Marken wie Sixt Leasing und Autoscout24 durch. Vehiculum tritt ausschließlich als Vermittler für Leasingverträge auf und arbeitet mit Autohandelsgruppen und Autobanken zusammen.

    Ähnlich wie Carminga versucht auch Vehiculum.de, mit schlanken Prozessen zu überzeugen. Auf der Webseite wählen Kunden Modelle von mehr als 20 Herstellern, bestimmen Laufzeit, Laufleistung und mögliche Sonderausstattungen. Die Vehiculum-Plattform ermittelt passende Angebote und erleichtert die Orientierung mit einer algorithmusgestützten Bewertung. So lässt sich mit wenigen Mausklicks ein Leasingvertrag abschließen.

    Doch wann das Auto schließlich vor der Tür steht, hängt weiterhin maßgeblich von der Lieferzeit der Autohersteller ab. Auch die obligatorische Bonitätsprüfung kann Vehiculum nicht beschleunigen. Dennoch liegt der Onlineerwerb von Autos im Trend.

    Vermittler profitieren vom Onlinehandel

    So kündigte E-Auto-Pionier Tesla 2019 an, seine Modelle ausschließlich über das Internet verkaufen zu wollen. Und auch Mercedes betreibt schon seit 2016 einen kontaktlosen Onlinestore für seine Fahrzeuge.

    Da immer mehr Fahrer bereit sind, ihr Fahrzeug via Internet zu ordern, profitieren Vermittler wie Vehiculum. In den ersten vier Jahren seit der Gründung im Jahr 2015 schlossen die Berliner Verträge im Volumen von 500 Millionen Euro ab – allein 350 Millionen Euro im letzten Jahr.

    Diese Marke wollten die Berliner eigentlich 2020 übertreffen, doch nun wird man leicht unter Plan landen. „Vom Umsatz her hat uns Corona zurückgeworfen. Aber im Juli waren wir bereits wieder auf Vor-Corona-Niveau und konnten seitdem kontinuierliches Wachstum verzeichnen“, sagt Sprecher Philipp Santos de Oliveira.

    „Die Krise hat der Branche gezeigt, dass man Autos über das Internet verkaufen kann – auch ohne Showroom. Davon werden wir langfristig profitieren.“ Schon jetzt macht Vehiculum bis zu 30 Prozent seines Umsatzes mit Privatkunden. Hier sieht die Plattform ihr größtes Wachstumspotenzial.

    Mehr: Das sind Deutschlands beste Finanzdienstleister 2020.

    Startseite
    Mehr zu: Handelsblatt testet - Mobilität, Logistik und Energie: Das sind die besten Dienstleister
    1 Kommentar zu "Handelsblatt testet: Mobilität, Logistik und Energie: Das sind die besten Dienstleister"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Alle Escooter und Carsharing - Mobilitätsflotten Unternehmer sollten jetzt Interesse für die Möglichkeit einer neuesten Technologie für eine saubere, selbstladende Elektromobilität mit unendlicher Reichweite haben. Es gibt eine sensationelle Innovation. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlicht dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung vollständig mit Strom zu versorgen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Für die unendliche Reichweite in der Elektromobilität gibt es Pläne für das Kleinfahrzeug PI. Jetzt Neutrino-Technologie fördern, wäre wichtig und
      die besten Unternehmen sollten hier Einsteigen, um noch umweltbewusster durch unseren Verkehr zu fahren.


    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%