Hapag-Lloyd Aktionäre geben den Weg für Reederei-Fusion frei

Hapag-Lloyd schließt sich mit dem arabischen Konkurrenten USAC zusammen. Von der Fusion verspricht sich der Hamburger Konzern mittelfristig hohe Einsparungen. Zunächst aber wird sie den Betriebsgewinn schmälern.
Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die Hanseaten hohe Einsparungen, um gegen die beinharte Konkurrenz in der Schifffahrtskrise zu bestehen. Quelle: Reuters
Hapag-Lloyd

Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die Hanseaten hohe Einsparungen, um gegen die beinharte Konkurrenz in der Schifffahrtskrise zu bestehen.

(Foto: Reuters)

Die Aktionäre von Hapag-Lloyd haben den Weg für die Fusion mit dem arabischen Rivalen UASC zur weltweit fünftgrößten Containerreederei freigemacht. Sie beschlossen am Freitag auf ihrer Hauptversammlung in Hamburg mit großer Mehrheit eine Kapitalerhöhung. Die neuen Aktien sollen an die Eigner der United Arab Shipping Company gehen, die im Gegenzug ihre Reederei bei dem Hamburger Traditionsunternehmen einbringen. Mit einer Flotte von 240 Schiffen und einer Transportkapazität von rund 1,5 Millionen Standardcontainern (TEU) liefert sich der neue Konzern ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der chinesischen Großreederei Cosco, die auf Rang vier liegt.

Von dem Zusammenschluss erhoffen sich die Hanseaten hohe Einsparungen, um gegen die beinharte Konkurrenz in der Schifffahrtskrise zu bestehen. „Wir erwarten, dass wir bereits 2017 rund ein Drittel der erwarteten Synergien realisieren werden“, sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Ab 2019 sollten die Kosten durch die Fusion dann um mindestens 400 Millionen Dollar im Jahr sinken. Dem stünden Einmalaufwendungen von 150 Millionen Dollar gegenüber, die im laufenden und im kommenden Jahr anfallen. 2016 erwartet Hapag-Lloyd wegen der Fusionskosten und sinkenden Frachtraten einen deutlich niedrigeren Betriebsgewinn. Deshalb könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts zu einer möglichen Dividende sagen, sagte Habben Jansen. „Angesichts des nach wie vor schwierigen Marktes ist es nun umso wichtiger für uns, den Zusammenschluss mit UASC schnellstmöglich umzusetzen.“

Das sind die größten Reedereien der Welt
Platz 10: Hamburg Süd Group
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Ein Unternehmen mit Tradition: Seit ihrer Gründung 1871 hat sich die Hamburg Süd von einer konventionellen Reederei zu einer international operierenden Transport-Logistik-Organisation entwickelt. Im März 2016 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI. Im März 2017 hat der Oetker-Konzern – zu dem Hamburg Süd gehört – die Reederei an den Konkurrenten Maersk verkauft. Die Flotte der Hamburg Süd umfasst 105 Schiffe, die eine Containerkapazität von insgesamt 564.000 Stück haben.

Quelle: Alphaliner

Platz 9: Mitsui O.S.K. Lines
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Die Japaner sind zurück in der Top Ten. Mit der MOL Triumph hat die Reederei aus Tokio nicht nur das größte Containerschiff der Welt ist der Flotte, sondern konnte auf 79 sagenhafte 569.000 Container transportieren.

Platz 8: Yang Ming Marine Transport Corp.
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Im Jahr 1972 in Taiwan gegründet, besitzt Yang Ming eigene und in Kooperation betriebene Containerterminals in den USA, Belgien, den Niederlanden sowie in Taiwan. Die Schiffsflotte besteht aus 95 Schiffen und umfasst eine maximale Kapazität von 580.000 Containern. Doch die Reederei leidet unter der schwächelnden Konjunktur in China. Eine Großallianz, die 2017 mit der deutschen Hapag-Lloyd und vier weiteren asiatischen Reedereien startet, soll helfen.

Platz 7: OOCL
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Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung gegründet. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. Zuletzt machte die asiatische Reederei den größten Sprung. Rund 672.000 Container kann das Unternehmen auf 98 Schiffen unterbringen. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Platz 6: Evergreen Line
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Die Reederei Evergreen stammt aus Taiwan. Mit ihren 194 Schiffen bedient das Unternehmen Linien in Osteuropa, nach Europa und zur US-Westküste und kann insgesamt 1,07 Millionen Standardcontainer unterbringen.

Platz 5: Hapag-Lloyd
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Mit 1,5 Millionen Containern hat aufgeholt: Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise schloss sich die Reederei Hapag-Lloyd mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) zusammen. Damit kommt die hamburgische Reederei, auf eine Flotte von 212 Schiffen. Zudem hat die neue Allianz mit den asiatischen Reedereien den Hamburgern eine gute Position auf den Weltmeeren verschafft.

Platz 4: Cosco Container Lines
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Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz sukzessive ausgebaut. 1,82 Millionen Container kann das Unternehmen unterbringen. Die Flotte umfasst aktuell 331 Schiffe.

Durch die Fusion rücken die Araber mit 28 Prozent zum größten Anteilseigner von Hapag-Lloyd auf. Die Mehrheit von 52 Prozent bleibt in Händen der Stadt Hamburg, dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und den Eignern der kürzlich übernommenen Containersparte der chilenischen Reederei CSAV. Im Anschluss soll das Kapital um 400 Millionen Dollar aufgestockt werden. Das Geld wird zum Schuldenabbau eingesetzt. Denn durch den Zusammenschluss verdoppeln sich die Verbindlichkeiten fast auf 7,1 Milliarden Dollar.

Die Containerschifffahrt steckt seit acht Jahren in einer tiefen Krise und leidet unter Überkapazitäten und sinkenden Frachtraten. Deshalb schließen sich immer mehr Reedereien zusammen oder bilden Allianzen, um die Kosten zu senken. Für Hapag-Lloyd ist es bereits die zweite Fusion binnen kurzer Zeit.

  • rtr
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