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Hotelbranche Dehoga-Präsident muss sich als Krisenmanager beweisen

Guido Zöllick sieht sich einer unerwarteten Herausforderung gegenüber und sucht nach Überlebensperspektiven für alle Betriebe seiner Branche.
10.05.2020 - 15:53 Uhr Kommentieren
Er hat es schwerer als andere Verbandschefs. Quelle: imago/Reiner Zensen
Guido Zöllick

Er hat es schwerer als andere Verbandschefs.

(Foto: imago/Reiner Zensen)

Düsseldorf Mit solchen Auseinandersetzungen hatte Guido Zöllick, 50, wohl kaum gerechnet, als er 2016 das höchste Ehrenamt beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) übernahm. Noch Mitte des vergangenen Jahres nannte er auf die Frage, was ihm den größten Ärger bereite, die vielen Autobahnbaustellen zwischen seinem Fünf-Sterne-Haus in Rostock-Warnemünde und der Berliner Verbandszentrale.

Seit Ausbruch der Coronakrise kann der Direktor des ehemaligen DDR-Prestigehotels „Neptun“ über die Sorgen von einst nur müde lächeln. „Die meisten Betriebe befinden sich in der achten Woche der Schließung bei Null-Umsätzen und weiterlaufenden hohen Fixkosten“, warnte der Dehoga-Präsident am Mittwoch. „Die Lage ist dramatisch.“

Unverhofft übernimmt Zöllick damit eine Rolle, die den Vater bundesweit bekanntmachte: die des Feuerlöschers. Wolfgang Zöllick, 1946 geboren im rheinischen Siegburg, war 1992 durch sein mutiges Auftreten als stellvertretender Oberbürgermeister von Rostock in die Schlagzeilen geraten. Damals hatten massenhaft Randalierer ein Asylbewerberheim im Stadtteil Lichtenhagen in Brand gesetzt, während sich die Polizei vom Tatort zurückzog.

Nun hat sich der Junior als Krisenmanager zu beweisen. Zwar stellten viele Ministerpräsidenten Öffnungen in Aussicht – Mecklenburg-Vorpommern etwa erlaubt ab 18. Mai erste Urlaubgäste. Zöllicks Kampf aber ist damit nicht beendet. „Ein Rettungsfonds muss schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden – mit direkten Finanzhilfen für alle Betriebe unserer Branche“, erklärte er jetzt kategorisch. „Nur mit dieser Unterstützung haben viele Betriebe eine Überlebensperspektive.“

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    Im Wettrennen um Rettungsgelder hat er es durchaus schwerer als andere Verbandschefs. 2010 waren aus dem Kreis seines Verbands üppige Parteispenden an FDP und CSU geflossen, was die damaligen Regierungsparteien mit einer Mehrwertsteuersenkung für die Hotelbranche belohnten. Der Vorwurf der „Klientelpolitik für Besserverdienende“ kostete nicht nur die Liberalen einen Großteil ihrer Wählerstimmen, der Dehoga fand in der politischen Diskussion danach kaum noch Gehör.

    Das aber ändert sich soeben unter Zöllicks Führung. Erfolgreich drängte der Verbandschef Mitte März darauf, die KfW-Förderungslücke für Betriebe zwischen elf und 250 Beschäftigten zu beseitigen – und damit für einen Großteil der deutschen Übernachtungsfirmen. Gute Gründe für weitere Rettungsgelder bleiben: Wie andere Herbergen in Mecklenburg auch darf sein „Neptun“ zunächst nur 60 Prozent seiner 338 Zimmer belegen.

    Mehr: Um Pfingsten dürfen Deutschlands Herbergen voraussichtlich wieder für Urlauber öffnen. Doch das allein rettet die angeschlagene Branche nicht.

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