Immobilienkonzern IVG spannt den Schutzschirm auf

Der Immobilienkonzern IVG hat es nicht geschafft, einen Schuldenumbau auf den Weg zu bringen. In der Vorstufe zur Insolvenz ist das Unternehmen jetzt vor den Gläubigern geschützt. Der Vorstandschef bleibt optimstisch.
Update: 20.08.2013 - 18:30 Uhr 3 Kommentare
The Squaire in Frankfurt: Missglücktes Prestigeprojekt der IVG. Quelle: PR

The Squaire in Frankfurt: Missglücktes Prestigeprojekt der IVG.

(Foto: PR)

BonnDer Bonner Immobilienkonzern IVG kommt nicht um ein Insolvenzverfahren herum. Die IVG Immobilien AG, die an der Spitze des verschachtelten Konzerns steht, soll unter einem Schutzschirm saniert werden, der es für drei Monate vor dem Zugriff seiner Gläubiger schützt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die fünf Gläubigergruppen hatten sich nicht auf ein gemeinsames Konzept zur Entschuldung einigen können. "Die Vorstellungen in Einzelfragen lagen zu weit auseinander. Der Antrag ist unausweichlich geworden", konstatierte Vorstandschef Wolfgang Schäfers. Er gab sich zuversichtlich, die IVG nach den Regeln des Insolvenzrechts retten zu können. Diese erleichtern einen Tausch von Schulden in Eigenkapital, der die Gläubiger zu den neuen Eigentümern des Unternehmens macht.

Die IVG hatte sich mit schuldenfinanzierten Projekten wie dem Büro- und Geschäftskomplex "The Squaire" am Frankfurter Flughafen verhoben. Dabei ist sie der einzige deutsche Immobilienkonzern von europäischem Rang. In London ist die IVG am Büroturm "Gherkin" (deutsch: Gurke) beteiligt, der zu einem Wahrzeichen des Bankenviertels der Finanzmetropole geworden ist.

"Der Weg zu einer Einigung der Gläubiger und zu einer gesundeten IVG führt nunmehr über eine alternative Route", sagte Schäfers. Am Ziel und am Sanierungskonzept ändere sich nichts. Schnelle Notverkäufe seien nicht zu erwarten. Schäfers hatte eine Abkehr vom riskanten Geschäftsmodell seiner Vorgänger versprochen und wollte den Konzern konservativer aufstellen. Die Schulden von rund 4,6 Milliarden Euro waren dazu aber zu hoch. Nach den vorerst gescheiterten Plänen sollten die Schulden der IVG auf 2,35 Milliarden Euro sinken.

Das Schutzschirmverfahren gibt Unternehmen, die noch nicht zahlungsunfähig sind, denen aber die Pleite droht, drei Monate Zeit, sich ohne Zugriff der Gläubiger zu sanieren. Es ist seit eineinhalb Jahren Teil des Insolvenzrechts. Zuletzt hatte unter anderem der Fernsehgeräte-Hersteller Loewe diesen Weg der Sanierung gewählt. Meist mündet das Schutzschirmverfahren aber in eine normale Insolvenz. Das Amtsgericht Bonn muss nun einen Sachwalter bestellen, der den Vorstand bei der Sanierung beaufsichtigt. Für dieses Amt war zuletzt der Sanierungsexperte Horst Piepenburg gehandelt worden.

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3 Kommentare zu "Immobilienkonzern: IVG spannt den Schutzschirm auf"

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  • @Handelsblatt:

    Ihr solltet mal besser recherchieren.

    Wie kann Mann mit seinen 20% dem Gläubigerkonzept am Dienstag, den 20.8. zugestimmt haben, wenn er laut adhoc Meldungen bereits am 14.8. damit begonnen hat, massiv Aktien rauszuhauen.

    Oder hat etwa IVG dem wesentlichen Aktionär zuliebe, der auch noch gut über 2 Vertreter im Aufsichtsrat informiert ist, den Schutzschirmantrag 1 Woche zurückgehalten???

  • Deine Aussage ist falsch. In der BRD sind in den letzten drei bis 4 Jahren nahezu alle Emittenten von besicherten Immobilienanleihen pleite gegangen (WGF, Gebard, Deikon um nur einige zu nennen). Dadurch dass Verrückte Immobilien kaufen, die nicht einmal eine Rendite von 1% abwerfen, kann von einem Boom keine Rede sein, sondern von einer Blase.

  • na ja wenn der vorstandssprecher seine zeit als ordentlicher professor in regensburg verbringt-was für blinde sitzen denn da im aufsichtsrat,diesowas zulassen- wundert mich nichts mehr


    alle immo buden boomen und die IVG mit ihrem obersten tielflieger und seinen kontrolleuren fahren an die wand

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