Immobilienportale Gibt es ein Leben ohne Makler?

Es gab Zeiten, da war Makler ein Traumberuf: Aufwand überschaubar, Einkommen hoch. Doch das ändert sich. Seit heute gelten Änderungen bei der Maklergebühr. Dazu kommt: Es gibt neue Wege, ganz ohne Makler auszukommen.
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Es hagelt neue Gesetze: Mietpreisbremse und Maklerprovision

BerlinMieter und Makler sind von Natur aus keine Freunde. Wer sich schon einmal durch eine überfüllte Wohnung in begehrter Lage gekämpft hat, in der ein gelangweilter Mensch die Tür aufschloss, Bewerbungsbögen verteilte und anschließend tausende von Euro für diese Leistung verlangte, für den ist heute ein Tag der Freude: Seit dem 1. Juni gilt in Deutschland das Besteller-Prinzip, nach dem die Maklergebühr bei der Vermittlung von Mietwohnungen von demjenigen zu tragen ist, der den Vermittler engagiert hat: Im Normalfall ist das der Vermieter.

Für die Wohnungsbesitzer übernehmen die Makler eine Reihe lästiger Aufgaben: Sie fotografieren die Wohnung so, dass sie hell und toprenoviert aussieht, schalten die Anzeige, nehmen hunderte von Anrufen oder Mails entgegen, sichten Einkommensbescheide und Schufa-Auskünfte, bevor sie den Vermietern die passenden Kandidaten präsentieren. Aber sind diese auch bereit, den Preis, in der Regel das 2,38-fache der Kaltmiete, dafür zu bezahlen? Oder werden sie die Sache künftig selbst in die Hand nehmen?

Falls nicht, steht schon eine Reihe junger Internetunternehmen in den Startlöchern, den Job des Maklers zu übernehmen. Pünktlich zum 1. Juni ist etwa Nachmieter.de online gegangen. Das Berliner Start-up überträgt die Nachmieter-Suche ganz einfach an den Vormieter. Der setzt die Wohnung in die Szene und lädt die Bewerber zur Besichtigung ein. Der gesamte Prozess läuft über das Portal Nachmieter.de.

Wo die Mietpreisbremse greift
Mietpreisbremse
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Steigende Mieten lassen die Wohnungssuche für viele Normalverdiener zur Qual werden. Ihnen soll ein neues Gesetz helfen, mit dem die Mieterhöhung in Städten mit sogenannten angespannten Mietwohnungsmärkten nach oben begrenzt werden kann. Mitte März 2015 passierte das Gesetz den Bundesrat. Umgesetzt wird es von den Bundesländern: Sie entscheiden, was ein „angespannter Wohnungsmarkt“ ist - und wo das Gesetz greifen soll. Ein Blick auf die Planungen in den zehn größten deutschen Städten.

Berlin
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In der Hauptstadt wird die Mietpreisbremse definitiv eingeführt - im gesamten Stadtgebiet. Und das „so früh wie rechtlich möglich“, sagt Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Dem Berliner Mieterverein zufolge habe Berlin gerade in der Innenstadt „ein massives Knappheitsproblem“, was Wohnungen angeht. Laut Berechnungen des Vereins könnte das Gesetz bei rund zwei Dritteln aller Neuvermietungen den Mietpreis dämpfen.

Hamburg
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Die Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ist angespannt. Insbesondere in gefragten Gegenden liegt die Nachfrage weit über dem Angebot - entsprechend hoch sind die Mieten. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) will die Mietpreisbremse für das gesamte Bundesland einführen. Allerdings droht die Immobilienwirtschaft für diesen Fall mit dem Austritt aus dem „Bündnis für das Wohnen“, das jährlich für den Bau von 6000 Wohnungen zuständig ist.

München
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Die bayerische Hauptstadt ist unter den großen Städten unangefochtener Spitzenreiter: Bei Neuvermietungen liegt München mit durchschnittlich 15,77 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter deutlich vor dem Zweitplatzierten Frankfurt (13,35 Euro). Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Wohnungssuche. Ob die Mietpreisbremse aber auch in München eingeführt wird, ist noch nicht offiziell. Derzeit prüft der Freistaat, in welchen Städten und Stadtteilen die Regelung greifen sollte.

Köln
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Köln gilt als einer der heißesten Anwärter für die Mietpreisbremse in Nordrhein-Westfalen. Zwar sei das Gutachten zum Wohnungsmarkt noch nicht abgeschlossen, heißt es im Bauministerium. Doch jeder wisse, wie angespannt die Wohnsituation an der Rheinschiene sei. Mit 10,27 Euro durchschnittlicher Kaltmiete pro Quadratmeter liegt Köln mit Mittelfeld unter den Großstädten. Der Mieterverein geht davon aus, dass die Mietpreisbremse flächendeckend kommt.

Frankfurt am Main
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Frankfurt will die Mietpreisbremse - was wenig verwunderlich ist bei einer durchschnittlichen Kaltmiete von 13,35 Euro pro Quadratmeter. Konkret ist in Hessen aber ebenfalls noch nichts. Das Städtebauministerium müsse erst noch festlegen, welche Städte und Stadtteile einbezogen werden sollen, sagte ein Sprecher. Frankfurt drängt auf eine schnelle Entscheidung.

Stuttgart
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Andere Länder erstellen Gutachten zum Wohnungsmarkt, in Baden-Württemberg wird das „Gebietskulisse“ genannt. Die soll darüber Auskunft geben, wo die Mietpreisbremse greifen soll - und ob die Landeshauptstadt als Ganzes oder nur in Teilen darunterfällt. Mit 12,20 Euro pro Quadratmeter ist Stuttgart eine der drei teuersten deutschen Großstädte. „Wir fordern die Landesregierung auf, jetzt die Vorbereitungen zu treffen damit das Gesetz unmittelbar nach seinem Inkrafttreten in Baden-Württemberg zur Anwendung kommt“, sagt Rolf Gaßmann vom Deutschen Mieterbund Baden-Württemberg.

Auf Wunsch kann sich der Vermieter auch selbst einloggen und die Angaben der Bewerber überprüfen. Bei erfolgreicher Vermittlung zahlt der Wohnungsbesitzer nur die Hälfte der bisher üblichen Maklergebühr – und zwar an seinen ehemaligen Mieter. Der Wohnungssuchende zahlt nichts.

Schon etwas länger am Markt ist Faceyourbase: Das Münchner Start-up will dem Vermieter ebenfalls die Suche nach dem passenden Mieter erleichtern. Zwar muss er seine Anzeige noch selbst eingeben. Wer sich auf die Wohnung bewirbt, kann neben seinem Foto nicht nur alle möglichen Daten wie Kinder, Haustier oder Haushaltseinkommen angeben, sondern auch auf Profile bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder Linkedin verweisen

So kann der Vermieter nachvollziehen, mit wem der künftige Mieter Umgang pflegt oder was er am Wochenende so treibt.

Rocket Internet bringt Angebot an den Start
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14 Kommentare zu "Immobilienportale: Gibt es ein Leben ohne Makler?"

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  • Eine sehr interessante Zusammenstellung für einen Markt, der sich gerade im Umbruch befindet. Wir haben mit dem deutschen Vermieterportal devepo.de einen ähnlichen Ansatz und konzentrieren uns durch die Digitalisierung der Mietersuche auf die 2 wichtigsten Dinge für einen Vermieter:

    1. Wohnungsvermarktung über die großen Portale
    2. Anfragenverwaltung der Interessenten

    Falls Interesse besteht, die Liste zu ergänzen, freuen wir uns ;)


  • Ohne Link selbstverständlich schwierig...:
    "Die Mietpreisbremse bremst uns aus."
    http://www.sessionale.de/mietpreisbremse.html

  • Werden Immobilienmakler langfristig ihre Bedeutung für die Immobilienbranche verlieren? Mietpreisbremse und Bestellerprinzip sorgen dafür, dass es möglich wird. Doch tun sie es wirklich, oder sind diese Gesetze so ausgehöhlt, dass sie einem Placebo gleichkommen? Geht es vielleicht sogar überhaupt nicht ohne Makler?

    Lesen Sie hierzu diese Analyse aus der Corporate-Blog-Schmiede der Sessionale Startup GbR, in der darauf eingegangen wird, was die neue Gesetzgebung bedeuten kann für Mieter, für Vermieter und für Makler. Viel Spaß bei der Lektüre!

  • Ich bin enttäuscht, dass ein eigentlich seriöses Medium nun auch in die Maklerbashing-Falle tappt. Was hier wieder einmal als allgemeingültig über DIE Makler verbreitet wird ist der gleiche Unsinn, als würde man behaupten, alle Redakteure haben keine Ahnung über was sie schreiben, sie redigieren ohnehin nur Pressemeldungen und sind zu faul Themen ordentlich zu recherchieren.
    Wenig arbeit - hohes Einkommen. "Vermietungsmakler" - da mögen Sie bei vielen richtig liegen (wobei das mit dem hohen Einkommen, außer in Metropolen, bezweifelt werden darf) werden in einen Topf geworfen mit "Verkaufsmaklern". Diese erbringen in der Regel gute Dienstleistungen. Sie verkaufen auch selten das Topobjekt in München Schwabing oder dem Frankfurter Westend, sondern viel häufiger die charmefreie 3-Zimmer-Wohnung in Ginnheim oder das mit Niesbrauch belastetet Mehrfamilienhaus in einer Kleinstadt. Sicher lädt ein solcher Makler den Verfasser des Artikels dazu ein, bei der täglichen Arbeit in seiner 50 Stunden Woche zu begleiten!

  • Dieser Artikel ist wirklich so schlecht, dass er nicht einmal BILD Niveau erreicht.

  • www.miettreff.de
    www.immokauftreff.de

    Da wir die Einzigen sind, die zwei universelle, kostenfreie, transparente, durchfinanzierte Portale für Vermietung und Verkauf von gewerblichen und Wohnimmobilien anbieten, würden wir uns über die Nennung bei NEUERUNGEN freuen.

    Wir sind übrigens die EINZIGEN, die die Insertion von Immobilien seit 2013 kostenfrei anbieten, und dafür den Zusatznutzen bieten, daß jeder Nutzer, der auf dem Portal Immobilien sucht, auch gleich die passenden Umzugs- und Renovierungs-Firmen vor Ort findet.
    Unsere Idee ist so gut, daß beide großen Bezahlportale seit 2014 kopieren wollen, es aber mangels Durchblick nicht schaffen..... Danke für die Lorbeeren, wir sind weiterhin für Euch da! Kostenfrei für Immobilienanbieter (auch Makler, Verwalter,etc.), zielgruppengenau, regional, einfach zu bedienen.

  • Ich möchte einmal eine Bresche für den Makler schlagen.

    Vieles von dem was Sie alle schreiben ist nicht völlig abwegig. Allerdings betreffen die Beispiele die Sie nennen nur "Verkäufe". Hier hat der Gesetzgeber nichts an der Kostenverteilung geändert.

    Geändert hat er diese bei Vermietungen. Und hier werden "Vermieter" und "Mieter" über einen längeren Zeitraum ein Vertragsverhältnis eingehen. Der Vermieter stellt dem Mieter sein Eigentum zur Nutzung. Der Makler prüft, ob Mieter und Vermieter "zusammen passen", oder ob Konflikte zu erwarten sind.

    Der Gesetzgeber hat die Kosten "nach dem (angeblichen) Bestellerprinzip" dem Vermieter auf er legt. Der ist aber bei einem Mietverhältnis immer in der schwächeren Position, weil die Mieterrechte sehr stark sind.

    Ich bin der Auffassung, dass ein guter Mieter, der ein lang laufendes Mietverhältnis sucht, auch die Kosten des Maklers übernehmen sollte.

    Der Gesetzgeber hat die Kosten aber verlagert.

    Was wird die Folge sein?
    1. Die Kaltmieten werden steigen, weil die Maklerkosten auf die Mieten umgelegt werden.
    2. Die Maklerkosten werden auf eine nicht mehr berechenbare Zeit verteilt, weil der Mieter ja nach kurzer Zeit wieder ausziehen kann. Dem Vermieter ist aber das Recht zu Wohnungskündigung weitgehend genommen.

    Im Ergebnis kann der Mieter durch die Suche einer Wohnung über einen Makler nicht mehr seine Wertschätzung und sein Bedürfnis nach Sicherheit/langjähriges Mietverhältnis äußern. Wer das nicht möchte, konnte auch in der Vergangenheit diese Angebote meiden.

    Daher wird zu mehr Prozessen und Unruhen auf dem Wohnungsmarkt kommen. Und das kann nicht im Sinne des Gesetzgebers sein.

  • Makler kann jeder werden. Es sind nicht die Hellsten.

  • Die einzige Leistung, die die Makler vollbringen, ist den Verkäufer dazu zu bringen, ihnen den Verkaufsauftrag zu erteilen. Nur so, bei Verkaufserfolg, ist die Provision gesichert. Allein das Objekt zählt. Ein gutes Objekt verkauft sich fast von selbst und ein schlechtes Objekt bekommt auch ein Makler nicht verkauft. Schlechte Objekte werden ausschließlich über enorme Preisnachlässe und die Zeit verkauft, wenn überhaupt. Bei meinen wenigen Hausverkäufen habe ich daher von vorneherein, zugunsten der Käufer, erfolgreich auf Makler verzichtet.

  • Ich habe Makler erlebt, die es gerade so geschafft haben, die Tür der Wohnung aufzuschließen und nicht einmal mit hereingegangen sind. Und das waren keine Einzelfälle...

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