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Imtech-Insolvenz Chronik eines Niedergangs

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Geheime Geldübergaben und Berater in Massen

12. März 2015 - Imtech: Skandal erreicht Konzernspitze
Der ehemalige Vorstandschef von Imtech, René van der Bruggen, soll selbst in die Betrugsaffäre verstrickt sein. Dies legt eine interne Mail nahe. Die deutsche Tochter habe demnach Scheinrechnungen der niederländischen Zentrale zahlen müssen, um die Bilanz schönzurechnen.

25. März 2015 - Flughafen BER: Transparency schmeißt hin
Nach mehr als zehn Jahren der Zusammenarbeit trennt sich Transparency International vom BER. Grund seien „korruptive Vorkommnisse seit Anfang 2013“. Es fehle das Vertrauen. Von jüngsten Vorwürfen habe Transparency erst kurz vor entsprechenden Pressartikeln erfahren.

28. Mai 2015 – Geldübergabe an der A24
Hintergrundbericht zum Bestechungsskandal. Das Handelsblatt beschreibt, wie ein Imtech-Manager im Dezember 2012 an einer Autobahnraststätte an der A24 einen Geldumschlag an einen Flughafen-Manager überreichte. Wenig später flossen 65 Millionen Euro vom BER an Imtech.

29. Juli 2015 – Sanierungsberater für Imtech
Der operative Verlust (EBITDA) von Imtech liegt im ersten Halbjahr 2015 bei 45 bis 50 Millionen Euro, doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum 2014. Imtech will 75 Millionen Euro zusätzlich aufnehmen. Außerdem kommen externe Sanierungsberater ins Unternehmen. Stefaan Vansteenkiste von Alvarez & Marsal zieht in den Imtech-Vorstand ein. Sein Titel: Chief Restructuring Officer.

6. August 2015 – Banken sperren sich gegen neuen Kredit für Imtech
Imtech gibt bekannt, dass die erste Hälfte der 75 Millionen Euro nicht wie erwartet in dieser Woche eintreffen wird. Die Banken sperren sich gegen einen neuen Kredit. Zusätzlich wird bekannt, dass Imtech die Juli-Gehälter nur verspätet auszahlen konnte. Der Kurs fällt um 29 Prozent.

7. August 2015 – Deutsche Imtech ist insolvent
Morgens meldet das Unternehmen, die Verhandlungen mit den Banken seien wieder ohne Ergebnis verkaufen. Die Aktie fällt zeitweise um 50 Prozent. Allein der Wert des Commerzbank-Anteils fiel um mehr als 50 Millionen Euro. Am späten Nachmittag stellt die deutsche Tochter von Imtech einen Insolvenzantrag.

10. August 2015 – Ein Nackter mit Taschen
Während Imtech händeringend bei den Banken um frisches Geld bettelt, feiern diverse Berater ein grandioses Geschäft. Unternehmensberater, Sanierungsberater, Rechtsberater und Kommunikationsberater haben seit dem Ausbruch der Krise weit mehr als 100 Millionen Euro aus dem Unternehmen getragen. An dem Insolvenzantrag änderte das nichts. Mitarbeiter beschweren sich, sie würden bei ihrer Arbeit ständig von ahnungslosen Beratern gestört.

11./12. August 2015 – Der Imtech Skandal
Der niederländischen Gebäudeausrüster verhängt vier Tage nach dem Insolvenzantrag seiner deutschen Tochtergesellschaft einen totalen, konzernweiten Zahlungsstopp. „Es wird heute absolut keine Auszahlungen geben“, heißt es in einer internen Mail von Montagmorgen. „Das schließt auch solche Zahlungen ein, die geschäftskritisch sind. Es werden auch keine Bestellungen für mehr als 10.000 Euro getätigt und keine Kunden-Bestellungen für mehr als 20.000 Euro angenommen.“ Der Kurs der Imtech-Aktie bricht erneut um 40 Prozent ein. In den vergangenen zehn Tagen hat das Papier 90 Prozent seines Wertes verloren. Am Dienstag beantragt der Imtech-Konzern in Rotterdam einen Zahlungsaufschub.

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