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Insolvenz Deutsche Thomas Cook sagt Reisen für 2019 komplett ab

Nun fallen auch alle Reisen von Thomas Cook bis Jahresende aus. Die Rettung der Urlaubsveranstalter um Neckermann und Öger rückt in weite Ferne.
Update: 09.10.2019 - 12:28 Uhr 1 Kommentar
Die Thomas Cook GmbH hatte am 25. September beim Amtsgericht Bad Homburg für sich und zwei ihrer Tochtergesellschaften Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Quelle: dpa
Deutschland-Zentrale von Thomas Cook in Oberursel

Die Thomas Cook GmbH hatte am 25. September beim Amtsgericht Bad Homburg für sich und zwei ihrer Tochtergesellschaften Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Rettung des Pauschalreiseanbieters Thomas Cook mit den deutschen Urlaubsmarken Neckermann, Öger, Bucher und Air Marin rückt in noch weitere Ferne. Wie die mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung betraute Kanzlei Hermann Wienberg Wilhelm mitteilt, sind nun auch Reisen mit Abreisedatum bis einschließlich 31. Dezember 2019 abgesagt. Bislang war der Betrieb lediglich bis Ende Oktober ausgesetzt.

Die verlängerte Auszeit gelte auch für Reisen, die teilweise oder gänzlich bezahlt worden seien, hieß es in der Frankfurter Kanzlei. Die davon betroffenen Gäste würden so schnell wie möglich von den Veranstaltern informiert.

„Wir bedauern sehr, dass wir diese Reisen absagen müssen, können aber deren Durchführung nicht gewährleisten,“ erklärte Thomas-Cook-Deutschlandchefin Stefanie Berk. „Mit dieser Entscheidung möchten wir aber auch eine größere Planungssicherheit insbesondere über die Weihnachtsfeiertage schaffen.“ Man arbeite aber „mit Hochdruck“ daran, ab dem dem 1. Dezember 2019 wieder operativ tätig zu sein und dann auch Reisen ab Anfang Januar 2020 anbieten zu können.

Die im hessischen Oberursel stationierte Deutschlandtochter hatte am 25. Oktober – zwei Tage nach der Konzernmutter in Großbritannien – das Insolvenzverfahren in Bad Homburg beantragt. Während die zum Konzern gehörende Airline Condor mit einem staatlichen Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro in der Luft gehalten wird, stellte der Reiseveranstalter sein Geschäft vorerst ein.

Um eine Zukunftslösung für die deutsche Thomas-Cook-Gruppe zu finden, haben sich die Insolvenzverwalter unmittelbar auf die Suche nach einem Käufer begeben. „Die Investorengespräche sind in vollem Gang, laufen gut und machen Hoffnung“, berichtet Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs.

Imageschaden für die Branche

Zahlreiche strategische Investoren und Finanzinvestoren hätten Interesse sowohl an der gesamten deutschen Thomas-Cook-Gruppe als auch an einzelnen Unternehmensteilen bekundet. Namen nennt die Insolvenzverwaltung bislang nicht. Gegenüber dem Handelsblatt hatten mehrere Reiseexperten Zweifel bekundet, ob es für das Veranstaltergeschäft überhaupt ernsthafte Interessenten geben werde.

Die Margen in der Branche sind gering, der Imageschaden für die Pauschalreise durch die Thomas-Cook-Pleite beachtlich: Hunderttausende deutsche Urlauber fürchten nach der Insolvenz, auf einem Großteil ihrer Anzahlungen sitzen zu bleiben, obwohl ihnen bei der Buchung die volle Entschädigung garantiert wurde. Viele Reisende wurden sogar von Hoteliers in den Urlaubsregionen genötigt, die bereits bezahlten Unterkünfte ein zweites Mal zu begleichen.

Immerhin: Die Löhne und Gehälter für den Monat September erhielten die rund 2000 Thomas-Cook-Beschäftigten inzwischen über die Bundesagentur für Arbeit. Das Insolvenzgeld für die Beschäftigten ist allerdings nur bis Ende November 2019 gesichert.

In Großbritannien kündigte am Mittwoch die Reisebürokette Hays Travel an, alle 555 Filialen des insolventen Reisekonzerns in dem Land zu übernehmen. Hunderten Mitarbeitern des Unternehmens solle die Weiterbeschäftigung angeboten werden. Insolvenzverwalter David Chapman begrüßte die Vereinbarung. Das sei ein wichtiger Schritt bei der Abwicklung des Reiseanbieters.

Mehr: Die Thomas-Cook-Pleite hat die Tourismusindustrie in die Sinnkrise gestürzt. Ob die Branche sich von diesem Schlag erholen wird, ist äußerst fraglich.

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1 Kommentar zu "Insolvenz: Deutsche Thomas Cook sagt Reisen für 2019 komplett ab"

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  • Warum kommt mir die Kotze?

    Reisebüros haben gegen besseres Wissen bis zum letzten Moment Reisen des Konzerns verkauft.

    Und sie WUSSTEN, dass die Sicherung nur scheinbar ist!

    Nur, um Umsatz abzugreifen. Ich finde dies ist vorsätzlicher Betrug!

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