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Interview mit Airbnb-Vizepräsident Zadeh „Über Reiseveranstalter sind solche Trips kaum buchbar“

Der Zimmervermittler Airbnb steigt ins Reisegeschäft ein und will Abenteuerreisen anbieten. Vize-Präsident Josef Zadeh spricht im Interview über die strategischen Gründe.
13.06.2019 - 14:31 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen steigt ins Reisegeschäft ein. Quelle: airbnb
Airbnb-Gebäude

Das Unternehmen steigt ins Reisegeschäft ein.

(Foto: airbnb)

Düsseldorf Airbnb startet überraschend einen neuen Ableger: Unter dem Firmennamen „Adventures“ will der Zimmervermittler aus San Francisco Abenteuerreisen anbieten, darunter Motorradtouren durch die Mongolei oder Camping am Amazonas. Die Hintergründe erläuterte Spartenchef Josef Zadeh vorab dem Handelsblatt.

Herr Zadeh, was treibt Airbnb ins Geschäft mit Abenteuerreisen?
Schon vor zweieinhalb Jahren sind wir mit dem Geschäftsbereich Entdeckungen gestartet, der es Menschen ermöglicht, Workshops oder Exkursionen etwa in ihren Städten anzubieten. Wir haben mit zwölf Städten begonnen, heute sind es 1.000 Entdeckungen weltweit. Vergangenes Jahr haben sich die Buchungen versiebenfacht. Weil die Leute heutzutage ganz anders reisen wollen, haben wir uns entschlossen, ihnen nun mit Adventures noch tiefere Einblicke zu ermöglichen.

Und wie?
Mit Adventures, einer Weiterentwicklung von Entdeckungen, können Reisende nun mehrtägige Erlebnisse an außergewöhnlichen Orten buchen – meistens beinhalten diese Trips die Unterkunft, die Verpflegung und die Logistik. Alles, was sie tun müssen, ist bereit zu sein für ein Abenteuer.

Von wem werden die Adventures angeboten?
Die Adventures werden von Menschen vor Ort angeboten, sie müssen dafür aber nicht Gastgeber einer Unterkunft sein. Gastgeber von Adventures können zum Beispiel Reiseführer sein, die etwa am Amazonas leben und sich dort seit Geburt auskennen. Wir arbeiten aber auch mit kleinen Reiseanbietern zusammen, jedoch ohne zusätzlichen Vermittler. Dadurch bieten die Gastgeber günstige Einstiegspreise.

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    Was kostet der Spaß den Urlauber?
    Die Preisgestaltung ist Sache der Gastgeber. Es beginnt bei 79 Dollar für einen kurzen Campingtrip und geht bis zu 5.000 Dollar für eine zehntägige Trekkingreise durch Kenia. Dazwischen liegen Angebote etwa für ein Food-Tasting auf den Galapagosinseln, Übernachtungen in kalifornischen Geisterstädten samt Westernschießerei oder eine Aliensuche in der Area 51 in Utah. Die Teilnehmerzahl ist stets auf zwölf begrenzt.

    Der Vize-Präsident von Airbnb Adventures will das Produktportfolio kontinuierlich erweitern. Quelle: Airbnb
    Joseph Zadeh

    Der Vize-Präsident von Airbnb Adventures will das Produktportfolio kontinuierlich erweitern.

    (Foto: Airbnb)

    Wird Airbnb damit zum Reiseveranstalter?
    Nein. Die Gastgeber organisieren die Reise, und sie bestimmen den Preis. Etwa wenn sie nach dem Vorbild von Nomaden durch die Mongolei reisen und dabei Gäste in ihren Jurten übernachten lassen. Über Reiseveranstalter sind solche Trips kaum buchbar.

    Wie passt das noch mit Ihrem traditionellen Geschäft der Unterkunftsangebote zusammen?
    Wir sehen das aus der Sicht unserer Nutzer. Wenn jemand eine Unterkunft etwa in Kenia sucht, könnte ihn schließlich auch eine solche Abenteuerreise interessieren. Airbnb wird in Zukunft nicht mehr nur für Unterkünfte stehen, sondern als Plattform für den gesamten Trip.

    Wie verdient Airbnb an dem Angebot?
    Anders als bei den Unterkünften berechnen wir für die Adventures genauso wie für die Entdeckungen eine Gebühr von 20 Prozent. Ausgenommen davon sind Non-Profit-Anbieter, die gebührenfrei ihre Entdeckungen oder Adventures auf Airbnb anbieten können.

    Wie viel soll die neue Sparte 2020 umsetzen?
    Wir starten jetzt mit mehr als 200 Adventures-Angeboten weltweit und wollen das sehr schnell ausweiten. Allerdings geht für uns Qualität vor Geschwindigkeit. Planzahlen für den Umsatz und wann wir mit den Adventures profitabel sein wollen, verraten wir heute noch nicht.

    Mehr: Urlaubsleistungen von Privat an Privat wurden in Deutschland lange belächelt. Doch nun boomt das Geschäft. Klassische Reiseveranstalter haben das Nachsehen.

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