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Investment aus den USA Cluno erhält 25 Millionen Euro für seine Auto-Abos

Das Münchner Start-up Cluno vermietet Autos für mehrere Monate – und will so den Autokonzernen Konkurrenz machen. Ein von Peter Thiel gegründeter Risikokapitalfonds steigt bei Cluno ein.
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Die Gründer von Cluno: Nico Polleti (r), seine Ehefrau Christina (l) und Andreas Schuierer (m).
Cluno-Gründer

Die Gründer von Cluno: Nico Polleti (r), seine Ehefrau Christina (l) und Andreas Schuierer (m).

Düsseldorf Vor einigen Wochen hat Nico Polleti einen Satz auf LinkedIn gelesen, der dem Münchner gut gefiel: „Es ist ein großer Schritt von Autos verkaufen zum Autos als Service verkaufen“, schrieb da ein Experte. Da hatte der US-Hersteller Cadillac gerade bekannt gegeben, seinen Auto-Aboservice einzustellen. „Durch die Autohersteller sehe ich keine Gefahr für unser Geschäft“, sagt der 37-Jährige.

Cluno bietet ein Abo für Autos an. Gegen eine monatliche Gebühr können Nutzer theoretisch alle drei Monate ein neues Auto ausprobieren. Sie können im Sommer Cabrio fahren oder vom Opel Corsa zum Nissan Berlingo wechseln, wenn ein Kindersitz-Nutzer auf die Welt kommt.

Offenbar glaubt nicht nur Polleti, dass sein Start-up sich damit dauerhaft behaupten kann, sondern auch der New Yorker Risikokapitalfonds Valar Ventures. Wie das Handelsblatt exklusiv erfuhr, steckt Valar gemeinsam mit Clunos bisherigen Investoren, dem Münchner Fonds Acton und Atlantic Labs aus Berlin, 25 Millionen Euro in das Unternehmen, das Polleti 2017 mit seiner Frau Christina und Andreas Schuierer gründete.

Vor nicht mal einem Jahr hatten die Alt-Investoren sieben Millionen Euro in Cluno investiert. Über einen von ihnen, dem Gründer von Atlantic Labs Christophe Maire, sei der Kontakt zu Valar auch zustande gekommen.

Clunos neuer Investor ist in der europäischen Start-up-Szene eine feste Größe, vor allem im Fintech-Sektor. Valar Ventures hält Anteile an der kürzlich zum Unicorn aufgestiegenen Smartphone-Bank N26 und der Devisen-Überweisungsplattform Transferwise. Gegründet wurde Valar unter anderem von dem deutschstämmigen Facebook-Investor Peter Thiel, heute führen nur noch die Mitgründer James Fitzgerald und Andrew McCormack den Fonds.

McCormack bezeichnet Cluno auch als „Fintech-Unternehmen“, vergleicht es mit Netflix und Spotify. Wie das zusammenpasst? „Zum Kunden hin sind wir eine Mobilitätslösung, im Hintergrund aber prüfen wir Bonitäten, kaufen die Autos, finanzieren sie.“

Als neue CFO habe Cluno im vergangenen Jahr Veronika von Heise-Rotenburg von der österreichischen Autobank abgeworben. Das Geschäft sei sehr kapitalintensiv, sagt Poletti. Aber eben auch zunehmend beliebter: Im vergangenen halben Jahr sei Clunos Kundenzahl jeden Monat um 20 Prozent gewachsen.

Die großen Autohersteller entdecken das Geschäft inzwischen auch. Volvo hat bereits ein Abo-Programm. Erst vor wenigen Tagen sagte Daimler-Vertriebsvorständin Britta Seeger dem Handelsblatt, man werde das eigene Abo-Programm „Mercedes Me Flexperience“ aus der Testphase in ein dauerhaftes Angebot überführen: „Wir sehen, dass viele unserer Kunden begeistert sind, unterschiedliche Fahrzeuge in einem kurzen Zeitraum zu nutzen.“

Genau hier aber sieht Polleti Clunos Vorteil: „Unsere Kunden bleiben bei Cluno, aber wechseln die Hersteller-Marke“, sagt er. Opel, BMW, VW und mehrere ausländische Marken finden sie nur bei einem herstellerunabhängigen Anbieter wie Cluno – Mercedes übrigens nicht. Mit der Konkurrenzsituation habe das aber nichts zu tun, beteuert Polleti.

Mit dem frischen Geld will Cluno nun die ersten Auslandsmärkte in den Blick nehmen und, wie Poletti sagt, zur „Nr. 1 in Europa werden“ – also vor den großen Autoherstellern.

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