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Jenny Zhang Diese Chinesin kauft für 700 Millionen Euro die Steigenberger-Hotels

Die Chefin des chinesischen Hotelbetreibers Huazhu erwirbt die deutsche Traditionsmarke Steigenberger. Sie will weltweit expandieren.
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Die Chefin der Huazhu-Gruppe wollte von Anfang an eine Hotelkette erschaffen. Quelle: Huazhu Group
Jenny Zhang

Die Chefin der Huazhu-Gruppe wollte von Anfang an eine Hotelkette erschaffen.

(Foto: Huazhu Group)

Peking, Düsseldorf Es war ein ehrgeiziges Bündnis. 2007 trat Jenny Zhang als Finanzchefin in die China Lodging Group ein, wie der Hotelbetreiber Huazhu aus Schanghai damals noch hieß. Von Anfang an habe die Chemie zwischen Firmengründer Ji Qi und ihr gestimmt, erinnert sie sich. Vor allem weil sie einen gemeinsamen Traum hatten: „Wir wussten, dass wir nicht nur ein einziges Hotel eröffnen, sondern eine Hotelkette erschaffen wollten.“

Nach sieben Jahren als Finanzchefin stieg Zhang 2015 zuerst zur Präsidentin von Huazhu auf, dann zur Geschäftsführerin. Den Traum vom Hotelimperium hatten sich Ji Qi und Jenny Zhang bis dahin zwar erfüllt, doch mit dem Erwerb einer bekannten Marke geht dieser Traum nun weiter: Für 700 Millionen Euro kaufte Zhang dem ägyptischen Unternehmer Hamed El-Chiaty die Steigenberger-Dachgesellschaft Deutsche Hospitality ab.

118 Hotels, unter anderem der Marken Steigenberger, Intercity-Hotel oder MAXX by Steigenberger, gehen so in den Besitz der Chinesen über. Branchenkenner werten den Kaufpreis als guten Deal für El-Chiaty und die Steigenberger-Gruppe, die im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 770 Millionen Euro kam.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre will die Deutsche Hospitality auf bis zu 250 Häuser wachsen – ein Ziel, das dem internationalen Expansionsdrang von Zhang entgegenkommt. Huazhu betreibt 5.000 Hotels in 400 Städten, nach Zimmern ist das Unternehmen der neuntgrößte Hotelbetreiber der Welt.

Zhang Min, wie Jenny Zhang in China heißt, kam 1973 in der südchinesischen Provinz Guangxi zur Welt. 1990 zog sie nach Peking, um an der Universität für Außenwirtschaft und Handel zu studieren. In einem Interview mit der Studentenzeitung ihrer Hochschule beschreibt Zhang, wie sie ihre Schüchternheit durch Aktivitäten jenseits der akademischen Welt überwand.

Luxus seit 1876 – das beleuchtete Steigenberger Hotel Frankfurter Hof. Quelle: dpa
Steigenberger-Hotel in Frankfurt

Luxus seit 1876 – das beleuchtete Steigenberger Hotel Frankfurter Hof.

(Foto: dpa)

Gleich während ihres ersten Jobs beim Autozulieferer Asimco lernte sie ihren Mentor kennen: Firmengründer Jack Perkowski. Der Wall-Street-Veteran, der immer wieder den Mangel an Management-Talenten in China beklagte, erkannte Zhangs Potenzial. „Er hatte Mut, denn damals war ich noch sehr, sehr jung“, sagt sie, „aber er ließ mich einfach machen.“

2000 arbeitete Zhang ein Jahr lang für die Beratungsfirma McKinsey, bevor sie sich 2001 an der Harvard Business School einschrieb. Während ihres MBA-Studiums kam das erste ihrer zwei Kinder zur Welt. Nach einem kurzen Intermezzo für den US-Pharmakonzern Eli Lilly in Thailand kehrte sie nach China zurück und entdeckte 2007 die Hotelbranche für sich.

Damals gab es in China hauptsächlich primitive Absteigen oder aber Fünf-Sterne-Unterkünfte. Mit Huazhus eigener Marke Hanting kam 2005 erstmals ein Hotel für Geschäftsreisende hinzu, das so verlässlich wie preiswert war. Während 2010 erst 324 dieser Häuser existierten, waren es 2018 bereits 2 244.

Managerin von Welt

Sich als Frau in einer von Männern dominierten Managementwelt zu behaupten, das sei für sie nie schwierig gewesen, sagte Zhang kürzlich auf einer Konferenz in Hongkong. „Ich bin aber auch sicher, dass mehr Frauen in Führungspositionen gut sind für den Erfolg von Unternehmen.“

Mit dem Kauf der Steigenberger Hotels beweist Zhang, dass sie als Managerin die globalen Märkte im Blick hat und längst nicht nur auf Budget-Häuser setzt. Mit der gediegenen Marke will sie vor allem ihre Wettbewerbsposition in Europa, im Nahen Osten und in Afrika verbessern. Doch schon schwärmt sie von der Eroberung weiterer Weltregionen: „Japan, Australien, Indonesien, Vietnam und Thailand haben großes Potenzial für uns.“

Mehr: Der deutsche Statthalter des ägyptischen Familienkonzerns Travco will sich nicht mehr nur auf Luxus verlassen. Thomas Willms Expansionsdevise: „Wir brauchen Hotelmarken.“

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